Finanzinvestor EQT will Dax-Konzern Qiagen übernehmen
Der Finanzinvestor EGT hat ein Angebot für den Diagnostikkonzern Qiagen vorgelegt (Archivbild) Foto: Fabian Strauch/dpa
Der Pharmadienstleister Qiagen wird von einem schwedischen Finanzinvestor umworben. Der legt ein milliardenschweres Angebot für den Diagnostikkonzern vor.
Venlo. Der schwedische Finanzinvestor EQT macht Ernst und will den Labordienstleister und Diagnostikkonzern Qiagen übernehmen. EQT will über ein Vehikel, an dem auch der Staatsfonds von Abu Dhabi und der kanadische Pensionsfonds CPP Investments beteiligt sein sollen, je Aktie 46,50 Euro in bar zahlen, wie die Unternehmen mitteilten. Der Dax-Konzern Qiagen, der seinen Deutschlandsitz in Hilden bei Düsseldorf hat, wird in dem Gebot mit einem Unternehmenswert von rund 10,8 Milliarden Euro inklusive Schulden bewertet.
EQT und Qiagen vereinbarten einen Zusammenschluss, wie beide Seiten erklärten. Aufsichtsrat und Vorstand von Qiagen unterstützen demnach die Transaktion und empfehlen einstimmig, das Übernahmeangebot anzunehmen. In der Folge würde Qiagen von der Börse genommen.
Der Konzern könne unter einer Beteiligungsgesellschaft besser positioniert werden als an der Börse, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. „Als privates Unternehmen können wir schneller handeln und haben mehr Spielraum, unsere Ressourcen dort einzusetzen, wo sie unsere langfristige Strategie am besten ergänzen“, sagte der neue Qiagen-Chef Jonathan Pratt.
Schon länger Gerüchte über Übernahme
Qiagen beschäftigt weltweit rund 5.400 Menschen an 35 Standorten und bedient mehr als 500.000 Kunden, unter anderem in der akademischen Forschung, der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung, industriellen Anwendungen wie Forensik sowie in der klinischen Gesundheitsversorgung.
Spekuliert worden war über einen Verkauf des 1984 gegründeten Dienstleisters für die Pharmaindustrie schon lange. Zuletzt hatten sich die Anzeichen für einen Deal verdichtet. Qiagen mit Hauptsitz im niederländischen Venlo hatte bereits im Frühjahr bestätigt, mit Hilfe von Banken strategische Optionen auszuloten.
Die Spekulationen um einen Verkauf beflügelten seit einiger Zeit auch den Aktienkurs von Qiagen, der am Donnerstagmorgen um mehr als fünf Prozent auf gut 45 Euro stieg. Binnen sechs Monaten hat die Aktie rund ein Drittel zugelegt.
Damit die Übernahme gelingt, muss sich EQT mit seinem Angebot mehr als 50 Prozent der Anteile sichern. Ein Abschluss der Transaktion wird Mitte 2027 erwartet. Michael Bauer, Co-Leiter des weltweiten Healthcare-Geschäfts bei EQT, sprach von einer „wegweisenden Transaktion“ für den schwedischen Finanzinvestor, der zuletzt ein Vermögen von 354 Milliarden Euro verwaltete. „Qiagen steht im Zentrum der modernen Life-Sciences- und Diagnostikbranche, und wir freuen uns darauf, mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten.“