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Gründerszene: Mit Mut zum „Goldkind“

GZ Plus IconStoffe, aus denen die Träume sind

Eugenie Linke (li.) und Stefanie Bauer haben sich mit einem Stoffladen selbstständig gemacht.  Foto: Privat

Eugenie Linke (li.) und Stefanie Bauer haben sich mit einem Stoffladen selbstständig gemacht. Foto: Privat

Mut, Kreativität und Können – dies gehört zum Stoff für eine erfolgreiche Unternehmensgründung. Zwei Frauen aus Goslar haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht – und im Zentrum den Stoffladen „Goldkind“ gegründet.

Mittwoch, 16.03.2022, 14:30 Uhr

Goslar. Eugenie Linke, Bilanzbuchhalterin, und Stefanie Bauer, Medieninformatikerin, standen vor einigen Jahren vor der gleichen Herausforderung: Als junge Mütter wollten die Schwägerinnen nicht in Vollzeit zu Hause bleiben, doch in ihrem eigentlichen Beruf gab es wenig Perspektiven, in Teilzeit zu arbeiten. Ihre Kreativität, ihre Freude am Ausprobieren und die Leidenschaft des Nähens waren verbindende Elemente, die letztlich zur Geschäftsidee führte: „Goldkind – Stoffe und Nähzubehör“, das eigene Unternehmen in der Bäckerstraße in Goslar.

„Als wir uns 2017/18 mit diesem Gedanken beschäftigten, gab es kein adäquates Stoffgeschäft im Umfeld“, berichtet Linke. Ihr Mann war es, der zugeraten hat, ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Und dann ging alles schneller als gedacht, denn für die leer stehende Immobilie in der Altstadt von Goslar waren plötzlich zwei Interessenten am Start.

„Stefanie und ich haben uns innerhalb von zwei Tagen für unseren Laden entschieden“, blickt Linke zurück. Bei der Ausarbeitung eines Business-Plans für erforderliche Bankgespräche leistete das Team der Wirtschaftsförderung des Landkreises (WiReGo) hilfreiche Unterstützung. Leider verliefen die Bankgespräche jedoch ernüchternd. Obwohl es Lob für den Business-Plan gab, konnten sich die Banken den Erfolg des Geschäftsmodells nicht vorstellen.

Über eine private Lösung ließ sich die Investition von 70.000 Euro dann aber doch zügig realisieren, sodass die beiden Gründerinnen am 25. August 2018 das Geschäft eröffnen konnten. Als Rechtsform wählten sie für ihr Start-up eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) – aus pragmatischen Gründen: Diese Geschäftsform ist schnell und unkompliziert umzusetzen und bietet gleichzeitig eine ausreichende rechtliche Basis für die beiden Gründerinnen.

Eugenie Linke und Stefanie Bauer bringen Stärken mit, die sich sehr gut ergänzen: einerseits den Überblick über die Finanzen und andererseits das Händchen für Gestaltung und Online-Marketing. Ihre Kreativität ist die gemeinsame Klammer für ihre Geschäftsidee.

Während sie anfangs noch im Stoffladen eine kleine Nähecke anboten, expandierten sie während der Corona-Pandemie, erweiterten ihr Stoffangebot und verlagerten die Nähkurse in weitere Räume des Gebäudes in der Bäckerstraße 97. Eine gelernte Schneiderin als Vollzeitmitarbeiterin sowie zwei Teilzeitkräfte vervollständigen mittlerweile das Goldkind-Team.

Künftig sollen auch wieder verstärkt Nähkurse angeboten werden. „Für den Verkauf und die Kurse benötigen wir noch Unterstützung in Teilzeit“, schildert Linke. Die Personalfrage ist für viele Unternehmen ihrer Branche eine Herausforderung.

Durch die Corona-Pandemie hat das Stoffgeschäft derweil einen unerwarteten Zulauf verzeichnet. Rund 25 Kilometer Gummiband gingen in der Zeit, als die Stoffmasken gefragt waren, über den Ladentisch. Aktuell sei eine stärkere Verunsicherung zu spüren. Obwohl keinerlei Beschränkungen für das Geschäft gelten, sind die Kunden zurückhaltend – einer der Gründe, das Online-Geschäft anzukurbeln.

Während in vielen Branchen der Online-Verkauf durch die Corona-Pandemie zugenommen hat, gehören Stoffe zu den Waren, die Kunden vorm Kauf gerne real anfassen und greifen möchten. Mittlerweile gebe es in der Region indes einige Mitbewerber. „So sind die Waren besser verfügbar als früher“, sagt Linke. Über Social Media und Kooperationen wollen die beiden Goldkind-Gründerinnen künftig auch überregional bekannter werden. red

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