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1. Fußball-Nordharzklasse

GZ Plus IconFür Rückkehrer Czaja schließt sich beim SV Rammelsberg der Kreis

Fußballspieler Patrick Czaja bejubelt seinen Treffer für den SV Rammelsberg. Sein Mitspieler Marcel Sollorz freut sich für den Stürmer.

Bei Patrick Czaja (r.) läuft es rund. In der 1. Fußball-Nordharzklasse erzielt er bislang 17 Treffer in zehn Spielen für den SV Rammelsberg und kann dort gemeinsam mit Freunden, wie Marcel Sollorz (l.), kicken. Foto: Gietemann

Patrick Czaja beginnt beim SV Rammelsberg mit dem Fußball. Jetzt ist er mit 33 Jahren zurück und blickt auf eine bewegte Karriere. Ein Ziel hat er fest vor Augen.

Von Andreas Konrad Samstag, 08.11.2025, 16:00 Uhr

Es ist bis auf einen Monat 20 Jahre her, da hat diese Zeitung schon einmal über Patrick Czaja berichtet. Volontär Jens Sitarek begleitete den damals 13-Jährigen zum Training in das Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96. Aus dem Talent entwickelte sich ein gestandener Kicker. Jetzt kämpft er mit „Freunden“, wie er sagt, um den Titel in der 1. Fußball-Nordharzklasse. Gegen den FC Seesen kann Czajas SV Rammelsberg am Sonntag (14 Uhr) am Trebnitzer Platz einen großen Schritt in diese Richtung machen.

Der Klub ist auch die fußballerische Heimat von Czaja. Hier hat er unter Uwe Klose begonnen, zu kicken, und hierher kam er aus der Landeshauptstadt in die U19 zurück. Dann ging es zum Goslarer SC 08. „Ich bekam die Möglichkeit, in die Oberliga und Regionalliga hineinzuschnuppern.“ Auf jeweils vier Einsätze in beiden Ligen brachte es der jetzige Stürmer, dann folgte der fußballerische GAU: Kreuzbandriss.

Studium statt Profifußball

Czaja entschied sich für ein Studium in Köln und kickte dort nach Genesung für verschiedene Bezirks- und Landesligisten, bevor ein zweiter Kreuzbandriss im selben Knie auch das beendete.

Inzwischen hat der 33-Jährige seine „Zelte in Köln abgebrochen“ und lebt „aus familiären Gründen“ wieder in Goslar. Seinen Job als Digital-Marketing-Manager kann er überwiegend aus dem Homeoffice ausüben, muss lediglich eine Woche im Monat in die Domstadt.

Im Februar dieses Jahres traf er sich mit SVR-Trainer Torben Bornkessel und Teammanager Mario Hartung. „Mein bester Kumpel Marcel Sollorz hatte gesagt, ich soll da mal hingehen, da sind gute Jungs, und viele kannte ich ja bereits.“ Und so heuerte Czaja wieder am Trebnitzer Platz an. „Am Anfang war es noch ein bisschen schwierig, ich hatte vier Jahre nicht gespielt und habe noch die Nordharzliga-Partien gegen Gielde und Münchehof bestritten.“ Doch inzwischen – „ich habe viel für mich getan“ – stimme auch die Fitness wieder und das Knie macht keine Probleme.

Dass Sollorz dann im Sommer von der TSG Bad Harzburg und ein weiterer Freund, Torwart Julian Moser, von Eintracht Braunschweig zum SVR zurückkehrten, machte die Sache komplett. „Freundschaft spielt bei uns in der Mannschaft eine große Rolle, auch außerhalb des Platzes.“

Zu Hause erst ein Gegentor

Unter anderem, weil die Truppe harmoniert, führt sie mit zehn Siegen aus zehn Spielen auch die Tabelle an, hat erst vier Gegentore bekommen. „Zu Hause haben wir erst eines kassiert, und das nach einem individuellen Fehler“, sagt Czaja, „ich kann mir denken, dass die anderen Teams hier nicht so gerne herkommen.“

Kampf um Torjägerkanone

Diese Lektion soll am Sonntag auch der ebenfalls noch ungeschlagene Tabellenzweite FC Seesen lernen. „Wenn wir unsere Leistung bringen, sollten wir gewinnen“, ist der mit 17 Treffern derzeit Zweite der Torjägerliste sicher. Lediglich Nicklas Kühl von der SVG Oberharz ist mit drei Toren erfolgreicher.

„Nicklas ist ein guter Stürmer. Die Torjägerkanone ist mir auch nicht so wichtig, der Erfolg der Mannschaft zählt. Wir müssen hoch.“ Dabei hofft der Rückkehrer am Sonntag auch auf die Kulisse am Trebnitzer Platz, und die Kulisse hofft auf einen der Ihren, der einst auszog, um Profifußballer zu werden.

Der 14. Spieltag auf Kreisebene

Was passiert in der Nordharzliga? Plötzlich der Gejagte. Der neue Spitzenreiter FC Groß Döhren wird beim Vorletzten TSV Salzgitter geprüft und würde mit dem zehnten Sieg in Folge vorn bleiben. Am anderen Ende der Tabelle bekommt es das seit dem 14.September erfolglose Schlusslicht SV Hahndorf mit dem TSV Gielde zu tun, dessen Leistungen bisher stark schwanken.

Den zweiten Sieg in Folge peilt der SC 18 Harlingerode an, der Abstiegskandidat TSV Hallendorf zu Gast hat. Auf den FC Othfresen wartet zu Hause die nächste Herausforderung mit dem TSV Münchehof, während der SV Schladen überhaupt mal wieder spielen will. Der seit dem 5.Oktober beschäftigungslose SVS hat den SV Fümmelse zu Gast.

Was bietet der Spieltag in der 1. Nordharzklasse?

Neben dem Gipfeltreffen beim SV Rammelsberg hat es auch die Partie zwischen der TSG Bad Harzburg II (5.) und der ungeschlagenen SVG Oberharz (3.) in sich. Eine besondere Konstellation tut sich auch im Abstiegskampf auf, treffen doch die letzten vier Teams aufeinander. Die FG Vienenburg/Wiedelah II (12.) empfängt am Vormittag Union Salzgitter II (13.), später stehen sich der VfL Liebenburg (11.) und Schlusslicht WSV Wiedelah gegenüber.

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