Montag, 25.04.2016, 14:28 Uhr

Wer samstags Fernsehen schaut, ist selbst schuld

Es ist Samstagabend und die Jugendlichen zwischen 18 und 25 gehen feiern. Außer jene, die denken, dass es auch mal ganz gut tut, zu Hause auf dem Sofa zu bleiben und sich etwas im Fernsehen anzusehen.

Hier wäre aber schon gleich das erste Problem: Auch die Fernsehleute wissen, dass normale Menschen am Samstag ausgehen.

Deswegen verbrachte ich den Abend mit Freunden und einer erfrischenden Runde Fremdschämen. Da dachte ich doch tatsächlich, ich wäre durch „Germany‘s next Topmodel“ und „Der Bachelor“ abgehärtet, aber für „Deutschland sucht den Superstar“ hat es noch nicht gereicht. Ich war mir zwischendurch nicht sicher, ob das mittlerweile eine Integrations-Show ist, für Menschen, die einfach etwas anders sind. Ein Talent wird jedenfalls nicht mehr gesucht, denn die Teilnehmer singen so wie ich unter der Dusche, wenn das Wasser zu heiß wird. Aber die Dekolletés der weiblichen Mitstreiter lenken immerhin die männlichen Zuhörer von der Talentfreiheit ab. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kandidaten auf Deutsch singen mussten. Das heißt, diesmal fiel es noch mehr auf, dass Grammatik und Aussprache nicht sitzen.

Die Zuschauer bestehen aus Menderes Bagcy und den Familien der Teilnehmer, freiwillig scheint sich das niemand mehr anzutun. Und Jurymitglied H.P. Baxxter regt sich über sinnfreie Songtexte auf, während Verse wie „How much is the fish“ und „Oi fucking Oi“ auch nicht gerade mit Tiefsinn punkten. Da stimmt doch etwas nicht. Nächsten Samstag gehe ich ganz sicher wieder aus. Eure Caterina


Blog der Redaktion
Weitere Themen aus der Region