Junge Szene
Freitag, 22.06.2018 , 17:51 Uhr

Wehmütige Jugendliche schwelgen in Erinnerungen

Goslar. Früher galt Viva als Sprachrohr für Jugendliche und bot ihnen einen Platz zur Interaktion in Zeiten, in denen Handys noch kein Thema waren. In den letzten Jahren hat sich das Blatt jedoch gewendet: Das Smartphone mit verschiedenen Streaming-Diensten ist anstelle von Viva zum besten Freund geworden. Heißt das also, dass bei Jugendlichen aus der Region der damalige Kultsender abgeschrieben ist oder schalten die Befragten doch noch regelmäßig ein? Welche Erinnerungen verbinden sie mit dem Sender und wie haben sie reagiert, als sie von dem endgültigen Viva-Aus erfahren haben?

Vanessa Krutsch

Dalal Kado

Nedjla Kado

Goslar. Früher galt Viva als Sprachrohr für Jugendliche und bot ihnen einen Platz zur Interaktion in Zeiten, in denen Handys noch kein Thema waren. In den letzten Jahren hat sich das Blatt jedoch gewendet: Das Smartphone mit verschiedenen Streaming-Diensten ist anstelle von Viva zum besten Freund geworden. Heißt das also, dass bei Jugendlichen aus der Region der damalige Kultsender abgeschrieben ist oder schalten die Befragten doch noch regelmäßig ein? Welche Erinnerungen verbinden sie mit dem Sender und wie haben sie reagiert, als sie von dem endgültigen Viva-Aus erfahren haben?

Vanessa Krutsch hat früher viel Viva geschaut. Besonders seien ihr die „Top 100 Charts“ im Gedächtnis geblieben, bei der regelmäßig die aktuellsten Hits vorgestellt wurden. Zudem könne sich die 19-Jährige noch ganz vage an eine Dating-Show erinnern, bei der „in Prozent angegeben wurde, wie gut zwei Menschen zusammenpassen“. So viel also zu ihren Kindheits- und Jugenderinnerungen: In den letzten Jahren habe die Seesenerin gar kein Viva mehr geschaut. Wenn sie Musik hören möchte, greift sie lieber auf Streaming-Dienste zurück. Trotzdem wird sie etwas wehmütig und traurig, wenn sie daran denkt, dass der Sender, mit dem sie quasi aufgewachsen ist, einfach eingestellt wird. Um ihre Erinnerungen noch einmal aufzufrischen, könne sie sich gut vorstellen, den Rückblick auf die Highlights von einem Vierteljahrhundert Viva am Jahresende zu gucken.

In Jugenderinnerungen schwelgt ebenso Dalal Kado. Die 26-Jährige sei aber damals nicht wirklich an Viva interessiert gewesen. Sie bevorzugte den amerikanischen Konkurrenten MTV und entschied sich fast nie dazu, Viva auf ihrem Fernseher anzugucken. Bei ihrer ein Jahr jüngeren Schwester Nedjla Kado sah es hingegen etwas anders aus. Sie schaute in ihren Teenagerjahren regelmäßig bei dem Kultsender rein. Aber auch sie teilt die Ansicht ihrer Schwester: „MTV war besser und lustiger“, betont sie. Beide sind sich sicher, dass die Zeiten sich geändert hätten. „Ich bin älter geworden und mir ist es nicht mehr so wichtig, up-to-date zu sein“, gibt Nejla zu und sagt, dass sie nun andere Interessen hätte. Wenn sie oder ihre Schwester Dalal heutzutage Musik hören wollten, würden sie eher auf das Radio zurückgreifen oder Streaming-Dienste wie Spotify nutzen. cok


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