Volksbank Nordharz verzeichnet stabiles Ergebnis
Volksbank Nordharz: Vorstand Peter Buikis, Aufsichtsratschef Dirk Walter und Vorstand Markus Creydt (v.l.) ziehen zufrieden Bilanz für das Geschäftsjahr 2024. Foto: Jörg Kleine
Die Volksbank Nordharz zieht zufrieden Bilanz: Im Kundengeschäft verzeichnete sie 2024 ein Plus und kann das Eigenkapital weiter aufstocken. Ertrag und Jahresüberschuss blieben stabil. Vorgesehen ist eine Dividende von 4,2 Prozent für die Mitglieder.
Goslar. Das Geschäftsjahr war „kein Schlaraffenland“, resümierte Volksbank-Vorstand Markus Creydt voriges Jahr. Zwölf Monate später hat sich an der Erkenntnis wohl wenig geändert, denn die wirtschaftlichen, politischen und globalen Bedingungen sind herausfordernd: schwierig für viele Unternehmen, schwierig für Privatkunden – und damit schwierig auch für Banken.
US-Zölle rütteln Finanzmärkte durch
Die aktuelle Woche hat die Risiken und Folgen durch internationale Entwicklungen vor Augen geführt. Die neuerlichen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, an der Zollschraube zu drehen, rüttelt die Finanzmärkte weiter kräftig durch. Am Donnerstag verzeichneten sowohl die Börsen in Europa als auch an der Wallstreet massive Verluste. Dies wird sich auch auf Unternehmen, Konsum und Verbraucher in Deutschland auswirken.
Doch zurück zum Geschäftsjahr 2024. Die Volksbank Nordharz hat das Jahr gut gemeistert. Die Bilanzsumme sank zwar um 1,5 Prozent auf 391,5 Millionen Euro. Der operative Ertrag liegt aber mit 3,1 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Rund 1,2 Millionen Euro davon sollen direkt ins Eigenkapital fließen, um die Finanzierungsbasis zu stärken.
Mitglieder und Dividende
Die Gewinn- und Verlustrechnung weist unterm Strich einen Jahresüberschuss von 491.000 Euro aus. Das Gros davon soll in die Rücklagen gehen, zudem rund 180.000 Euro als Ausschüttung an die Mitglieder. Das entspricht einer Dividende von 4,2 Prozent – wie in den Vorjahren. Entscheiden muss aber zunächst die Vertreterversammlung, die am 20. Mai im Hotel „Achtermann“ in Goslar tagt.
Exakt 11.979 Mitglieder hatte die Volksbank Nordharz zum Bilanzstichtag Ende 2024. Das waren rund 200 weniger als im Vorjahr. Die Vertreterversammlung wiederum zählt 243 Personen, ihre Amtszeit beträgt vier Jahre. Im November 2024 hat sich die Vertreterversammlung neu konstituiert und wird im Mai dann erstmals in der neuen Zusammensetzung über die Gewinnverwendung entscheiden.
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Beim detaillierten Blick auf die Zahlen und den Geschäftsverlauf 2024 ist der Vorstand mit Markus Creydt und Peter Buikis guter Dinge. „Das Vertrauen hat sich ausgezahlt“, sagt Buikis und verweist auf die regionale Verankerung mit schnellen Entscheidungen im Kundengeschäft. Die Kundenkredite in der Bilanz wuchsen auf knapp 187,8 Millionen Euro (Vorjahr: 175,7 Millionen Euro). Die Kundeneinlagen sanken leicht auf 324,1 Millionen Euro (2023: 326,6 Millionen Euro).
Ein Plus bei Kreditvergaben
Hinzu kamen aber auch Kredite und Einlagen, die die Volksbank Nordharz über Verbundpartner abwickelte – vor allem die DZ-Bank als zentrales Institut der deutschen Genossenschaftsbanken. Das Gesamtvolumen von Krediten und Anlagen kletterte 2024 somit um rund 2,5 Prozent auf 806,3 Millionen Euro, erklärt Buikis.
Das deutliche Wachstum von knapp 7 Prozent bei den Kundenkrediten auf rund 188 Millionen Euro in der Bilanz „sind wirklich ein Top-Wert im Vergleich zu den vergangenen Jahren“, betont Creydt. Gespeist wird dies auch von Baufinanzierungen, mit denen die Volksbank 2024 weiterhin gut unterwegs war: „Ein abruptes Ende haben wir nicht gemerkt“, sagt Creydt. Zwar seien Neubauten aktuell Mangelware, aber das Geschäft bei Bestandsimmobilien sei stabil gelaufen.
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Bei den Kundeneinlagen – mit 324,1 Millionen Euro in der Bilanz – waren Umschichtungen spürbar, etwa von Spareinlagen auf festverzinsliche Wertpapiere. Nach Jahren historischer Niedrigzinsen haben sich die Renditen für Anleger wieder verbessert. Auch der Aktienmarkt ist 2024 gut gelaufen. Gefragt waren hier bei Kunden der Volksbank Nordharz in der Regel Anlagen und Sparverträge in Aktienfonds, schildert Creydt.
Eine wichtige Ertragsquelle für Banken ist unterm Strich das Zinsergebnis, also die Spanne aus Kredit- und Anlagezinsen. Dies summierte sich bei der Volksbank Nordharz 2024 auf knapp 7,8 Millionen Euro, liegt damit genau auf Vorjahresniveau – und „ist mehr, als wir erwartet haben“, sagt Buikis.
„Wir sind gut aufgestellt“
„Auch innerhalb der Gruppe sind wir gut aufgestellt“, resümiert der Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Walter die Bilanzzahlen – und verweist auf den Vergleich der rund 670 Genossenschaftsbanken in Deutschland. Die Volksbank Nordharz verfüge über 41,8 Millionen Euro Eigenmittel, die Gesamtkapitalquote liege bei 21,9 Prozent, untermauert Buikis.
Was die Banken wie viele gewerbliche Kunden gleichermaßen belastet, sind weiter zunehmende Auflagen und Bürokratie. 2025 ist für Banken und Sparkassen beispielsweise die „Capital Requirements Regulation“ (CRR III) innerhalb der Europäischen Union neu in Kraft getreten, mit der die finanzielle Widerstandsfähigkeit der Banken erhöht werden soll. Diese Regularien fordern die Volksbank Nordharz genauso wie den Deutsche-Bank-Konzern. Das alles „kostet viel Aufwand“, schildert Peter Buikis. Und am Ende erhöht das generell auch die Kosten für Bankkunden.
Mehr Aufwand für Sicherheit
Gestiegenen Aufwand haben Banken gleichermaßen bei Investitionen in die Sicherheit. Das betrifft – in der Folge von zahlreichen Automatensprengungen – die Gebäude, aber auch die IT-Sicherheit gegen digitale Angriffe. So erhöhte sich der Sachaufwand bei der Volksbank Nordharz im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent, und der EDV-Aufwand überstieg erstmals die Marke von einer Million Euro, bilanziert Buikis.