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Internationaler Frauentag

GZ Plus IconFrühstück mit Fragen zur Gleichstellung in Clausthal-Zellerfeld

Die Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Daum ist Gastgeberin beim Frauentagsfrühstück im Gemeindehaus von St. Nikolaus.

Die Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Daum ist Gastgeberin beim Frauentagsfrühstück im Gemeindehaus von St. Nikolaus. Foto: Nachtweyh

Rund 50 Teilnehmerinnen folgten der Einladung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Clausthal-Zellerfeld zum Frühstück am Frauentag. Eine Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und Gedanken zur Gleichstellung zu vertiefen.

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Von Berit Nachtweyh
Montag, 10.03.2025, 15:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Dieses Format hat offensichtlich gepasst: 50 Teilnehmerinnen folgten am Samstag der Einladung der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Dagmar Daum zum Frühstück am Frauentag. In den zurückliegenden Jahren hatte Daum schon verschiedene Formate ausprobiert, um am Internationalen Frauentag mit Aktionen auf den Internationalen Frauentag aufmerksam zu machen. Auf große Resonanz war trotz des teils großen Aufwands zuvor keine dieser Ideen gestoßen. Umso erfreuter war Dagmar Daum nun über die vielen Anmeldungen zum Frauenfrühstück.

Das Frühstückslokal wurde im Gemeindehaus der katholischen St. Nikolaus-Kirche eingerichtet. Da Dagmar Daum auch in der Gemeinde aktiv ist, bot sich diese Kooperation förmlich an. Der Raum mit seinen großen Tischen erfüllte dann am Samstag auch den erhofften Zweck: Frauen aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft von Clausthal-Zellerfeld mit seinen Ortsteilen kamen in lockerer Runde miteinander ins Gespräch.

Von Schöpfung bis Neuzeit

Auf die Idee für das Frühstückstreffen war Dagmar Daum bei der Lektüre eines Buchs der Kulturhistorikerin Annegrets Braun gekommen, es heißt „Warum Eva keine Gleichstellungsbeauftragte brauchte: Gottes Idee für Frauen und Männer“. Daran angelehnt hatte sie einen Impulsvortrag vorbereitet, der einen Bogen von der Schöpfungsgeschichte bis in die Neuzeit schlug. „In unserer Kultur wurde das Verhältnis der Geschlechter seit Jahrhunderten von der Kirche geprägt“, so Daum, „Männer legten die Bibel dahingehend aus, dass die Untergebenheit der Frau einer gottgegebenen Ordnung entspringe“. Selbst die Aufklärung mit dem Siegeszug der Naturwissenschaften änderte an dieser Weltsicht zunächst wenig.

Mit Erstaunen und Verwunderung nahmen die Zuhörerinnen am Samstag zur Kenntnis, wie das Verhältnis der Geschlechter von Männern bis in die jüngste Vergangenheit ausgelegt worden ist. Und das Schopenhauer-Zitat, wonach nur der Mann der „eigentliche Mensch“ sei, rief in der Runde kopfschüttelndes Gelächter hervor. Bei allem inzwischen erreichten Fortschritt im Denken und Handeln würden aber noch immer Gleichstellungsbeauftragte gebraucht, betonte Dagmar Daum. Wünschenswert wäre aus ihrer Sicht, das hätte sich längst erledigt. So aber ist der Frauentag immer wieder eine gute Gelegenheit, die Geschlechtergerechtigkeit zum Thema zu machen.

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