Montag, 01.07.2019

Schützenfrühstück: Über Lob, Respekt und ein Fass Bier

Goslar. Tradition, Ehrenamt und eine gute Portion Humor – das sind die Zutaten für ein ordentliches Goslarer Schützenfrühstück. Banker, Kaufleute, Abordnungen vieler befreundeter Vereine, Marinekameradschaft, führende Vertreter aus Politik und Verwaltung tummelten sich deshalb am Montagmittag im Lindenhof, um der Privilegierten Schützengesellschaft nach alter Sitte die Ehre zu erweisen.

Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk legte als Grußredner gleich munter los, denn die Sache mit dem misslungenen Fassanstich vom Freitag war allen natürlich noch bestens im Gedächtnis. „Entweder man wird mit Hasseröder Bier übergossen, oder es kommt nichts raus“, stichelte Junk: „Auch das Haus der Geschichte in Bonn hat sich schon gemeldet.“ Mehr als 40 Schläge landete der Rathauschef vergebens, um ein Fass Bier anzuzapfen, „und auch Herr Schlienkamp hat sicher noch 20-mal draufgehauen“, resümierte Junk. Na, wenn das mal nicht in die Geschichte eingeht. Ulrich Schlienkamp, Chef der Hasseröder Brauerei, trug‘s mit Fassung im Saal des Lindenhofs.

Zumal eine misslungene Generalprobe allgemein ja ein gutes Vorzeichen für die Hauptaufführung ist – und die folgt 2020, wenn die Goslarer Schützengesellschaft ihr 800-jähriges Bestehen feiert.

Herausragendes Ereignis

Insgesamt bescheinigte Junk dem Schützen- und Volksfest beste Noten: „Das ist ein Volksfest, das richtig gut funktioniert.“ Lob ging an Sven Schneider für einen „Riesenwirtschaftsbetrieb“, gleichermaßen gab es Lob für die Schützen, die erfolgreich eine jahrhundertealte Tradition pflegen.

Landrat Thomas Brych.
„Ein herausragendes Ereignis“, bescheinigte auch Landrat Thomas Brych. Er nahm das Traditionsfest als Beispiel für viele Dinge, die im Landkreis gut laufen: Unternehmergeist, 2500 neue Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren, große Investitionen – von der Bad Harzburger Hotellerie bis zum Fliegerhorst in Goslar.

Hartmut Richter, Präsident des Kreisschützenverbandes, nutzte das Forum derweil, um langjährige Mitglieder der Goslarer Schützen auszuzeichnen. Dem Oberbürgermeister dankte er für die Empfänge der Schützen im Großen Heiligen Kreuz, dem Landrat als Schirmherr des Kreiskönigschießens.

Applaus der Gäste: Goslars frühere Oberbürgermeisterin Marta Lattemann-Meyer, Oberkirchenrat Andreas Jensen (li.) und Erhard Meyer, früherer Chef der Goslarer Wohnstättengesellschaft. Fotos: Epping

„Leitbilder im Ehrenamt“ war das Thema der Festrede zum Schützenfrühstück. Goslars Ortsbrandmeister Olaf Laue warf dabei den Blick auf Organisation, Zusammenhalt und Werte, die wichtiger seien denn ja: Gleichberechtigung, Toleranz, Integration, Inklusion, Respekt, Anerkennung seien Triebfedern für motiviertes Handeln. Zugleich appellierte Laue, „klare Kante“ zu zeigen gegen Hass und Hetze in sozialen Netzwerken.

Begonnen hatte das Programm der Schützen am Dienstag mit dem Abholen der Könige, der Ratsfrauen und Ratsherren mit Antreten auf dem Marktplatz. Nach dem Schützenfrühstück ging es am frühen Nachmittag zur traditionellen „Platzrunde“ aufs Fest.