Nur noch Dritter: Neue Wertung trifft Harzer Falken hart
Auch der neue „Ice Wolf“ streikt am Wochenende, wenn auch nur für eine Stunde. Foto: Heine
Die meisten Punkte, aber nur noch Dritter. Die neue Wertungsmethode in der Eishockey-Regionalliga trifft die Harzer Falken hart. Es ist nicht der einzige Ärger.
Es war ein Wochenende zum Vergessen für die Harzer Falken. Die erste Titelchance fast futsch, zum ersten Mal in dieser Saison zwei Niederlagen am Stück unter der Regie von Regan Nagy und in der Eishockey-Regionalliga plötzlich auf Rang drei – viel mehr hätte nicht schiefgehen können.
Ging aber, weil am Sonntagabend zum zweiten Mal in dieser Saison die Eismaschine streikte. Immerhin in diesem Fall gab es ein Happy-End, auch wenn die Fans fast eine Stunde länger im eiskalten Braunlager Wurmbergstadion ausharren mussten. Ein Überblick.
Das Rückspiel im Pokal: Es wird eine Herkulesaufgabe für die Falken. Sie müssen mit vier Toren Differenz am kommenden Sonntag, 17 Uhr, in Adendorf gewinnen – nicht unmöglich, aber auch nicht gerade realistisch. Nagy zumindest, das ließ er in der Pressekonferenz durchblicken, hat das Thema noch nicht abgeschrieben. Im zweiten Duell legten die Eisadler Dortmund ein 5:3 gegen die Crocodiles Hamburg vor.
Das Wochenende im Rückblick
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Die neue Tabelle: Angesichts der vielen Spielausfälle hat Ligenleiter Götz Neumann (Salzgitter) wie zu Corona-Zeiten für alle Seniorenligen im Norden auf die Wertungsmethode „Punkt pro Spiel“ umgestellt – vorerst. Das führt zum Kuriosum, dass die Falken mit 41 Zählern zwar bisher die meisten in der Liga geholt haben, aber jetzt hinter Adendorf und den Crocodiles nur noch auf Rang drei zu finden sind. Mannschaften, die mehr Spiele ausgetragen haben, werden also potenziell benachteiligt.
Und das im Fall der Falken gleich doppelt: Bleiben sie Dritter, hätten sie im Halbfinale nicht mehr Heimrecht. Allerdings sind in der Regionalliga bisher nur drei Spiele ausgefallen. „Die Vereine sind untereinander in Kontakt“, sagt Falken-Vorstandsmitglied Moritz Langer. „Der sportliche Geist sollte es sein, dass auch alle Spiele ausgetragen werden.“ Auch Neumann wäre froh, wenn es so kommen würde, der daran erinnerte, dass die neue Wertung durch die Durchführungsbestimmungen gedeckt sei.
Eishockey-Regionalliga
Harzer Falken siegen leicht und locker
Technische Probleme: Nachdem Ende Oktober die alte Maschine in der Partie gegen die Crocodiles einen Aussetzer hatte, machte am Sonntag auch der neue „Ice Wolf“ gegen Adendorf nach dem zweiten Drittel Sperenzchen. Die Schnecke, in der sich das abgeschliffene Eis sammelt, hatte sich so zugesetzt, dass das Gefährt längere Zeit nicht zu benutzen war. Die Ursachenforschung sei noch nicht abgeschlossen, sagt Dirk Becker, als Geschäftsführer der Braunlager Tourismus GmbH für das Wurmbergstadion zuständig. Die tiefen Temperaturen sieht er nicht als ausschlaggebend an, möglicherweise liege es an der noch fehlenden Feinabstimmung zwischen neuem Gefährt und den Fahrern: „Wir lernen noch dazu.“ Wichtig aber sei, so Becker, „dass wir es hingekriegt haben und das Spiel nicht abgebrochen werden musste“.
Modernes Fahrzeug
110.000 Euro: Die neue Eismaschine ist endlich da
Der Mann des Wochenendes: Der heißt Ringo und lenkte den Bus mit dem Team des CE Timmendorfer Strand in den Sesseln am Freitag erst von Nord nach Süd durchs tief verschneite Norddeutschland, um es anschließend heile wieder nach Hause zu bringen. Am Samstagmorgen um 6 Uhr waren die Beach Devils zurück – mit drei Punkten und ein paar Präsenten für Ringo im Gepäck, die ihm Falken-Fans spontan in der Pause nach dem zweiten Drittel überreicht hatten. Eine schöne Geste, die in Timmendorf richtig gut ankam. Ringo dürfte diese Dienstfahrt so oder so nicht allzu schnell vergessen.
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Harzer Falken verlieren gegen Adendorf