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Die Feuerwehr Bündheim-Schlewecke blickte auf 50 Jahre Drehleiter-Geschichte zurück.  Foto: Feuerwehr

Die Feuerwehr Bündheim-Schlewecke blickte auf 50 Jahre Drehleiter-Geschichte zurück. Foto: Feuerwehr

Bündheim. Geburtstag feierte die Feuerwehr Bündheim-Schlewecke: Die historische Drehleiter wurde 50 Jahre alt.

Von Ina Seltmann 19.09.2016, 13:38 Uhr

Als „Apfelpflücker“ wird sie intern liebevoll bezeichnet, die Drehleiter der Feuerwehr Bündheim-Schlewecke. Das 50-jährige Jubiläum des im Juni 1965 in Dienst gestellten feuerwehrtechnischen Fahrzeugs feierte die Wehr im Kreise zahlreicher Gäste, unter ihnen Bürgermeister Ralf Abrahms.

Die Drehleiter war insgesamt 26 Jahre im Einsatz. Gekostet hatte sie einst rund 80.000 DM, die Kosten trug die damalige Gemeinde Bündheim. Der auf dem Fahrgestell von Mercedes Benz ruhende Aufbau wurde von der Firma Metz (heute Rosenbauer) hergestellt. Der Leiterpark misst 18 Meter und ist hydraulisch.

Teilweise heute noch aktiv sind die Maschinisten, die für die Leiter zuständig waren: Kurt Maibaum, Frank Dornemann und Uli Wiemann. Als sogenannte „Besteiger“ mit C-Strahlrohr wurden überwiegend Handwerker eingesetzt, unter anderem Willibald Sdralek, Wolfgang Eritt, Wolfgang Mummel, Udo Raders und Frank Dornemann.

Bei Einsätzen war sie besonders effizient durch ihre kompakte Bauart, geringes Eigengewicht und Wendigkeit. Sie kam in jede Ecke, sprich auf jeden Hinterhof, auch da, wo die „Großen“ nicht hinkamen. Aus dieser Zeit stammt auch der Spitzname „Apfelpflücker“.

Als nachteilig sah die Feuerwehr die häufige „Zweckentfremdung“, so etwa beim Einbau der Lautsprecher im Eissportstadion Braunlage, der Installation der Flutlichtanlage der Post am Torfhaus oder als Unterstützung bei Malerarbeiten am neuen Molkenhaus. Das wäre heute völlig undenkbar, hieß es beim Jubiläumsfestakt kritisch. Aber auch zahlreiche Feuerwehr-Einsätze erlebte die Drehleiter. Sie war beteiligt an den Einsätzen bei Käsewieter Busch (1974), Deutsches Haus (1979), an der Brandserie Rennbahn-Tribüne, Stallung Niemeyer und Gestüt (1979/80), dem Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Dege in Harlingerode (1990) und zuletzt beim Großfeuer Schmelzer’s Park-Hotel (1991).

Die Außerdienststellung erfolgte im November 1992 nach 26 Dienstjahren. Die Drehleiter wurde nicht ersatzbeschafft, sondern durch ein neues Fahrzeug, das GW-Öl, ausgetauscht. Als Geschenk für eine symbolische D-Mark erhielt die Feuerwehr Bündheim-Schlewecke sie von der Stadt. Seitdem kümmern sich verschiedene Kameraden um das historische Stück, darunter Kurt Maibaum, Uwe Hoffmann, Uwe Andrae und Patrick Maibaum. Sie pflegen das Fahrzeug, nehmen an Ausstellungen und Oldtimer-Treffen im Umkreis teil und unterstützen bei Feuerwehrjubiläen und Umzügen.

24 Jahre lang war die Drehleiter in einer Scheune in Wasserleben sowie auf dem Hüttengelände in Harlingerode untergebracht. Derzeit steht sie in einer Halle in Eckertal.

Erhalten werden könne der gute Zustand nur dank vieler Sponsoren und Förderer, so die Feuerwehr. Grußworte und ein geselliger Nachmittag gehörten zum Jubiläumsfest auf dem Gelände der Feuerwehr Bündheim-Schlewecke, in dessen Verlauf selbstverständlich die eine oder andere Geschichte zum „Apfelpflücker“ zum Besten gegeben und über technische Daten gefachsimpelt wurde.

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