Montag, 17.12.2018

„Ich wollte nie Influencerin werden“

Leserbrief

Selbstliebe: Das ist ein großes Thema bei der 29-jährigen Louisa Dellert. Dass sie mit sich und ihrem Körper im Reinen ist, zeigt die Hornburgerin tagtäglich ihren 350.000 Followern auf ihrem Instagram-Account. Dabei liegt es ihr am Herzen, nicht nur eine perfekte Welt darzustellen. In manchmal sehr freizügigen Fotos zeigt die 29-Jährige, dass auch sie nicht makellos ist. Die Junge Szene hat mit ihr im Interview über die Vor- und Nachteile ihres Influnecer- Jobs, aber auch über die Offline-Welt gesprochen.

Wie reagierst Du darauf, dass viele Jugendliche Influencer werden wollen?

Wenn mir jemand sagt, dass er Influencer werden will, rate ich immer, erst einmal die Schule fertig zu machen und eine Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren. (Sie selbst ist gelernte Bürokauffrau. Anm. d. Red) Leute, die an den sozialen Medien interessiert sind, können aber nebenbei damit anfangen. Eine erfolgreiche Influencer-Karriere geht sowieso nicht von heute auf morgen.

Wie wird man Influencer?

Dafür gibt es kein Geheimrezept. Ich zum Beispiel wollte es nicht werden, ich bin da reingerutscht. Damals war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort, und ich hatte eine Message. Man sollte nicht Influencer werden, wenn man kostenlose Produkte zugeschickt bekommen will. Man muss Leidenschaft für ein bestimmtes Thema haben, das man gut im Internet transportieren kann.

Welche Nachteile hat der Job?

Zuerst einmal muss ich sagen, dass jeder Job Nachteile mit sich bringt. Als Influencer ist das Leben irgendwann öffentlich. Man hat wenig Privatsphäre. Außerdem ist man negativen Kommentaren ausgesetzt, mit denen man umgehen muss. Für mich überwiegen aber die Vorteile, weil ich Spaß an meinem Job habe.

Was sind denn die Vorteile?

Ich habe die Möglichkeit, wichtige Themen anzusprechen, ich kann eine Message transportieren. Wenn man Instagram richtig nutzt, kann man dort eine Menge lernen.

Was ist Deine Message?

Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel sind mir wichtig. Ich zeige meinen Followern, was ich zu Hause tue und ermutige sie, es nachzumachen.

Was sagst Du dazu, dass die sozialen Medien im Leben Jugendlicher immer wichtiger werden?

Man wird es nicht ändern können, der Zug ist abgefahren. Die sozialen Medien dürfen nicht verteufelt werden. Jugendliche werden da immer mehr unterwegs sein. Darum ist es wichtig, ihnen zu erklären, wie man sie richtig verwendet. Das ist Aufgabe der Eltern. Jugendliche dürfen den Bezug zur Realität nicht verlieren. Sie sollen auch mal rausgehen, am Wochenende wandern.

In Deiner Instagram-Story hast du Deine Follower dazu animiert, mal ihr Handy wegzulegen. Warum?

Zeit ist das wichtigste Geschenk. Man sollte ein Offline-Leben haben, in dem man sich Zeit für seine Freunde, die Familie und für sich nimmt. Ich bin von Berufswegen viel am Handy. Darum lege ich bewusst das Smartphone zur Seite, wenn ich mich mit jemandem treffe.

Auf Deinem Profil zeigst Du ungeschönte Bilder. Inwiefern findest du Instagram realitätsfremd?

Ich finde, es hat sich in der letzten Zeit gewandelt. Einige Blogger legen schon Wert darauf, die Realität zu zeigen. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass Bilder nur Momentaufnahmen sind, die nicht immer der Realität entsprechen. Sie halten nur einen Augenblick fest. Es ist wichtig, das im Hinterkopf zu behalten.







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