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Fußball-Nordharzliga

GZ Plus IconDerbe Pleite für Groß Döhren im Topspiel

Fußballspieler in roten und blauen Trikots springen und kämpfen um den Ball in der Luft auf einem Spielfeld mit unscharfem Waldhintergrund

Der Groß Döhrener Domenik Weidner hat die Hand von Alexander-Pascal Klusmann im Gesicht. Der Torjäger von Blau-Gelb Asse schraubt sein Konto mit einem Viererpack auf 19 Saisontreffer. Foto: Gietemann

Der Tabellenführer der Fußball-Nordharzliga erwischt einen gebrauchten Tag und unterliegt Blau-Gelb Asse mit 0:7. Im Keller sieht der SV Hahndorf wieder Licht.

Von Malte Thielemann, Björn Gabel und Andreas Konrad Sonntag, 22.03.2026, 20:36 Uhr

Der FC Groß Döhren hat im Gipfeltreffen der Fußball-Nordharzliga einen komplett gebrauchten Tag erwischt. Am Sonntag unterlag der Spitzenreiter gegen den Verfolger FC Blau-Gelb Asse überaus deutlich mit 0:7 (0:5) und kassierte dadurch überhaupt erst seine zweite Saisonniederlage.

Selbst die Gäste wussten vor rund 130 Zuschauern wahrscheinlich nicht so genau, wie ihnen in der Anfangsviertelstunde geschieht. Mit einer perfekten Effizienz führten die Blau-Gelben nach drei zielstrebigen Angriffen zu diesem frühen Zeitpunkt bereits mit 3:0. Nico Ludew mit einer sehenswerten Direktabnahme, Goalgetter Alexander-Pascal Klusmann mit einem klassischen Abstauber und per Kopfball netzten gegen die verdutzten und kalt erwischten Groß Döhrener ein.

„Es gibt so Tage, da bleibt man lieber im Bett“, bemerkte Trainer Lars Gläser. „Drei Tore mit drei Schüssen. Dann versuchen wir uns zu straffen und haben selber gute Chancen. Stattdessen fallen das vierte und fünfte Gegentor.“ Wohl war. Robert Munka scheiterte mit seinem Kopfball am glänzend reagierenden Gästekeeper Jonas Wilke (20.), und fast im Gegenzug schloss Ludew einen feinen Konter mit seinem zweiten Treffer ab.

Und allerspätestens nach dem 0:5 war die Partie natürlich entschieden. Doch es sollte für die Platzherren an diesem völlig verkorksten Nachmittag noch schlimmer kommen. Innenverteidiger Damien Varnava kassierte von Schiedsrichter Hubertus Wesemann (Salzgitter) die Rote Karte wegen einer Notbremse (38.). Eine harte, aber vertretbare Entscheidung des Unparteiischen. Den folgenden Freistoß hämmerte Finn Lucas Klusmann an den Pfosten. Dafür verpasste Daniel Ledowski auf der Gegenseite mit seinem Hochkaräter ein bisschen Ergebniskosmetik (45.). „Wahnsinn, dass wir heute kein Tor geschossen haben“, meinte Gläser.

Nach dem Seitenwechsel plätscherte die Partie vor sich hin. Beide Trainer wechselten ihre Mannschaft aufgrund des überaus klaren Spielstandes munter durch. Weitere Treffer schienen nicht mehr zu fallen. Doch in der Schlussphase war der starke Alexander-Pascal Klusmann noch zweimal zur Stelle (85./88.) und stockte sein persönliches Torkonto auf 19 Treffer auf.

Tore: 0:1 (2.) N. Ludew, 0:2 (9.) A. Klusmann, 0:3 (13.) A. Klusmann, 0:4 (21.) N. Ludew, 0:5 (36.) Bajenski, 0:6 (85.) A. Klusmann, 0:7 (88.) A. Klusmann

FC Groß Döhren: Seidel (58. Bothe) – Dette, Munka. D. Varnava, L. Varnava, Weidner (63. Schmidt), Haupt (74. Gläser), Wolf, Müller (63. Brüning), Ledowski, Roderburg (63. Wac)

SV Hahndorf siegt mit einem 60-Jährigen

Der SV Hahndorf schürt immer mehr die Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Nordharzliga. Durch das 1:0 beim SV Schladen holte er den Punkte fünf bis sieben nach der Winterpause und wird jetzt nur noch durch das schlechtere Torverhältnis vom ersten Nichtabstiegsplatz getrennt. Schladen verlor hingegen auch das vierte Spiel nach der Winterpause.

Einen Einstand nach Maß feierte Riadh Mekadmi als neuer Trainer des TSV Münchehof, der durch einen Treffer in der Nachspielzeit den TSV Gielde mit 3:2 schlag. Friedlich, schiedlich mit 1:1 trennten sich der FC Othfresen und der SC 18 Harlingerode.

Fußballtorwart in orange-schwarzer Kleidung steht im Tor während ein Spieler in roter Kleidung seine Schuhe bindet

Beim Spiel zwischen dem FC Othfresen und dem SC 18 Harlingerode ist so wenig los, dass SC-Torhüter Felix Bergerhoff sich in Ruhe von Jonas Fennekohl den Schuh binden lassen kann. Foto: Gietemann

SV Schladen – SV Hahndorf 0:1 (0:1). Tor: 0:1 (8.) Jannis Gatzke

SVS-Trainer Marco Elsenbruch hatte für den Auftritt nur zwei Worte übrig: „Kein Kommentar.“ Eine drittes schob er noch hinterher: „Peinlich.“ Zwar fehlten mit Michael Ambrosius und Jason Becker die beiden besten Torschützen, Hahndorf aber hatte noch viel größere personelle Probleme. So kam der 60-jährige Norbert Schecke zu seinem Comeback, dem Trainer Stephan Wellegehausen ein „super Spiel“ über 90 Minuten attestierte.

Sein Team nutzte seine erste Gelegenheit zur Führung „danach haben wir alles wegverteidigt, das war auch das erste Ziel“. Bei einigen Kontern hätte Hahndorf sogar noch erhöhen können. Das Spiel selbst legte Wellegehausen unter der Rubrik „Not gegen Elend“ ab, die drei Punkte aber nahm er sehr gerne mit.

FC Othfresen – SC 18 Harlingerode 1:1 (0:0). Tore: 1:0 (88.) Melzian, 1:1 (92.) Diaby

„Das schönste am Spiel war das Wetter“, sagte FCO-Trainer Thomas Ströhl. „Es war eine chancenarme Partie, in der kein Team es verdient hatte zu gewinnen, also geht das Unentschieden absolut in Ordnung.“

Sein Gegenüber Boris Bodenstein stimmte zu: „Die Aussage kannst du für mich auch so übernehmen.“

TSV Münchehof – TSV Gielde 3:2 (1:1). Tore: 1:0 (36.) A. Bergmann, 1:1 (39.) Brunokowski, 2:1 (62.) A. Bergmann, 2:2 (73.) P. Schneider, 3:2 (90.+5) A. Bergmann

Durch drei Trefer von Torjäger Alexander Bergmann hat der TSV Münchehof einen „verdienten Sieg“ gelandet, wie Trainer Riadh Mekadmi befand. „Meine Mannschaft hat heute ein anderes Gesicht gezeigt, war hellwach von Beginn an und körperlich dabei“, so der Coach weiter, „es war wichtig, dass wir die Punkte heute hier behalten haben.“ Den sehenswerten Schlusspunkt in der Nachspielzeit setzte Bergmann dabei mit einem Freistoß aus 35 Metern genau in den Winkel.

„Da habe ich schon gar nicht mehr hingesehen, weil ich wusste, was passiert“, sagte Gieldes Trainer Luca Brandes, der kritisierte, dass die Spieler nicht umgesetzt haben, was das Trainerteam ihnen mitgab. „Wir hatten genau davor gewarnt, wie die Gegentore gefallen sind.“ Dennoch wertet Brandes das Ergebnis insgesamt als nicht gerecht: „Ein Unentschieden hätte ich unterschrieben, aber Alexander Bergman trifft offenbar sehr gern gegen Gielde.“

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