Montag, 01.07.2019

Rummel-Test: Ein Shake, der hält, was er verspricht

Mehr zum Thema
 
Schützenfest
Schützenfrühstück: Über Lob, Respekt und ein Fass Bier
Schützenfest
Auf Goslar scheint die Sonne herab: Bilder des Festumzugs
Video(s)
 

Goslar. Oben, unten, rechts, links, vorwärts, rückwärts und das Ganze noch einmal andersherum: Wer seinen Gleichgewichtssinn auf die Probe stellen will, ist auf dem Schützenplatz richtig. Aber es gibt auch Plätze für ruhiges Amüsement mit tollem Ausblick. Manchmal wird einem auch eiskalt der Spiegel vors Gesicht geknallt.

Das „Down Town“ auf der Festmeile (Eintrittspreis: 2,50 Euro) kommt eigentlich ganz harmlos daher – ein Labyrinth eben. Das erste Überraschungsmoment gibt’s gleich an der Kasse: Dort werden weiße Handschuhe verteilt. Damit nicht so viele Patschehändchen an den Glasscheiben landen, wirklich clever. Auch wenn die weißen Fingerschoner nicht gerade passgenau sitzen.

Achtung, Hände hoch!

Wer schon einmal solch ein Labyrinth betreten und erfolgreich wieder verlassen hat, sollte die richtige Taktik kennen. Spätestens, wenn man das erste Mal mit dem Schädel gegen einen der Spiegel geknallt ist, sollte klar sein, dass das oberste Gebot heißt: Hände hoch. Und so tastet und watschelt man Kurve um Kurve weiter, manchmal auch zurück und natürlich auch in die eine oder andere Sackgasse. Trotzdem: Mit der Hände-Hoch-Taktik schafft man es recht schnell wieder nach draußen, wo die letzte große Gemeinheit wartet: ein kräftiger Luftstoß von unten. Also daran denken: Gerade Rockträger sollten ihre Hände schnell wieder an den Körper führen.

Eine ganz andere Kategorie ist der „Shake“ (1 Chip: 4 Euro, 4 Chips: 12 Euro), der Premiere in Goslar feiert. Offiziell nichts für kleine Kinder, aber zwei normal gebaute Erwachsene nebeneinander haben deutlich weniger Ellenbogenfreiheit als in der Deutschen Bahn. Der Klemmgurt sitzt ziemlich eng, Lungen- und Zwerchfellatmung funktionieren gerade noch so eben, aber wenn das Gerät sich erstmal in Bewegung setzt, bleibt einem sowieso die Luft weg. Das Teil ruckt, dreht, schleudert, shaket und wirbelt hin und her, stoppt plötzlich, klappt nach hinten weg, alles steht Kopf, und der Mageninhalt, der gerade noch auf dem Weg nach oben war, weiß plötzlich nicht mehr, wo er eigentlich hin wollte. Heftig. Manch einem mag da sein ganzes bisheriges Leben vor den inneren Auge vorbeiziehen, beziehungsweise vorbeischleudern, und am Ende, wenn man mit einem schweren Schleudertrauma und weichen Knien wieder aus der Gondel klettert, will man nur noch aus tiefstem Herzen seinem alten Schulbusfahrer danken für die optimale Vorbereitung auf das wahre Leben. Egal, noch eine Runde bitte, aber jetzt mit Tempo.

Zum Abschluss genießen die Tester den Blick aus luftiger Höhe über den Festplatz.

Um den Adrenalinpegel wieder auf ein normales Maß zu bekommen, geht’s zum Schluss ins Riesenrad. Entschuldigung, ins „Grand Soleil“ (Fahrt: 6 Euro, Kinder 3 Euro), das ebenfalls neu ist auf dem Schützenplatz. Vier Runden in gemächlichem Tempo und geschlossener Gondel stehen auf dem Programm, dazu ein längerer Stopp in fast 50 Meter Höhe, um die Aussicht zu genießen. Genau das Richtige, um den durchgeschüttelten Körper wieder in Ordnung zu bringen und irgendwie gehört Fahrt mit Panorama-Blick auch einfach zur Rummel-Runde dazu.