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Konrad Görg fliegt wieder weit

GZ Plus IconMit dem Gleitschirm von Goslar bis fast nach Polen

Blick aus der Vogelperspektive beim Gleitschirmfliegen auf eine Landschaft mit Feldern, Wäldern, Seen und Ortschaften unter blauem Himmel mit Wolken.

Den Drachen- und Gleitschirmfliegern bieten sich auch im vergangenen Jahr wieder besondere Blicke über Goslar und das Harzvorland. Foto: Privat

Ein Goslarer sorgt beim Harzcup der Gleitschirmflieger für Furore. Konrad Görg schafft es vom Rammelsberg bis fast nach Polen - nicht sein einziger spektakulärer Flug.

Von Björn Gabel Montag, 05.01.2026, 10:00 Uhr

Gesamtsieg im Harzcup und zwei spektakuläre Flüge von Konrad Görg: Hinter dem Harzer Drachen- und Gleitschirm-Verein Goslar (HDGV) liegt eine erfolgreiche Saison.

Seit zwei Jahrzehnten gibt es den Harzcup als überregionalen Gleitschirmwettbewerb, der im vergangenen Jahr besser besetzt war als zuletzt. Der Pokal blieb nach längerer Zeit wieder im Harz, da der HDGV die Vereinswertung vor den Klubs aus Börry und der Südheide für sich entschied.

Sieg in der Sportwertung

Einen großen Beitrag zu diesem Erfolg leistete der schon über viele Jahre erfolgreiche Goslarer Konrad Görg. Er gewann mit seinen drei besten Flügen die Sportwertung vor Holger Braun aus Harsberg und Peter Siebert vom PC Werratal-Eschwege.

Görg erwischte im Mai zwei ungewöhnliche Flüge. So startete er vom Rammelsberg aus und flog rund 300 Kilometer gen Osten, was ihn bis an die polnische Grenze führte. Gegen 20.30 Uhr landete der 46-Jährige im Örtchen Klitten bei Hoyerswerda. Im ersten Moment habe er gedacht, dass er es bis nach Polen geschafft habe, weil er plötzlich zweisprachige Ortsschilder gesehen habe, erzählt Görg. Dabei habe es sich neben Deutsch aber um Sorbisch gehandelt, das in der Lausitz gesprochen wird.

Gruppe von neun Personen in einem Raum, die jeweils eine Urkunde in den Händen halten, einige stehen, andere knien.

Die Sieger des Harzcups stellen sich zum Gruppenbild. In der vorderen Reihe links der Goslarer Konrad Görg, der die Sportwertung gewinnt. Foto: Privat

Von Klitten ging zum Glück noch ein Zug, sodass er in Hoyerswerda übernachten konnte. Mit dabei sein Gleitschirm in einem Rucksack. „Der ist zwar voluminös, aber nicht so schwer, nur 15, 16 Kilo“, erzählt Görg. Der Flug geriet nicht nur wegen der Länge zur Herausforderung, kam der Goslarer doch dem Luftkontrollraum Dresden, der für Gleitschirmflieger tabu ist, gefährlich nah. „Ich war da bis auf 100 Meter dran. Das war schon tricky.“

Rekordflug in Brasilien

Ein Rekordflug war es für Görg, der 1998 die Leidenschaft für diesen Sport entdeckte, nicht. Er gehört zu den einzigen beiden Deutschen, die schon einmal mehr als 500 Kilometer am Stück zurückgelegt hat, in seinem Fall im Jahr 2016 in Brasilien. Dort ließ er im vergangenen Jahr noch zwei Flüge über 475 Kilometer folgen.

In dem südamerikanischen Land herrsche einfach eine bessere Thermik, erklärt Görg: „Da können wir schon morgens losfliegen, hier erst gegen Mittag.“ Allerdings werde es in Brasilien deutlicher früher dunkel als während der Flugsaison in Deutschland.

Mehr als 3000 Meter in der Höhe

Noch mehr Punkte sammelte er ebenfalls im Mai für einen Dreiecksflug mit den Eckpunkten Rammelsberg, Blankenburg und Braunschweig. Bei diesem Flug waren nicht nur die zurückgelegten 155 Kilometer außergewöhnlich, auch die Flughöhe ließ aufhorchen. Genau 3022 Meter gab die Flugaufzeichnung als maximale Höhe an. Diese ging zwar nicht in die Wertung ein, ist meteorologisch jedoch im Flachland selten erreichbar.

Den Standardwettbewerb, in der mit Gleitschirmen mit höherem Sicherheitspotenzial geflogen wird, gewann 2025 Julius Wellhausen. Beste Frau des Harzcups wurde Orsolya Pogany aus der Südheide, Platz vier und fünf gingen an die Harzer Pilotinnen Sabine Kleemann und Beverly Jäger.

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