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An der Hochschule lernen nicht nur Studenten

Der 18-jährige Tobias Kalbitz (rechts) absolviert eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker an der TU Clausthal.   Fotos: Haberstumpf

Der 18-jährige Tobias Kalbitz (rechts) absolviert eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker an der TU Clausthal. Fotos: Haberstumpf

Clausthal-Zellerfeld. Die Technische Uni Clausthal ist die größte Ausbildungseinrichtung im Landkreis Goslar. Bis Ende Oktober kann man sich noch auf freie TU-Lehrstellen für 2017 bewerben.

Von Corinna Knoke Donnerstag, 29.09.2016, 14:45 Uhr

Berufsausbildung an einer Hochschule? Ja, das gibt es – und an der Technischen Universität Clausthal (TU) ist das Lehrstellenangebot mit rund 100 Ausbildungsplätzen sogar vergleichsweise üppig. Zwölf Ausbildungsberufe bietet die Uni an, vom Chemielaboranten bis zum Werkstoffprüfer. „Die TU Clausthal ist damit die größte Ausbildungseinrichtung im Landkreis Goslar“, betont Hochschulsprecher Christian Ernst. In diesen Wochen haben wieder zwanzig neue Azubis ihre Lehrzeit an der TU begonnen. Und auch wenn bundesweit die Anzahl der Auszubildenden leicht zurückgehe, sei die Harzer Uni zuversichtlich, ihre Stellen „auch künftig qualifiziert besetzen zu können“, so Ernst.

Wichtig für alle männlichen und weiblichen Interessenten: Auf die freien TU-Lehrstellen für das nächste Jahr, also für 2017, kann man sich jetzt bewerben – die Frist läuft noch bis Ende Oktober (mehr Infos dazu sind auf www.tu-clausthal.de zu finden). Was ist reizvoll daran, in einem wissenschaftlich geprägten Umfeld eine betriebliche Ausbildung zu absolvieren? „Wir haben hier die Möglichkeit, wirklich über den Tellerrand zu schauen, weil wir viele Einblicke in andere Abteilungen bekommen und den wissenschaftlichen Standort kennenlernen. Und die Ausbilder nehmen sich intensiv Zeit für uns“, so sieht es Anja Stubbe. Die 21-Jährige hat Abitur und ist angehende Fachinformatikerin am TU-Rechenzentrum im dritten Lehrjahr. Ihr derzeitiger Arbeitsplatz ist die IT-Service-Abteilung am Energie-Forschungszentrum Niedersachsen in Goslar. Hier arbeiten etwa 80 Natur-, Ingenieur- und Gesellschaftswissenschaftler an gemeinsamen Forschungsprojekten. Und wer Probleme mit seinem Rechner hat, der landet oft bei Anja Stubbe an der Strippe.

Von ihrem Büro aus versucht sie dann zu helfen. Was nicht immer einfach ist. „Man lernt hier viel im Umgang mit Menschen“, erzählt sie schmunzelnd. „Der Kunde versteht das Problem an seinem PC oft selber gar nicht richtig und schildert es uns dann falsch. Man muss also lernen, richtig nachzufragen, um helfen zu können.“ Das Klima an der Uni findet die junge Computer-Spezialistin „lehrreich und freundlich“, zugleich aber auch spannend. „Kein Tag ist hier wie der andere.“

Kurioses hat die 21-Jährige bereits auf dem Campus in Clausthal erlebt. Dort arbeitete sie am sogenannten Help-Desk, dem Kunden-Support für die Studenten. Vor allem eine Herausforderung gab es dort zu meistern, erinnert sie sich: „An einigen Rechnern lief das Windows-Betriebssystem auf Chinesisch – da konnten wir uns nur anhand der bekannten Windows-Symbole orientieren. Das ist gar nicht so leicht.“ Chinesisch ist an der TU keine so seltene Sprache; immerhin 500 der fast 5000 Clausthaler Studenten kommen aus Fernost.

Rund ein Dutzend Azubis gehören zum Rechenzentrum, die Ausbildung zum Fachinformatiker dauert drei Jahre. Dass die Berufsausbildung an der Clausthaler Uni generell einen guten Ruf genießt, davon zeugten zuletzt mehrere Innungs- und Jahrgangsbeste: 2016 etwa der Feinwerkmechaniker Lars Jacobi, 2015 der Chemielaborant Kevin Becker oder 2014 der Fachinformatiker Christoph Gröger.

Ein Plus für die Ausbildung an der TU sei aber auch die gute Ausstattung, findet Werkstattleiter Mario Schulte-Übermühlen, der für die Feinwerkmechaniker zuständig ist. Seine Azubis können hier mit modernster CNC-Fräsmaschinentechnik arbeiten. Und: Eine besondere Nähe pflege man zur Berufsschule Goslar. „Die praktische Prüfung findet in der Regel hier bei uns statt“, betont der Ausbilder.

Kontakt an der TU: Gesine Redecker, Telefon 05323 / 72 24 57

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