Bornemann AG zieht auf Fliegerhorst
Gleich drei Gebäude hat sich die Bornemann AG auf dem Fliegerhorst-Gelände gesichert – unter anderem einen ehemaligen Flugzeughangar. Fotos: privat
Goslar. Der IT-Spezialist aus Goslar kauft gleich drei Gebäude der ehemaligen Kaserne – unter anderem einen ehemaligen Flugzeughangar.
Die Bornemann AG wird zum Firmen-Vorreiter bei der Fliegerhorst-Nutzung: Das 2004 gegründete Unternehmen zieht innerhalb Goslars um und siedelt sich 2018 in drei Gebäuden auf dem ehemaligen Militär-Areal an. Das neue Domizil ist für die Jürgenohler Nachbarn gut einsehbar. Es liegt direkt im Eingangsbereich an der Marienburger Straße und umfasst die frühere Hauptwache, den dahinter liegenden Verwaltungssitz und einen angrenzenden Flugzeughangar. Über den Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt.
Der international tätige Spezialist für GPS-Ortungssysteme, die Personen und Fahrzeuge lokalisieren können sowie mobile Arbeitszeiterfassungen und elektronische Fahrtenbücher ermöglichen, zählt zu den bundesweit größten Anbietern der Branche. Das Unternehmen will nach Angaben von Marketing-Leiterin Ivy Bauer – je nach Baufortschritt – Anfang bis Mitte des nächsten Jahres dort einziehen, wo vor sieben Jahren die letzten Goslarer Bundeswehr-Soldaten ihren Dienst taten.
Der Kaufvertrag ist unterzeichnet. Nutzungs- und Bauanträge sollen in den nächsten Wochen eingereicht werden. Schon jetzt stehe aber fest, so Bauer, dass an den denkmalgeschützten Gebäuden keine baulichen Veränderungen vorgenommen würden, „um den Charme und den Charakter der Gebäude zu erhalten“. Bisher sind Technikabteilung, Vertrieb und Lager von Bornemann über mehrere Standorte verteilt – etwa am Steinberg am Oberen Triftweg und im Gewerbegebiet Baßgeige an der Ottostraße. Dort platzten die Räumlichkeiten, so Bauer, mittlerweile aber aus allen Nähten, zumal der Betrieb personell weiter zulegen will.
„Wir waren lange auf der Suche nach einem passenden Standort, der ausreichend Platz sowohl für unsere stark angewachsene Belegschaft als auch für die Umsetzung unserer Zukunftspläne gerade in den Bereichen ,Industrie 4.0’ und ,Internet of Things’ bietet“, erläutert Vorstandschef Lars Bornemann die Hintergründe. Mit der Bündelung der Aktivitäten könne das Unternehmen seine Schlagkraft erhöhen und die Weichen für ein nachhaltiges Wachstum stellen. „Unsere Kunden werden von den kompakteren Abläufen und schnelleren Reaktionen auf Anfragen profitieren“, sagt Bornemann. Nicht zuletzt habe sich sein Unternehmen mit dem Ausbau dreier markanter Gebäude auf dem Fliegerhorst bewusst für die Region Goslar entschieden.
Für die regionale Investorengruppe BLB (Bruns-Lüder-Bertram) bedeutet der erste Gebäudeverkauf einen „Meilenstein“ für die Fliegerhorst-Vermarktung. BLB hat die Bereiche Fliegerhorst „West“ und „Mitte“ erstanden, erschließt das Gelände und will Grundstücke und Gebäude dann vor allem an Gewerbetreibende verkaufen. „Dass wir einen zuverlässigen Partner direkt aus Goslar gefunden haben, freut uns ganz besonders“, sagt BLB-Projektentwickler Folkert Bruns, der am Oberen Triftweg einer der Bornemann-Vermieter ist.
Mit „zwei bis drei“ anderen Interessenten seien die Verhandlungen auch schon konkret. Bruns rechnet mit Entscheidungen bis „Mitte oder Ende März“. Ansonsten beschäftigt ihn derzeit vor allem die Untersuchung des 50 Hektar großen Geländes auf Kampfmittel und deren Räumung. Insgesamt 26 Hektar der Fläche müssten untersucht werden. „Wir haben bereits zwei scharfe Handgranaten und Flugzeugmunition gefunden“, erzählt Bruns.