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Fertigteile werden eingebaut

GZ Plus IconWann ist die neue Autobahnbrücke bei Harlingerode fertig?

25 Tonnen wiegen die neuen Fertigteile, von denen sieben Stück verbaut werden.

25 Tonnen wiegen die neuen Fertigteile, von denen sieben Stück verbaut werden. Foto: Schlegel

Seit Juni wird die Brücke der A369 über die K46 erneuert. Am Dienstag wurden die eigentlichen Brückenteile eingebaut. Die GZ war vor Ort und hat auch erfahren, wie es um das Projekt steht und wann der Verkehr wieder ungehindert fließen kann.

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Von Holger Schlegel
Dienstag, 11.02.2025, 19:45 Uhr

Bad Harzburg. Die Bauarbeiten auf der A369 am Brückenbauwerk „RA1“ schreiten voran, am Dienstag wurden sieben Fertigteile über die neu gebauten Widerlager gelegt. Einer der zentralen Bauabschnitte des Projektes. In den vergangenen Monaten wurden viele Kubikmeter Erdreich bewegt, mächtige Betonkonstruktionen gegossen, meterhohe Stahlwände als Abstützung der noch verbleibenden Fahrbahn gesetzt – alles Dinge, die für den Laien ins Monumentale gehen. Dabei ist die Brücke für die zuständige Autobahn GmbH und die Bauausführende Firma „Ost Bau“ eigentlich ein vergleichsweise kleines Projekt. Auch wenn es nach bisherigen Schätzungen rund 6,5 Millionen Euro kosten dürfte. Stolz, dass der Einbau der Fertigteile am Dienstag so reibungslos und millimetergenau über die Bühne ging, sind die Beteiligten trotzdem.

Insgesamt sieben Fertigteile werden die neue Fahrbahn Richtung Braunschweig bilden.

Insgesamt sieben Fertigteile werden die neue Fahrbahn Richtung Braunschweig bilden. Foto: Schlegel

Seit Juni wird die 50 Jahre alte Brücke, die über die K46 (Bettingerode/Harlingerode) ragt, erneuert. Aktuell ist die Fahrbahn, die Richtung Braunschweig führt, an der Reihe. Anschließend dann die hinauf in den Harz. Im August war die eine Hälfte der Brücke abgerissen worden. Anschließend ging die Arbeit in die entscheidende Phase, die Vorbereitungen für die neue Brücke, also die Fertigteile, mussten getroffen werden. Am Dienstag erläuterten Leandra Solle, Projektleiterin bei der Autobahn GmbH und Oberbauleiter Ralph Hardam von „Ostbau“ die verschiedenen Phasen des Projektes, das, so Solle, bisher sehr gut gelaufen sei. Die Arbeiten seien auch halbwegs im Zeitplan.
Auch Bürgermeister Ralf Abrahms informiert sich bei Oberbauleiter Ralph Hardam über das Projekt.

Auch Bürgermeister Ralf Abrahms informiert sich bei Oberbauleiter Ralph Hardam über das Projekt. Foto: Schlegel

Und das, obwohl der Bau laut Hardam durchaus die eine oder andere Überraschung bereithielt. So etwa bei der Errichtung der Spundwände, die den übriggebliebenen Brückenteil abstützen sollten. Denn der ist nun nicht so konstruiert, dass er solo, also ohne den Gegenpart, funktioniert. Doch um diese Stützwände ordentlich zu verankern, musste einige Meter tief in den Boden gebohrt werden. Bei Harzer Schottergestein machte da auch schon einmal der Diamantbohrer schlapp.
Die Spundwände stützen die verbliebene Fahrbahn.

Die Spundwände stützen die verbliebene Fahrbahn. Foto: Schlegel

Aber auch das ging letztlich gut über die Bühne. Doch obwohl die Brücke für Autobahn-Verhältnisse klein ist, hat die Baustelle für Harzer Verhältnisse riesige Dimensionen. 5500 Kubikmeter Erdreich wurden bewegt, um die alten Fundamente freizulegen. Die Baugrube war bis zu neun Meter tief. Dann wurden pro Seite circa 870 Kubikmeter beziehungsweise 2200 Tonnen Stahlbeton abgebrochen und neue Flügel und Widerlager gebaut. Immerhin sechs Meter hohe Betonkonstruktionen plus gut 1,20 Meter tiefe Fundamente.
Die neuen Flügel und Widerlager werden nach und nach wieder von Erdreich umschlossen. Die Arbeiten daran laufen schon.

Die neuen Flügel und Widerlager werden nach und nach wieder von Erdreich umschlossen. Die Arbeiten daran laufen schon. Foto: Schlegel

Und als die nun fertig waren, konnten am Dienstag die eigentlichen Brückenelemente einschweben. Sieben Stück gibt es davon, jedes 15,5 Meter lang, etwas über zwei Meter breit und 25 Tonnen schwer. Nebeneinander gelegt und später noch mit einer 25 Zentimeter dicken Deckenplatte versehen, bilden sie die neue, 14 Meter breite Fahrbahn.

Auf die Fertigteile kommt noch eine 25 Zentimeter dicke Schicht, die dann die endgültige Fahrbahn bildet.

Auf die Fertigteile kommt noch eine 25 Zentimeter dicke Schicht, die dann die endgültige Fahrbahn bildet. Foto: Schlegel

Fertigteile zu verwenden, hat in den Augen von Oberbauleiter Ralph Hardam viele Vorteile. Die Alternative, die Brücke quasi aus Beton zu gießen, hätten den Aufbau einer riesigen Gerüstkonstruktion unter der Brücke bedeutet. Damit wären massive Einschränkungen auf der K46 einhergegangen. So konnte und kann die Straße quasi während der gesamten Bauphase befahren werden. Außerdem sind die Fertigteile schon im Werk hergestellt worden, also unter perfekten äußeren Bedingungen. Dadurch konnte auch Verzögerungen beispielsweise durch Winterwetter verhindert werden.
Die ersten drei Elemente liegen am Dienstagvormittag schon auf der Brücke.

Die ersten drei Elemente liegen am Dienstagvormittag schon auf der Brücke. Foto: Schlegel

Und wie geht es nun weiter? Bis Mai, so kalkuliert Leandra Solle, dürfte die Fahrbahn der A369 in Richtung wieder befahrbar sein, auch die gesperrte Abfahrt Harlingerode ist dann wieder nutzbar. Nahtlos wird anschließend der zweite Brückenteil mit der Gegenfahrbahn nach der gleichen Methode erneuert. Das jedoch, so die Projektleiterin, werde ohne Sperrungen von Auf- oder Abfahrten über die Bühne gehen können. Wobei natürlich dann auf der Autobahn zwei Fahrspuren zunächst wegfallen. Abgeschlossen sein dürfte das Projekt dann Anfang 2026. Und bisher, so hieß es am Dienstag vor Ort, dürften sowohl Zeit- als auch Kostenrahmen eingehalten werden.

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