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Vortrag von Dr. Friedhart Knolle

GZ Plus IconRadon: Strahlenmessung ist gerade im Oberharz wichtig

Interessiert lauschen die Besucher dem Vortrag Dr. Friedhart Knolles im Nationalparkhaus St. Andreasberg.

Interessiert lauschen die Besucher dem Vortrag Dr. Friedhart Knolles im Nationalparkhaus St. Andreasberg. Foto: Jung

Die Strahlenbelastung in Bezug auf Radon könne im Harz höher sein, als viele meinen. Deshalb empfiehlt Fachmann Dr. Friedhart Knolle regelmäßige Messungen. Der Geologe hat jetzt in einen Vortrag zu dem Thema auf die Gefahren aufmerksam gemacht.

Von Volker Jung Sonntag, 25.05.2025, 09:00 Uhr

Braunlage. Mit etwa 60 Zuhörern war der Vortrag über Radon und Uran im Harz im Nationalparkhaus „Erzwäsche“ in St. Andreasberg nahezu ausgebucht, es gab nur wenig freie Plätze. Zum Großteil waren es geologisch interessierte, aber auch besorgte Bürger, die der Thematik lauschten. Referent Dr. Friedhart Knolle schlug einen Bogen über die Erdgeschichte mit der Entstehung von Uran und kam schnell zu den Vorkommen im Harz.

„In der Zeit des Zweiten Weltkrieges haben die Ost- und Weststaaten unter größter Geheimhaltung Uran im Harz gesucht“, erklärte Knolle. Uran sei vor allem für seine Rolle bei der Kernenergieerzeugung und der Herstellung von Kernwaffen bekannt, weil es das Schlüsselelement bei der Kernspaltung sei. „Im Harz konnte kein Uran gefunden werden, mit Ausnahme in einem Teil der Grube ,Roter Bär‘ in St. Andreasberg“, sagte Knolle. Diese rund 40 Tonnen Rohuran wären aber zu wenig gewesen, sodass ein Abbau sich nicht gelohnt hätte. „Wir können nur froh sein, dass dies so war, denn ein Uranabbau hätte den Harz komplett verwandelt. Gruben und Abraumhalden wären die Folge gewesen“, meinte Friedhart Knolle.

Große Aufmerksamkeit erregte das Thema Radon. Das radioaktive Gas, das überall in der Umwelt vorkommt, könne nur schwer wahrgenommen werden. Es könne nicht gesehen, gerochen oder geschmeckt werden.

Radon entstehe im Boden, so Knolle weiter, als eine Folge des radioaktiven Zerfalls von natürlichem Uran, das im Erdreich in vielen Gesteinen vorkomme. „Etwa sechs Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs in der Bevölkerung sind nach aktuellen Erkenntnissen auf Radon und seine Zerfallsprodukte in Gebäuden zurückzuführen“, berichtete er.

„Betroffen können vor allem alte Harzer Häuser ohne geschlossene Bodenplatte sein“, sagte Knolle. Dort könnte sich vor allem in den Kellern das Radon angereichert haben. So habe er in Goslar beispielsweise Messungen in einem ausgebauten Keller vorgenommen und eine sehr hohe Strahlenbelastung festgestellt. „Bedauerlicherweise befand sich auch ein Kinderzimmer in diesen Räumen.“

Viele Bürger würde diese Gefahr nicht erkennen. „Ich kann nur eine regelmäßige Strahlenmessung empfehlen, dafür gibt es Firmen, die so etwas anbieten“, sagte Knolle. Weiter erklärte er, dass die Uranbelastung von Mineralwasser oft höher sei als gedacht. Für seinen Vortrag erntete der Geologe Knolle viel Applaus.

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