Nach Weltklasseschießen: Harzer Biathletinnen holen Silber
Liv Hildebrand, Klara Hertel und Emma Busche (v.l.) setzen in Ruhpolding aus Harzer Sicht einen silbernen Schlusspunkt unter die Biathlonsaison. Foto: Privat
Der Harzer Biathlonnachwuchs lässt weiter aufhorchen. Bei den deutschen Meisterschaften gibt es Staffelsilber, weil eine Athletin wie die Weltklasse schießt.
Gesagt, getan. Mit einer Medaille wollte der Biathlonnachwuchs des Niedersächsischen Skiverbandes (NSV) von den deutschen Staffelmeisterschaften aus Ruhpolding zurückkehren, und Emma Busche, Klara Hertel und Liv Hildebrand hielten Wort. Sie gewannen Silber in der Jugend I und setzten damit den Schlusspunkt unter eine Saison, die die Erwartungen von Landestrainer Rico Uhlig vollauf erfüllte.
Das Rennen begann für das Harzer Trio alles andere als optimal. Emma Busche leistete sich zwei Strafrunden im Stehendschießen, sodass sich der NSV zunächst weit weg von den Medaillenrängen bewegte. Auch Klara Hertel musste in die Extrarunde, diesmal im Liegendschießen. Aber da war ja noch Liv Hildebrand. Sie kam als Dritte zum entscheidenden Stehendschießen und registrierte, dass Elena Mayr vom Schwäbischen Skiverband in die Strafrunde musste und riskierte am Schießstand alles. In 21,1 Sekunden räumte die Harzerin alle fünf Scheiben ab, eine Zeit, die sonst nur die Allerbesten im Weltcup erreichen, und fing auf der Schlussrunde ihre Konkurrentin noch ab. „Das war schon außergewöhnlich“, sagte ihr Trainer. „So sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.“ Für mehr hätte alles zusammenpassen müssen.
Wasserski im Chiemgau
Für Liv Hildebrand war es ohnehin ein Traumwochenende, denn im letzten Rennen des Deutschlandpokals, einem Massenstartrennen, sprang für sie Rang drei heraus. Sie sammelte damit so viele Punkte, dass sie sich in der Gesamtwertung noch auf Rang zwei vorschob. Auch Emma Busche überzeugte als Fünfte in diesem Rennen, und Aaron Jakobs legte als Sechster der Jugend II einen versöhnlichen Saisonabschluss hin.
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Die Bedingungen in der Chiemgau-Arena waren alles andere als einfach, herrschten doch zweistellige Plusgrade. „Das war Wasserskilaufen, die Sportler konnten einem leidtun“, sagte Uhlig. Er zeigte sich mit dem generellen Abschneiden in diesem Winter zufrieden. „Als kleiner Verband war es wichtig, dass die Leistungsträger abliefern. Und das ist passiert.“ Von insgesamt zwei Medaillen bei deutschen Meisterschaften über viele Podestränge und noch mehr Top-Ten-Platzierungen war alles dabei. Generell sei festzuhalten: „Die Entwicklung passt.“ Das gelte auch für die Jüngsten wie Mica Wildenhayn oder Alena Frieling, die wie alle anderen davon profitierten, dass es diesmal keine größeren krankheitsbedingten Ausfälle gab.
Wer wird neuer Sportdirektor?
Das wünscht sich Uhlig natürlich auch für die kommende Saison, in der der NSV mit Liv Hildebrand mal wieder einer Kaderathletin stellen dürfte. Auch bei Emma Busche und Aaron Jakobs hat der Harzer Landestrainer noch Hoffnung.
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Viel wird davon abhängen, wer als Nachfolger von Felix Bitterling der neue Sportdirektor für Biathlon im Deutschen Skiverband wird. Die Entscheidung soll am Mittwoch bekanntgegeben werden, durchgesickert ist bisher nichts. Der neue starke Mann dürfte auch mitentscheiden, wie es um die weiteren Perspektiven für Hans Köllner, Albert Engelmann und Adrian Franz sowie Amy Dunkel aussieht. Das Harzer Quartett steckt derzeit im Erwachsenenbereich auf nationaler Ebene fest, Köllner verpasste die gesamte Saison verletzungsbedingt.
Die Gesamtwertung
Die Ergebnisse der NSV-Aktiven in der Gesamtwertung des Deutschlandpokals: Jugend 16 männlich: 17. Mica Wildenhayn (SC Buntenbock); Jugend 17: 25. Ruben Heinrich (WSV Clausthal-Zellerfeld), 27. Leopold Röthele (Buntenbock); Jugend II: 8. Aaron Jakobs. Männer: 9. Albert Engelmann (beide WSV CLZ), 12. Adrian Franz (Buntenbock)
Jugend 16 weiblich: 12. Alena Frieling (WSV CLZ), 17. Milla Born (Buntenbock); Jugend 17: 2. Liv Hildebrand (WSV CLZ), 7. Emma Busche, 11. Klara Hertel (beide Buntenbock); Frauen: 7. Amy Dunkel (WSV Elbingerode)
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