Zusammenhalt in Wolfshagen im Harz: Förderverein sichert Festhalle
Der Erhalt der Festhalle liegt vielen Wolfshägern am Herzen. Wie kann es gelingen? Foto: Leifeld
Mehr als 50 Gründungsteilnehmer setzen Zeichen und gründen den Förderverein Festhalle Wolfshagen. Der Bau der Westharzhalle bereitet ihnen hingegen keine Sorgen.
Wolfshagen. Der Drops ist gelutscht – die Vereinsgründung mit Bravour gelungen. Über 50 Wolfshäger und weitere Freunde der Festhalle traten am Donnerstag dem neu gegründeten „Förderverein Festhalle Wolfshagen im Harz von 2026“ bei. Noch deutlich mehr Antragsformulare für weitere Beitritte wurden an jenem Abend verteilt. Das Interesse und der Wille, den für den Kurort Wolfshagen, die Stadt Langelsheim und das Umland wichtigen Veranstaltungsort zu erhalten, war spürbar und groß.
Mehr als 100 Gäste kommen zur Gründungsveranstaltung. Foto: Leifeld
117 interessierte Bürger – so dokumentierte es die ausgelegte Unterschriftenliste – hatten die Gründungsversammlung verfolgt und die Festhalle gefüllt. „Wenn es darauf ankommt, halten die Wolfshäger zusammen“, freute sich Dr. Georg Platz als Versammlungsleiter und Vorsitzender der Wolfshäger Schützengesellschaft als Träger der Festhalle beim Blick in den Saal. Auch ein Vorstand war problemlos gefunden.

Das Logo des neuen Fördervereins. Foto: Leifeld
Da der Festhallenbetrieb nach wie vor und auch weiterhin in den Fittichen der Wolfshäger Schützengesellschaft liegt, wird der dortige Vorstand auch die Aufgabe übernehmen, den Förderverein zu führen. Dr. Georg Platz (Vorsitzender), Sebastian Scholz (Vize), Anna Weidemeier (Schatzmeister) und Kevin Schrand (Schriftführer) werden gemeinsam diese Aufgaben stemmen. Vorstandsneuwahlen waren daher nicht erforderlich.
Redakteur Frank Heine schaut zurück
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Festgelegt wurde auch ein Mindest-Jahresbeitrag von 12 Euro pro Fördermitglied. Was sich wenig anhört, bleibt optional: Selbstverständlich können Fördermitglieder ihren Beitrag eigenmächtig in einer beliebigen höheren Summe festlegen. In einer vorgelegten Darstellung müssen Kosten im Jahr in Höhe von 4000 Euro durch den neuen Förderverein aufgefangen werden.
Leise wie ein Vogelzwitschern
Nach dem ausufernden Ärger zum oftmals hohen Lärmpegel bei Abendveranstaltungen vor gut einem Jahr hatte sich eine Arbeitsgruppe aus Schützen und Nichtschützen überlegt, wie die Festhalle am Jahnskamp erhalten werden kann. Denn: Eine Festhalle, die nicht genutzt wird, ergibt keinen Sinn.
Streit um Wolfshäger Festhalle
„Da stecken Schweiß, Emotionen und Herzblut drin“
Sie generiert keine Einnahmen, aber dennoch Kosten und ist somit nicht wirtschaftlich. „Traditionsveranstaltungen wie die der Schützen, die der Feuerwehr oder Tagveranstaltungen waren noch nie ein Problem“, betonte Dr. Georg Platz in seinen Ausführungen. Problematisch waren Abendveranstaltungen nach 22 Uhr, bei denen es festgelegt ist, den Grenzwert des Schallpegels von 45 Dezibel nicht zu überschreiten.

Der Vorstand der Schützengesellschaft wird auch den Förderverein führen: (v.l.) Dr. Georg Platz (Vorsitzender), Kevin Schrand (Schriftführer), Anna Weidemeier (Schatzmeister) und Sebastian Scholz (Vize) Foto: Leifeld
Zum Vergleich: 35 Dezibel verursacht ein Zimmerventilator, und 50 Dezibel wären leise Radiomusik oder Vogelgezwitscher. Das klappte in der Vergangenheit nicht bei allen Veranstaltungen. Ausnahmegenehmigungen gäbe es für maximal zehn Abendveranstaltungen im Jahr. „Ein großer Druck lastete auf der Schützengesellschaft“, verdeutlichte Platz. Doch die Wolfshäger stellten sich hinter „ihre“ Festhalle. Eine Petition mit 4500 Unterschriften wurde Landrat Dr. Alexander Saipa überreicht und parallel in einer Arbeitsgruppe nach Lösungen gesucht.
Veranstaltungen können pünktlich enden
Viele Gespräche verliefen seitdem auf einem guten Weg, bestätigte Platz. Kulturveranstaltungen – wie beispielsweise Konzerte des Steinway- Fördervereins – könnten unproblematisch um 22 Uhr enden. Für Veranstaltungen am Tage gäbe es viele Möglichkeiten und durchaus auch neue Anfragen von Yogagruppen und Tanzkursen. Ob Familienfeste, Einzelveranstaltungen oder regelmäßige Ereignisse – jede Buchung trägt zur Wirtschaftlichkeit und damit dem Erhalt der Wolfshäger Festhalle bei.
Als Ort der Begegnung bietet die 1983 erweiterte „Mehrzweckhalle mit Kurhaussaal“ Platz für 50 bis 650 feiernde Gäste. Die Festhalle ist in drei Segmente teilbar. „Wir müssen positiv denken, dann geht es wieder voran“, betonte Dr. Georg Platz und erntete den Applaus der Versammlungsteilnehmer.
Keine Angst vor der Westharz-Halle
Möglicherweise dunkle Wolken, die aus Richtung Langelsheim aufziehen, ließen die Akteure unbeeindruckt: Dort plant der Unternehmer Heiko Rataj bekanntermaßen auf dem Gelände Frau Sophienhütte den Bau der „Westharz-Halle“, eine Konzerthalle und Veranstaltungslocation für bis zu 1500 Gäste.
Neue Eventlocation
Breite Unterstützung für Westharz-Halle in Langelsheim
„Ich kenne die genauen Pläne von Herrn Rataj nicht“, betonte Dr. Georg Platz, „aber er plant in einer anderen Dimension.“ So ist der Neubau der Westharzhalle als mögliche Konkurrenz zur Wolfshäger Festhalle kein Thema im Vorstand.
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