Nikolaus schwebt den Burgberg hinab
Mit läutender Glocke fährt der Nikolaus in seiner Gondel in die Talstation ein. Foto: Raksch
Eine Bad Harzburger Tradition lebt weiter: Am Freitagnachmittag ist der Nikolaus per Seilbahngondel in die Talstation eingeschwebt und hat dort die Kinder mit reichlich Süßigkeiten beschenkt.
Bad Harzburg. Eine aufgeregte, spannende Stimmung herrschte am Freitagnachmittag an der Bergbahn-Talstation. Der Nikolaus hatte sein Kommen angesagt. Trotz des Regens hatten sich dutzende Kinder, Eltern und Großeltern mit Regenschirmen und warm eingepackt in Mützen, Schals und Mäntel in der Talstation eingefunden und warteten auf den entscheidenden Moment, den Blick gen Himmel gewandt.
Als die mit Tannengrün verzierte Bergbahn-Gondel anfuhr, aus der ein Mann im rotweißen Mantel mit Bommelmütze und langem weißen Bart fröhlich winkte, war bei den Kleinen dann die Freude groß und der Regen vergessen. „Da kommt er“, und „hach, wie aufregend“, war denn ebenfalls aus den Reihen der Älteren zu hören – offenbar war der Auftritt des Nikolaus nicht nur für die Kinder ein Ereignis.
Geschenke für jedes Alter

Mit einer Schar Kinder um sich herum begibt sich der Nikolaus von der Talstation zur Eisbahn. Foto: Raksch
Und was hatte der Nikolaus da mitgebracht? Als sich die Schar Kinder ehrfürchtig an ihn heranschob, holte er einen braunen Sack hervor. Unmengen Süßigkeiten hatte er darin für sie mitgebracht. Und auch die Älteren gingen an dem Tag nicht ohne ein Geschenk nachhause: Nach seiner aufregenden Anreise lud er sie zur Beruhigung auf ein grünes Schnäpschen ein.

Für die Erwachsenen hat der Nikolaus Geschenke in Form von grünen Schnapsflaschen dabei. Foto: Raksch
40 gefüllte Stiefel
Mit seinem ganzen Tross machte sich der Nikolaus anschließend weihnachtlich singend auf den Weg zur Eisbahn. Dort hatten knapp 40 Kinder in den vergangenen Tagen ihre Stiefel abgegeben – einige schön verziert, einige sauber, wenige auch etwas verschlammt, was den Nikolaus aber nicht störte. Nun freuten sie sich, die Schuhe gefüllt mit allerhand Süßigkeiten wieder zurückzubekommen.
Natürlich hatte der Nikolaus auch für diejenigen etwas übrig, die vorher keine Schuhe abgegeben hatten. Über das eine oder andere Lied im Gegenzug freute er sich sehr. So ertönte über die Lautsprecher der Eisbahn etwa „O du fröhliche“, und einige Kinder hatten Gedichte mitgebracht. Manche mogelten sich auch geschickt um das Singen herum: Der kleine Jannis etwa bestach ihn, indem er ihm stattdessen einen kleinen Stein schenkte. Am Ende ließ der Nikolaus kein Kind mit leeren Händen zurück. Offenbar waren auch alle artig, denn er musste auf der Eisbahn nicht eine einzige Rute verteilen.

40 Kinder erhalten an der Eisbahn ihre prall gefüllten Stiefel zurück. Foto: Raksch