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Fußball-Nordharzliga

GZ Plus IconHahndorf rettet sich in der Schlussminute - Lopez tritt zurück

Vier Fußballspieler in grünen und weißen Trikots kämpfen um einen Ball vor einem Tor mit grünem Netz

Hahndorfs Danny Czwojdrak (r.) behauptet in dieser Szene das Leder. Am Ende springt aber lediglich ein 2:2 gegen Schlusslicht TSV Salzgitter heraus. Foto: Drechsler

Der SV Hahndorf hat in der Fußball-Nordharzliga wenigstens ein Unentschieden gegen Schlusslicht TSV Salzgitter gerettet. In Münchehof geht der Trainer.

Von Malte Thielemann und Lennart Saigge Sonntag, 15.03.2026, 20:56 Uhr

Der SV Hahndorf hat einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt in der Nachspielzeit noch verhindert. Am Sonntag kamen die Schützlinge von Trainer Stephan Wellegehausen im Kellerduell der Fußball-Nordharzliga gegen den Tabellenletzten TSV Salzgitter zu einem 2:2 (1:0).

Der erst in der Schlussminute eingewechselte Yan Lakhtar rettete seinem Team vor gut 40 Zuschauern mit einem abgefälschten Schuss wenigstens einen Zähler. „Das war Abstiegskampf pur“, meinte Wellegehausen. „Wir waren fünf Minuten unsortiert. Aber ich bin zufrieden. Wir müssen Punkt für Punkt holen.“

Sein Team hätte sogar noch gewinnen können, doch nach einem feinen Schuss von Arman Mukshian auf das lange Eck klatschte der Ball nur an die Unterkante der Latte (90.+5). Dafür hätten die Salzgitteraner in einer interessanten Schlussphase durch Jannik Kirschner praktisch im Gegenzug auch noch die volle Punktausbeute einfahren können. Der TSV wird sich nach dem Schlusspfiff geärgert haben, weil Jemian Kirschner sowie Ilyes Nasfi bei zwei Konterchancen den Sack nicht zuschnüren konnten (87./89.).

Bei den Gastgebern fehlten zwei ganz wichtige Akteure auf dem Spielberichtsbogen. Torwart Nils Maibaum hatte sich beim Auswärtssieg in Gitter eine schwere Knieverletzung zugezogen und fällt bis zum Saisonende aus, Stürmer Brayan Estiven Cardenas Erola ist ebenfalls am Knie verletzt. Trotzdem gingen die Hahndorfer nach knapp zehn Minuten durch den als Stürmer aufgebotenen Arman Mukshian früh in Führung. In der Folgezeit verzeichneten die Gäste mehr Ballbesitz, aber wirklich gefährlich wurden sie nur selten.

Auch nach der Pause wurde dem Tabellenstand entsprechend viel gekämpft. Beide Seiten agierten dabei jedoch zu keiner Phase unfair. Der Tabellenletzte drehte die Partie durch Treffer des eingewechselten Rene-Daniel Spintzyk sowie Ali Dia innerhalb von nur fünf Minuten.

Die Hahndorfer versuchten, wenigstens noch einen Punkt zu retten. Doch Danny Czwojdrak scheiterte zunächst mit seinem Freistoß am Pfosten (84.). Dann hatte Wellegehausen mit der Einwechselung von Lakhtar noch eine sehr gute Idee.

Tore: 1:0 (9.) Arman Mukshian, 1:1 (73.) Spintzyk, 1:2 (78.) Dia, 2:2 (90.+2) Lakhtar

SV Hahndorf: Paulat – Laufer (75. Dinter), Kiehne, Beyer (87. Artur Mukshian), Loch, Ternes, Wegener, Czwojdrak (90. Lakhtar), Stöwenau, Leowsky (62. Jannis Gatzke), Arman Mukshian

Münchehofs Trainer Lopez tritt nach 3:6 zurück

Zwei torlose Remis an einem Spieltag in der Nordharzliga. Wann hat es das zuletzt gegeben? Immerhin das 0:0 in Gielde bot einige Schauwerte, während das Unentschieden in Hallendorf für den Othfresener Coach Thomas Ströhl kaum auszuhalten war.

Torreicher war es in Harlingerode, wo der SC 18 den SV Schladen beim 5:0 in seine Schranken wies. Auch in Cremlingen beim Gastspieler des TSV Münchehof fielen insgesamt neun Treffer (6:3). TSV-Trainer Pedro Lopez erklärte nach Spielende seinen Rücktritt mit der Begründung, die Spieler sportlich nicht mehr zu erreichen. „Ich habe nach wie vor ein gutes Verhältnis zur Mannschaft. Bevor es zu atmosphärischen Störungen aufgrund der sportlichen Situation kommt, trete ich zurück, um einen Impuls zu setzen. Ich gehe erhobenen Hauptes, und wir können uns noch alle in die Augen schauen.“

In dasselbe Horn stieß auch Fußball-Obmann Kevin Lüs: „Wir hätten die Saison mit Pedro beendet, aber ich finde seine Entscheidung gut und richtig.“ Lopez bleibe dem Verein in anderer Position erhalten, Co-Trainer Riadh Mekadmi werde bis zum Saisonende übernehmen und genieße das volle Vertrauen.

Zwei Fußballspieler in Aktion beim Kopfball, einer in weißem Trikot und roter Hose, der andere in rotem Trikot und roter Hose, im Hintergrund sitzende Personen auf der Bank

Schladens Jan Kähnert schirmt den Ball gegen Harlingerodes Idrissa Kone ab. Am Ende gewinnt der SC 18 mit 5:0 dennoch deutlich. Foto: Drechsler

SC 18 Harlingerode – SV Schladen 5:0 (2:0). Tore: 1:0 (31.) Moritz, 2:0 (41.) Moritz, 3:0 (49.) Moritz/Foulelfmeter, 4:0 (74.) Diaby, 5:0 (77.) Diaby

Harlingerodes Jens Göttling, der den beruflich verhinderten Boris Bodenstein vertrat, war nach Spielschluss voll des Lobes: „Wir haben den Schwung aus den letzten Partien mitgenommen, die Einstellung hat mal wieder gestimmt.“ Natürlich gebe es immer Verbesserungsbedarf, aber nach so einer Leistung dürfe die Brust auch breiter werden, so Göttling.

Weniger zufrieden zeigte sich naturgemäß Schladens Coach Marco Elsenbruch. „Heute war es von Beginn an schwierig, da wir eine lange Verletztenliste haben.“ Er habe eine durchaus ausgeglichene erste Hälfte gesehen, so Elsenbruch, „in der wir das 0:1 aus Abseitsposition bekommen haben und uns ein Elfmeter verwehrt wurde“. Dafür habe der Gastgeber kurz nach der Pause „einen Witzelfmeter“ bekommen, „was uns dann viel Kraft und Moral gekostet hat“.

TSV Hallendorf – FC Othfresen 0:0. Tore: Fehlanzeige

Trainer Thomas Ströhl erlebte beim Auswärtsspiel nicht nur „einen Grottenkick“, sondern musste auch nach Spielende erneut ins Krankenhaus, um sich um einen verletzten Akteur zu kümmern. „Norman Gottschlich musste nach einem Foul vom Platz, der Knöchel ist nun doppelt so dick“, beschrieb Ströhl den Vorfall. Da trete das Sportliche natürlich in den Hintergrund, so der Coach, dem das Vergessen des Spieles aber wohl auch so leichtgefallen wäre: „Das war Not gegen Elend, gefühlte 50 Freistöße und stände Spielunterbrechungen.“ Torraumszenen habe es keine gegeben.

TSV Gielde – Arminia Adersheim 0:0. Tore: Fehlanzeige

In Gielde erlebten die Zuschauer ein 0:0 der besseren Sorte. „Das war ein durchaus spannendes Spiel, eventuell mit leichten Vorteilen bei der Arminia“, bekannte auch Trainer Luca Brandes. „Die Gäste haben zweifach Aluminium getroffen, wir hätten dafür am Ende noch den Lucky Punch setzen können.“ Wichtig sei ihm die Reaktion der Mannschaft auf die Vorwoche gewesen, „und die habe ich definitiv gesehen“.

TuS Cremlingen – TSV Münchehof 6:3 (1:1). Tore: 0:1 (33.) Cichon, 1:1 (40.), 2:1 (48.), 3:1 (58.), 3:2 (61.) A. Bergmann/Foulelfmeter, 4:2 (71.), 5:2 (72.), 6:2 (77.), 6:3 (90.+2) A. Bergmann/Foulelfmeter

„Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, aber nach der Pause ging dann quasi gar nichts mehr“, beschrieb Coach Pedro Lopez seine vorerst letzten 90 Minuten an der Linie des TSV Münchehof.

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