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Verabschiedung aus dem Küsterdienst

GZ Plus IconPetra Grabow: „Gottes Bodenpersonal“ geht in den Ruhestand

Sie ist Küsterin aus Leidenschaft. Petra Grabow wird am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet.

Sie ist Küsterin aus Leidenschaft. Petra Grabow wird am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Leifeld

Petra Grabow wird am kommenden Sonntag, 1. Juni, bei einem besonderen Gottesdienst in Othfresen aus dem Küsterdienst verabschiedet. Bereits 1984 entdeckte sie ihren Traumberuf – damals in der Frankenberger Kirche zu Goslar. Was prägte ihr Leben?

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Von Andrea Leifeld
Freitag, 30.05.2025, 04:00 Uhr

Othfresen. „Ich hatte den schönsten Beruf der Welt. Es hat ungeheuer viel Spaß gemacht.“ Mit leuchtenden Augen und dieser herzlichen Aussage blickt Petra Grabow in diesen Tagen auf ihr Berufsleben zurück. Am kommenden Sonntag, 1. Juni, wird die Wahl-Heimeröderin mit einem besonderen Gottesdienst durch Pfarrer Peter Wieboldt verabschiedet. Beginn ist 17 Uhr.

Seit 2011 kümmerte sich Petra Grabow liebevoll um „ihre“ Erlöserkirche und das Gemeindehaus. Bereits davor war sie mit dem Küsterdienst verknüpft. Ihr Traumberufsleben fand bereits im Dezember 1984 in der Frankenberger Kirche in Goslar seinen Anfang.

Petra Grabow muss bei der Erinnerung lachen: „1984, da war ich 23 Jahre jung und gerade seit ein paar Monaten verheiratet.“ Mit ihrem Ehemann Uwe bezog sie das Küsterhaus und war vom ersten Tag an fest in den, für sie neuen Beruf eingebunden. „Binnen weniger Tage musste ich den Weihnachtsgottesdienst vorbereiten und wenig später einen Gottesdienst mit einer Fernseh-live-Übertragung. Das war eine richtig große Sache.“ Dr. Deppe war damals Pastor in der Frankenberger Gemeinde, erinnert sie sich.

Gelernte Fotolaborantin

Fotolaborantin hatte sie gelernt bei „Stoppel“ in Jerstedt, aber eigentlich fühlte sie sich schon immer mit der Kirche verbunden. Als Kind besuchte sie mit ihren Eltern regelmäßig die Weihnachtsgottesdienste in Grauhof und diese wunderbaren Erinnerungen prägten ihr Leben. „Ich wollte Religionspädagogin studieren und Diakonin werden – aber irgendwie kam mir das Leben dazwischen“, fasst sie einige durchaus bewegende Lebensereignisse in wenigen Sätzen zusammen.

Petra Grabow war seit 2011 in der Othfresener Erlöserkirche als Küsterin tätig – und zuvor bereits in der Frankenberger Kirche in Goslar.

Petra Grabow war seit 2011 in der Othfresener Erlöserkirche als Küsterin tätig – und zuvor bereits in der Frankenberger Kirche in Goslar. Foto: Leifeld

Fakt blieb: Das 1984 entdeckte Küster-Inserat in der Zeitung sprach sie an und der kirchliche Traumjob war gefunden. In der Kirchengemeinde Frankenberg gab es viel zu tun, denn auch die Gestaltung der Veranstaltungen im Kleinen Heilige Kreuz gehörte zu ihrem Aufgabenbereich.

Es waren gute Jahre. Jahre, in denen dem Paar die Kinder David und Johanna geboren wurden. „Lustig war, dass ich meinen späteren Chefs, Sabine und Jürgen Zimmermann, bereits in jenen Jahren kennenlernte: Sie waren damals Vikare in anderen Goslarer Kirchen.“

Da war der Weg in die Gemeinde der Erlöserkirche vorgegeben, als es Petra Grabow kurz vor dem Millennium mit ihrer Familie in den Othfresener Ortsteil Heimerode zog, geprägt von dem Wunsch nach einem eigenen Häuschen im Grünen. „Da konnte ich den Küsterdienst in Goslar natürlich nicht mehr ausüben.“

Die Wiedersehensfreude mit den Zimmermanns als Pastoren in jener Kirchengemeinde Othfresen/Heißum war groß. Die Küsterstelle war damals noch nicht frei, aber die Anfrage, als Mitglied im Othfresener Kirchenvorstand aktiv zu werden, erfüllte Petra Grabow mit Freude und Leidenschaft.

Arbeit als Alltagsbegleiterin

Einige Jahre arbeitete sie als Alltagsbegleiter in der Liebenburger Klinik Dr. Fontheim. Es war eine einfühlsame Aufgabe, die sie mit ihrer feinsinnigen Empathie gut zu händeln wusste. „Die Aufgabe eine Küsterin ist es ja nicht nur, Gesangbücher auszuteilen und die Kirchenglocken zu läuten“, erzählt sie und lacht. „Oft sprechen einen die Leute an, häufig auch mit ihren Sorgen. Irgendwie ist man ja immer da, in der Kirche, im Gemeindehaus und bei Veranstaltungen und Kirchenfesten sowieso.“ Und es kam, wie es von unsichtbarer Hand vorherbestimmt war: 2011 bewarb sich Petra Grabow auf den frei gewordene Küsterdienst in der Erlöserkirche und war endlich wieder in ihren Berufstraum eingebunden. „Ich gehöre zu Gottes Bodenpersonal“, dieser Leitspruch machte Petra Grabow glücklich.

Die Erlöserkirche zu Othfresen ist ein eindrucksvolles Gotteshaus.

Die Erlöserkirche zu Othfresen ist ein eindrucksvolles Gotteshaus. Foto: Leifeld

Ihren beruflichen Ruhestand wählte sie dennoch vorgezogen – einige Jahre vor ihrem eigentlichen Renteneintrittsalter. Mit drei Enkelkindern und Ehemann Peter als „Rentner“ warten nun neue Aufgaben auf Petra Grabow. Enden solle ihre kirchliche Verbundenheit mit dem Abschied aber nicht: Sie wird die Gottesdienste im Heimeröder Altenheim „Haus Glockenwinkel“ weiterhin gestalten und auch im „Dinner am Dienstag“ -Team der Kirchengemeinde bleibt sie aktiv.

Thema: Himmel und Hölle

„Himmel und Hölle“ ist das Thema am Sonntag, 1. Juni, um 17 Uhr in der Erlöserkirche Othfresen, das der Etwas-andere-Gottesdienst aufnimmt. In jenem Gottesdienst wird Petra Grabow als Küsterin verabschiedet.

Als neue Küsterin wird Simone Wenke in das Amt eingeführt. Im Anschluss sind alle Gottesdienstbesucher gerne zu knabbern, plaudern und einem Gläschen Sekt oder O-Saft eingeladen.

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