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Eigentümer betreibt Hotel Viktoria nun selbst - Restaurant bleibt noch zu

Ausreichend Abstand ist in diesen Tagen alles: Geschäftsführer Christian Lindner (links) mit Hoteldirektor Immo Modersohn an der Rezeption des Viktorias.  Foto: Eggers

Ausreichend Abstand ist in diesen Tagen alles: Geschäftsführer Christian Lindner (links) mit Hoteldirektor Immo Modersohn an der Rezeption des Viktorias. Foto: Eggers

Braunlage. Das Design-Hotel Viktoria hat einen neuen Betreiber. Nach der Wiedereröffnung wegen der Schließung in der Corona-Krise hat die Strand-Berg-Gesellschaft den Betrieb von Ulrich Schwedhelm übernommen. Neuer Hoteldirektor ist Immo Modersohn, teilt der Geschäftsführer der Strand-Berg-Gesellschaft, Christian Lindner, auf Anfrage mit.

Montag, 15.06.2020, 16:54 Uhr

Der Wechsel hat in der Stadt für Diskussionen gesorgt. Investor Rainer De Groot aus Wedemark, der in Braunlage in den vergangenen Jahren Millionen in die Immobilien gesteckt und zuletzt für seine mutige Umsetzung der Turmhäuser viel Zuspruch erfahren hat, betreibt über seine Strand-Berg-Gesellschaft das Viktoria nun selbst.

Zunächst hatte De Groot das Haupthaus erworben, umgebaut und im Oktober 2015 an seinen Freund Ulrich Schwedhelm verpachtet. Später kaufte der Investor auch das Bachhaus des ehemaligen Romantik-Hotels Zur Tanne. Auch das hat Schwedhelm danach betrieben, der dadurch einen Wellness-Bereich mit Sauna bekam. Dies hatte zuvor im Haupthaus gefehlt.

Dennoch lief das Hotel offenkundig nicht wie geplant. Dann sei auch noch die Corona-Krise hinzugekommen und Schwedhelm habe darum gebeten, den Pachtvertrag zu beenden, berichtet Lindner. Rainer De Groot und Ulrich Schwedhelm seien nach wie vor Freunde, betont Christian Lindner, der sich über die Gerüchteküche in der Stadt Braunlage ärgert.

„Das Modell von Ulrich Schwedhelm für den Betrieb des Viktorias hat halt nicht funktioniert, er hat um Hilfe gebeten, und die hat er bekommen“, sagt der Geschäftsführer. Schwedhelm betreibe aber weiterhin die Wurmberg-Alm auf dem höchsten Berg des Landes.

Ulrich Schwedhelm selbst war am Montag trotz mehrmaliger Versuche nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Lindner betont aber, dass sowohl De Groot wie auch Schwedhelm in dieser Sache die Rückspiegel abgebaut hätten und nach vorne blicken. Das Hotel Viktoria hat im Haupthaus an der Herzog-Wilhelm-Straße laut Direktor Modersohn 15 Zimmer, weitere 14 Zimmer zählt das Bachhaus im Nebengebäude auf der anderen Seite der Marktstraße.

In diesem Bereich sei auch der Wellness-Bereich unter anderem mit Sauna untergebracht. Insgesamt arbeiten im Viktoria sieben Beschäftigte. „Wir haben sie alle von dem vorherigen Betreiber Ulrich Schwedhelm übernommen“, sagt Geschäftsführer Lindner.

Bekannt war das Hotel Viktoria auch für sein Gourmet-Restaurant. Der mehrfach preisgekrönte Koch Rüdiger Fleischhacker, der zuvor in der Tanne Speisen zubereitet hatte, war unter anderem dafür verantwortlich. Doch Fleischhacker war schon zum 1. Februar zum Strandhaus 37 nach Göttingen gewechselt.

De Groot wird das Restaurant im Hotel Viktoria denn auch erst einmal nicht öffnen, wie Geschäftsführer Christian Lindner betont. „Das heißt aber nicht, dass es bei uns kein Essen gibt“, unterstreicht er. In der Bar würden sogenannte Bier begleitende Speisen angeboten, kündigt Lindner an. Und mittelfristig sei auch geplant, das Restaurant wieder zu öffnen, dann aber auf einem angemessenen Niveau.

Immo Modersohn ist erst seit Ende vergangenen Jahres bei der Strand-Berg-Gesellschaft. Der 26-Jährige habe zunächst in Hannover in renommierten Betrieben eine Ausbildung absolviert und dann gearbeitet, danach in Düsseldorf studiert, „mit einem Auslandssemester in New York“, wie er betont. Danach sei er noch ein halbes Jahr lang durch Südamerika gereist.

Eigentlich sollte Modersohn erst einmal ein wenig Berufserfahrung sammeln und dann den Betrieb des ehemaligen Kreishauses übernehmen, das ebenfalls von De Groot gekauft worden ist und das künftig touristisch genutzt werden soll. In welcher Form, das steht noch nicht genau fest. „Aber in den nächsten Wochen wollen wir mit dem Bau beginnen“, kündigt Lindner an.

Außerdem betreibt De Groot über die Strand-Berg-Gesellschaft neben dem Viktoria, den Turmhäusern und dem ehemaligen Kreishaus in der Kolliestraße auch das Stadtchalet (das ehemalige Postamt), das Harzchalet und das Auberge (beide in der Herzog-Johann-Albrecht-Straße) und die sogenannten Hütten in der Marktstraße.

Weiter lässt der Investor aus Wedemark gerade das Haus Ecke Herzog-Johann-Albrecht-Straße/Am Jermerstein umbauen („Da haben wir bereits 60 Prozent geschafft“) und überlegt, wie er künftig den Bereich des ehemaligen Kurhotels Rögener neu gestaltet, teilt Geschäftsführer Lindner mit.

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