Trotz Blitzabgang: Harzer Falken wollen nach Gala mehr
Immer einen Schritt schneller: Der starke Diarmad DiMurro behauptet den Puck vor dem Adendorfer Dominik Chara. Foto: Rühling
Es geht Schlag auf Schlag. Nach dem sensationellen 10:0 gegen Adendorf haben die Harzer Falken nun den ECW Sande zu Gast - allerdings ohne einen Hoffnungsträger.
Gibt es die nächste Gala? Nach dem 10:0 (4:0, 3:0, 3:0) am Sonntag gegen den Adendorfer EC haben die Harzer Falken noch lange nicht genug. Im nächsten Heimspiel am Dienstag, 20 Uhr, gegen den ECW Sande kann sich der Eishockey-Regionalligist mit einem Sieg auf Rang zwei schieben.
Gegen Tabellenführer Adendorf lieferten die Falken schon einmal eine krachende Antwort auf die 0:4-Niederlage kurz vor Weihnachten in der Heide und meldeten endgültig ihre Ambitionen auf die Titelverteidigung an. So hatten die 2200 Zuschauer, Saisonrekord in der Regionalliga, ihren Spaß, zumindest, wenn sie es mit den Gastgebern hielten. „Der Matchplan ist voll aufgegangen“, sagte ein zufriedener Trainer Regan Nagy, der personell neu planen muss.
Bartek Bison verlässt den Harz
Gemunkelt wurde es schon länger, jetzt ist es fix. Bartek Bison wird die Falken mit sofortiger Wirkung verlassen und sich einem Klub in seiner niederländischen Heimat anschließen, wie die Falken am Montagabend mitteilten. Der 27-Jährige, der mit großen Vorschusslorbeeren im Sommer nach Braunlage gekommen war, sei nach der Partie gegen Adendorf mit der Bitte auf eine Vertragsauflösung auf die Verantwortlichen zugekommen, heißt es weiter. Dieser sei entsprochen worden. Die Falken wollen möglichst schnell einen Nachfolger präsentieren. „Weil wir wegen der Verletzung von Daniel Spratek ohnehin gesucht haben, sind wir vorbereitet“, sagt Pressesprecher Niklas Hunger. Bison, der immer wieder mit gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen hatte, verabschiedet sich mit einer Bilanz von elf Punkten (fünf Tore) aus 14 Spielen. Sein letzter Treffer war das 5:0 gegen Adendorf.
So lief die Partie gegen Adendorf
Mit der vollen Kapelle, von der Stammcrew fehlte lediglich der verletzte Daniel Spratek, gingen die Falken ins Spiel. Und wie! Nach dem wohl besten Drittel der bisherigen Saison brachten die Harzer in den diesmal in Grün gehaltenen Weihnachtstrikot im ersten Abschnitt ein 4:0 auf die Anzeigetafel. So weit lagen beide Teams in diesem sehr schnellen und körperbetonten Spiel allerdings nicht auseinander. Der Unterschied bestand darin, dass die Falken ihre Chancen, teils mit starken Einzelleistungen wie beim Unterzahltreffer von Davide Vinci, nutzten und die Adendorfer nicht.
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Die Gäste schienen sich vom Turbostart der Falken nicht beeindrucken zu lassen. Waren sie allerdings einmal durch, wie in der 15. Minute der ehemalige Falke Christoph Koziol, parierte der Goalie der Harzer, Taylor Dupuis, humorlos. Dessen Gegenüber und ebenfalls ehemaliger Teamkollege Philip Grittner ging zu Beginn des zweiten Drittels vom Eis. Fortan hütete Ayko Grewe das Tor der Heidschnucken.
An der Verteilung der Treffer änderte dies wenig. Einmal weniger als Grittner musste Grewe in Abschnitt zwei den Puck aus dem Netz holen. Zwar kamen die Gäste druckvoll aus der Kabine und hielten die Falken zunächst in deren eigenem Drittel, zwingende Torchancen erspielten sie sich aber nicht. „Das war eine super Teamleistung“, lobte Nagy, der aber dennoch den überragenden Dupuis, der 28 Schüsse parierte und somit seinen ersten shut-out der Saison feierte, und Stürmer Martin Benes hervorhob.
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Der Aufreger nach dem Spiel
Ob‘s an der hohen Niederlage lag? Zumindest kam kein Verantwortlicher der Heidschnucken zur Pressekonferenz, auch Trainer Robert Hoffmann nicht. Eine große Welle wollen die Falken-Verantwortlichen aus der Sache nicht machen, das Bedauern aber war groß. Immerhin standen ein gut gelaunter Nagy und Dupuis im VIP-Raum des Wurmbergstadions Rede und Antwort.
Die Welle für den Schiedsrichter
Einen besseren Ausstand dürfte sich Jörg Edler nicht erträumt haben. Der erfahrene Unparteiische pfiff am Sonntag vor einer Top-Kulisse sein letztes Regionalliga-Spiel und wurde anschließend von Spielern und Anhang der Falken abgefeiert – Eishockey ist eben eine familiäre Angelegenheit. Edler brachte sein Abschiedsspiel über die Bühne, wie es Schiedsrichter gern haben. Mit jeweils zehn Minuten waren die Strafzeiten am Ende brav verteilt.
Falken auch im Pokal weiter
Die Falken haben als punktbester Zweiter nun auch offiziell das Halbfinale des OsWeNo-Pokals erreicht, weil sie in der Gruppe A weder von Lauterbach noch Diez-Limburg eingeholt werden können. „Die Paarungen des Halbfinals werden wir am Silvestermorgen bekannt geben“, sagt Ligenleiter Götz Neumann. Die Falken treffen entweder auf Adendorf oder die Crocodiles Hamburg, da es kein Wiedersehen mit Vorrundengegner Dortmund geben soll – zumindest nicht im Halbfinale.
Die personelle Lage am Wurmberg
Weiter offen ist, wie schwer sich Daniel Spratek an der Hand verletzt hat. Es gibt zwar leise Hoffnung, dass sich der Tscheche in Salzgitter keinen Bruch zugezogen hat, die endgültige Diagnose steht aber noch aus. Während der Angreifer weiter fehlen dürfte, soll Fabian Kuba am Dienstag zu seinem Pflichtspieldebüt im Harzer Dress kommen. Für den 17-Jährigen aus Kaufbeuren lag für das Spiel gegen Adendorf noch keine Freigabe vor.
So hat sich Martin Benes geschlagen
Der Falken-Zugang tat gleich was für die Statistik. Nach fünf Treffern im Weihnachtsspiel gegen den Nachwuchs aus Kassel steuerte er gegen Adendorf vier Vorlagen bei. Nagy schickte den Mann mit der Nummer 15 zusammen mit Ville Sivonen und Filip Mrava aufs Eis – eine Reihe, die auf Anhieb bestens funktionier, wie die zusammen erzielten 13 Punkte aufzeigen.
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Mit den Jadehaien haben die Falken ebenfalls noch etwas geradezubiegen, gaben sie Mitte Dezember dort doch eine 5:2-Führung aus der Hand und mussten sich am Ende mit einem Punkt begnügen. Ob es eine Revanche gibt, wird sich auf dem Eis zeigen, sicher aber ist, dass es im Wurmbergstadion wieder richtig voll wird. Am Montag waren die Sitzplätze auf den Geraden bereits so gut wie ausverkauft – und der eine oder andere dürfte nach der Sternstunde gegen Adendorf Lust auf Eishockey bekommen haben. Stehplätze gibt es noch in ausreichender Zahl.
Nagy sieht nach dem 10:0 im Übrigen noch Luft nach oben, „es können immer noch ein paar Kleinigkeiten besser gemacht werden“. Ohnehin beginne die Partie gegen Sande bei null.
Das Spiel in der Statistik
Tore: 1:0 (3:45) Sivonen, 2:0 (4:16) Arnold, 3:0 (10:57) Vinci (4:5), 4:0 (17:58) Antonakis, 5:0 (32:30) Bison, 6:0 (35:14) Schirmacher, 7:0 (38:26) Sivonen (5:4), 8:0 (47:46) Sivonen (5:4), 9:0 (54:17) Mrava, 10:0 (57:32) Vinci
Strafminuten: 10 für Braunlage; 10 für Adendorf
Harzer Falken: Dupuis – Chaloupka, Franz, Schnell, Ehmann, Antonakis, DiMurro – Mrava, Benes, Sivonen, Wiecki, Vinci, Arnold, Weikamp, Schirmacher, Bison – Lohde, Droick
Harzer Falken deklassieren den Spitzenreiter
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