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Triathlon

Tränen und Schmerzen: Drama-Aus von Lange in Hawaii

Beim Schwimmen lief alles noch perfekt für Lange.

Beim Schwimmen lief alles noch perfekt für Lange. Foto: Ezra Shaw/Getty Images for IRONMAN/dpa

Der letzte Auftritt wird zum Tränen-Drama: Patrick Lange muss bei der Ironman-WM in Hawaii aufgeben. Beim Wendepunkt biegt er ab.

Von Jens Marx, dpa 10.10.2026, 22:10 Uhr

Kailua-Kona. Patrick Lange versuchte es noch einmal, kämpfte gegen die Schmerzen und Krämpfe. Doch nach zwei Stopps auf der Radstrecke und einem immer größeren Rückstand auf die Spitze endete für den mittlerweile 40 Jahre alten Hawaii-Gewinner von 2017, 2018 und 2024 der letzte Auftritt mit Tränen und einer riesigen Enttäuschung. 

Am Wendepunkt der Radstrecke in Hawi nahm er nicht die 180-Grad-Kurve. Lange steuerte sein Triathlon-Rad zwischen den grünen Pylonen vorbei. 

„Die Kehrseite der Medaille“

Runter vom Kurs auf der Insel, die er so liebt und der er - wie er selbst immer wieder gesagt hat - so viel zu verdanken hatte. 2013 noch als Zuschauer. 2016 beim WM-Debüt über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer bereits als Dritter auf dem Podest, damals zusammen mit Jan Frodeno und Sebastian Kienle. 

Danach die beiden Triumphe, dann 2019 - auch damals muss Lange aussteigen auf der Radstrecke. Fünf Jahre später feierte er einen von vielen kaum für möglich gehaltenen Sieg-Comeback in Hawaii. Beim ersten gemeinsamen Rennen für Männer und Frauen seit 2019 und der Corona-Pandemie wollte er noch mal zeigen, was in ihm steckt. 

Es wurde zum Déjà-vu. „Jetzt kommt ein bisschen die Kehrseite der Medaille“, sagte sein Trainer Benjamin Reszel im Livestream des ZDF. „Richtig bitter“, kommentierte auch die ehemalige Hawaii-Gewinnerin Anne Haug als TV-Expertin.

Was für ein Drama: Lange muss bei seiner letzten Hawaii-WM aussteigen. (Archivbild)

Was für ein Drama: Lange muss bei seiner letzten Hawaii-WM aussteigen. (Archivbild) Foto: Arne Dedert/dpa

Ein Beginn, wie er nicht besser hätte sein können

Dabei hätte es zunächst nicht besser laufen können. Regen in der Nacht und auch noch am Morgen sorgten für ordentlichen Wellengang vor Kailua-Kona. Doch Lange hielt mit den Schnellsten im Wasser mit, nachdem das Rennen wie immer mit einem Kanonenschuss gestartet worden war. 

Lange behauptete sich in der Top-Gruppe und kam mit nur zwölf Sekunden Rückstand wieder an Land. Doch dann vergrößerte sich der Rückstand zunehmend auf den zunächst führenden Landsmann Jonas Schomburg, den später aber ebenfalls muskuläre Probleme bremsten. 

Auf einmal stand Lange am Straßenrand. „Es geht nicht“, sagte er zu seinem Coach. Lange fasste sich immer wieder an den hinteren linken Oberschenkel bzw. unteren Rücken. Seine beste Disziplin sollte doch mit dem abschließenden Marathon erst noch folgen. Es kam anders. 

 

Lange hatte in diesem Jahr schon mal die Probleme

„Im ersten Moment ist es unheimlich brutal“, schilderte Reszel: Es sei eine Krampfneigung „über die gesamte hintere Kette“. Ein Problem, das in diesem Jahr in Texas Lange auch schon mal zur Aufgabe gezwungen hatte. 

In Hawaii, auf seiner Insel, wollte er nicht wieder aufgeben, schon gar nicht bei seinem letzten Auftritt. Doch wenige Meter vor dem Wendepunkt hielt Lange wieder an. Bis dahin hatte er es geschafft, so war auch die Absprache. Es zumindest noch mal versuchen. Dort wollten sie neu entscheiden. 

Lange entschied. Er senkte den Kopf, rollte noch mal den leichten Hügel hoch, ehe er rechts abbog. Er stieg aus, hielt sich die Hände vors Gesicht, griff sich an den Rücken und verschwand mit gesenktem Kopf.

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