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Die Geburtsstunde der Harzschützen

Die Harzburg, wie sie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ausgesehen haben soll.  Foto: Archiv-Röttger

Die Harzburg, wie sie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ausgesehen haben soll. Foto: Archiv-Röttger

Bad Harzburg. Das Amt Harzburg im 1626: Es sollte das unheilvollste und schlimmste Jahr des ganzen Dreißigjährigen Krieges werden. Schon im Januar bekam Wallenstein Verstärkung aus Hessen. Die neuen Truppen sollten die befestigen Plätze Wiedelah, Schladen und Hornburg einnehmen. Wallenstein sah in diesen Orten Hindernisse, die die Verbindung zu Tilly stören könnten. Von der besetzten Vienenburg aus forderten die Kommandeure zunächst von Goslar umfangreiche Nahrungsmittellieferungen für Mensch und Pferde.

Freitag, 18.05.2018, 17:23 Uhr

Bad Harzburg. Das Amt Harzburg im 1626: Es sollte das unheilvollste und schlimmste Jahr des ganzen Dreißigjährigen Krieges werden. Schon im Januar bekam Wallenstein Verstärkung aus Hessen. Die neuen Truppen sollten die befestigen Plätze Wiedelah, Schladen und Hornburg einnehmen. Wallenstein sah in diesen Orten Hindernisse, die die Verbindung zu Tilly stören könnten. Von der besetzten Vienenburg aus forderten die Kommandeure zunächst von Goslar umfangreiche Nahrungsmittellieferungen für Mensch und Pferde.

Am 6. Januar („Uff der heiligen drey Könige“) tauchten dann plötzlich die Soldaten im Amt Harzburg auf. Sie drangen bis an den Fuß des Burgbergs vor. Geplant war wohl ein Handstreich, durch den die Harzburg eingenommen werden sollte.

Angesichts der Befestigungen und der Entschlossenheit der Verteidiger ließen die Soldaten aber von ihrem Vorhaben ab, wüteten dafür aber unter der Bevölkerung. Acht namentlich bekannte Menschen wurden erschossen und erschlagen, so das Neustädter Kirchenbuch. Von den anderen Dörfern des Amtes gibt es keine Meldungen, weil deren Aufzeichnungen während der weiteren Ereignissen des Krieges verloren gegangen sind. Es ist aber davon auszugehen, dass es auch hier zu allerlei Untaten kam.

Wiedelah, Schladen und Hornburg wurden aber bereits am nächsten Tag vom Hauptquartier Göddeckenrode aus erobert. Am 11. Januar traf Wallenstein mit Tilly in Schladen zusammen, um die weitere Strategie abzustimmen.

Wiedelah erhielt eine kaiserliche Besatzung und Schladen wurde Hauptquartier. Der Feind stand damit quasi vor der Haustür des Amtes. Die blutigen Ereignisse des Dreikönigstages waren noch in frischer Erinnerung und ständig mussten die Menschen auf weitere Überfälle gefasst sein. Jegliche Sicherheit für Leib und Leben und Eigentum hörte auf. Das führte wiederum dazu, dass der Kleinkrieg, der das Überleben sichern sollte, immer heftiger wurde. Als Mittelpunkt am Nordharz bildete sich die Harzburg heraus.

Ein Hilferuf der Bergbeamten in Clausthal an die Stadt Goslar macht diesen Kleinkrieg und seine Auswirkung besonders deutlich. Bauern und loses Gesindel „rottiere sich zu allerlei Mutwillen“ zusammen und sei dabei, sich in der Harzburg festzusetzen.

Man empfehle daher dringend, so der Berghauptmann weiter, Soldaten zu schicken und die Burg selbst einzunehmen.

Diesem Ansinnen kam aber Herzog Christian zuvor. Der dem Kriegshandwerk besonders zugeneigte „wilde Herzog“ oder „tolle Christian“, wie er auch genannt wurde, war gewillt, nach seinen Abenteuern in den Niederlanden und in der Pfalz, nach der Plünderung der Stifte Paderborn und Münster, sich auch im Nordharz in das Kriegsgeschehen einzumischen. Zum Herzog war er geworden, weil er dem schwachen Bruder die Regierungsgewalt abgenötigt hatte. Seine Ausschussmitglieder verstärkte er auf der Burg mit Soldaten und scheute sich auch nicht, die Bauern und Bandenmitglieder in seine Abwehrkräfte zu integrieren.

Die Leitung der Verteidigungsarmee ging an die „Fürstlichen Grenzwächter“. Diese Grenzer, mit der Feuerwaffe besonders geübt, standen in hohem Ansehen. Ihre Amtsbezeichnung „Harzschützen“ übertrug sich bald auf alle Harzer, die in diesem Krieg zu den Waffen griffen. Der Begriff wurde mit großem Heldentum, aber auch mit allerlei Untaten in Verbindung gebracht.

Herzog Christian möchte die Goslarer auf die protestantische Seite ziehen. Doch die Stadtväter vermelden, man wolle lieber neutral bleiben. Diese Neutralität wird aber recht unterschiedlich gehandhabt…

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