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Magdeburg/Harz. Noch vor der Sommerpause könnte eine Vorentscheidung über das geplante Schierker Skigebiet fallen. Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) rechnet bis dahin mit einem Signal, ob ein alternativer Trassenverlauf für eine Seilbahn am Winterberg mit dem Umweltrecht vereinbar ist.

Von Oliver Stade 06.04.2017, 17:18 Uhr

Nachdem der Frost aus dem Boden ist, sollen Experten des Landesamtes für Umweltschutz in Halle den Kleinen Winterberg bei Schierke begehen und Investor Gerhard Bürger aus Hildesheim einen Hinweis geben. Alles dreht sich darum, ob eine alternative Planung erfolgsversprechend sein kann. Dalbert betont, dass es sich allerdings nicht um eine „rechtskonforme Prüfung“ handele.

Nach Auskunft aus dem Rathaus in Wernigerode belaufen sich die Zusatzkosten für die Vorbereitung eines alternativen Trassenverlaufs auf 750.000 Euro. Außerdem würden weitere vier bis sechs Monate Planungszeit benötigt.

Ein neuer Trassenverlauf würde um 40 Meter von der bisherigen Strecke abweichen. Der vorgelegte Seilbahnverlauf ist nach Ansicht von Dalbert, aber auch von Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) nicht mit EU-Umweltrecht vereinbar. Die Trasse verläuft durch einen Moorwald, der in einem FFH-Gebiet liegt, das Tiere, Pflanzenwelt und Lebensräume schützt.

Die Fläche war Anfang der 1990er Jahre extra aus dem geschützten Nationalpark durch Flächentausch herausgelöst worden, um sie bebauen zu können. Doch die Fachleute vergaßen, das Winterberg-Gebiet auch aus dem FFH-Status zu entlassen. Der Fehler liege in Magdeburg, heißt es aus einem der beteiligten Ministerien.

Das Landesamt für Umweltschutz ist eine nachgeordnete Behörde des Umweltministeriums. Weil Dalbert sich skeptisch zu dem geplanten Skigebiet geäußert hat, schrillen in Wernigerode die Alarmglocken. Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) hat sich kürzlich mit einer ungewöhnlichen Erklärung an die Öffentlichkeit und wohl auch an Dalbert gewandt. Er forderte eine „faire und ideologiefreie Prüfung“.

Die Stadt reagiert verschnupft auf die Kritik der Grünen an weiteren Skigebieten in Zeiten des Klimawandels. Gaffert und sein Projektleiter Andreas Meling betonen, es werde ja kein reines Skigebiet entwickelt, sondern „ein Ganzjahreskonzept“, das eine Wasser- und Spieleerlebniswelt einschließe.

Das Umweltministerium verweist indes darauf, dass das Raumordnungsverfahren für die Seilbahn beim Ministerium für Verkehr und Landesentwicklung liege. Gaffert bezeichnet aber das Umweltministerium mit dem Landesamt als „wichtigste Fachbehörde im Verfahren“.

Der Umweltministerin wirft er eine „Verweigerungshaltung“ vor. Dalbert habe nach einem Termin im Sommer 2016 weitere Gespräche abgelehnt.

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