Zufrieden ja, aber satt noch lange nicht
Die Übernachtungszahlen in Bad Harzburg steigen. Darauf ausruhen will man sich aber nicht. Als Tourismusstandort sei die Kur stadt breit aufgestellt, man wolle aber noch breiter werden, sagen die Verantwortlichen. Archivfoto: GZ
Bad Harzburg. Es kommen immer mehr Touristen nach Bad Harzburg. Ein Großteil davon bleiben zwar nach wie vor die Gäste, die morgens an- und abends abreisen. Aber die nun veröffentlichten Zahlen zeigen auch, dass die Übernachtungen immer weiter steigen.
Bad Harzburg. Es kommen immer mehr Touristen nach Bad Harzburg. Ein Großteil davon bleiben zwar nach wie vor die Gäste, die morgens an- und abends abreisen. Aber die nun veröffentlichten Zahlen zeigen auch, dass die Übernachtungen immer weiter steigen.
545.081 Übernachtungen kann Bernd Vollrodt, Geschäftsführer der Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe (KTW), zusammen mit Olaf Bewersdorf (Leiter Stadtmarketing) und Stefan Jurisch (Stadtmarketing) für 2018 vermelden. Gäste seien im vergangenen Jahr 135.304 gemeldet worden.
Das spiegele eine stetige Entwicklung wieder, sagt Vollrodt. Denn die Kurve seit 2010, damals wurden 451.355 Übernachtungen und 88.334 Gäste gezählt, steige stetig nach oben, der einzige Ausrutscher sei 2012 gewesen – aber auch nur, weil die Zahlen damals noch höher waren.
Der Trend scheint auch weiterzugehen. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres seien bereits 55.237 Gäste und 215.597 Übernachtungen gemeldet worden, so Vollrodt. Zum Vergleich: 2018 waren 48.533 beziehungsweise 192.621.
Die Übernachtungen werden laut dem KTW-Chef anhand des Kurbeitrags berechnet, die Zahlen laufen also mehr oder weniger parallel zueinander. Doch nicht jeder in dieser Statistik ist ein Gast, der in Hotels oder Pensionen unterkommt. Zwar in geringer Zahl, aber dennoch mit ihren Anteile hätten Camper und Zweitwohnungsbesitzer. Und auch Besucher, die etwa Fachtagungen besuchen und daher aber keinen Gästebeitrag zahlen müssen, werden mit einberechnet.
Wer in den rund 550.000 Übernachtungen aber nicht auftaucht, sind die Tagesgäste. Laut Vollrodt können diese nicht vollständig erfasst werden. Aber auch hier seien die Zahlen gestiegen, geschätzt werde eine Summe zwischen 600.000 und 900.000 Menschen, die als Tagestouristen die Kurstadt besuchen. Kann man denn zufrieden sein mit solchen Zahlen? Im Prinzip schon, sagt Vollrodt, schließlich gehen die Zahlen kontinuierlich nach oben. Er wirft aber auch ein: Zufrieden sei man als Touristiker eigentlich nie, denn wenn Ruhe einkehre, sei der Stillstand nicht weit entfernt – und der könne fatal sein für einen Tourismusstandort.
Auf den Lorbeeren – Vollrodt nennt etwa den Baumwipfelpfad als einschneidendes Tourismuserlebnis, aber auch die wachsenden Klinikangebote – dürfe man sich also nicht ausruhen. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Niveau wie das jetzige auch erst mal gehalten werden müsse. Immerhin sei es eine Sache, Angebote wie etwa Themenwanderungen zu erschaffen. Eine ganze andere Sache sei es aber, die dann auch unterhalten zu können. „Je mehr man schafft, desto mehr muss man instand halten“, sagt Vollrodt. Die acht Quellen etwa werden auch schon lange (touristisch) genutzt, nur steigen die Personal- und Unterhaltungskosten immer weiter. Und viel passiere „nebenbei“, viele Investitionsstaus seien zurückgebaut worden. Seilbahn-Gebäude seien erneuert worden, Bäder, Eisbahn und Wohnmobilstellplätze ausgebaut, der Kurpark umgebaut – alles „Zug um Zug“, mit eigenen Leuten, im laufenden Betrieb.
Es geht also weiter in Bad Harzburg. Die Gäste- und Übernachtungszahlen können laut Vollrodt mit neuen Beherbergungsangeboten wie dem Ettershaus und bald dem Harzburger Hof und dem Ferienpark weiter steigen. Man sei breit aufgestellt, und will breiter werden – „satt sein“ bringt nichts, wie es Olaf Bewersdorf nennt.