Mittwoch, 27.07.2016, 15:18 Uhr

Schlafen Journalisten auch mal?

Wenn ich eins während meiner Zeit hier gelernt habe, dann, dass ein dickes Fell oft von Vorteil ist. Gut, dass meine Heimat schon mit den kühlen Temperaturen dafür gesorgt hat.

Spitznamen wie „Die Eisheilige“ prallten also an mir ab.

Es hallten auch mal gerne die kreativen Rufnamen „Cäte die Rakete“ und „Klayden“ durch das Treppenhaus. Den nordischen Akzent, mit dem einige meiner Kollegen kürzlich anfingen, kriege ich irgendwie auch nicht mehr ganz raus. Mein Alter war häufig Gesprächsthema. Wenn sich meine Kollegen untereinander eins auswischen wollten, versammelten sie sich an meinem Tisch und wiesen sich gegenseitig daraufhin, dass sie schon meine Väter (in Ausnahmefällen sogar Großväter) sein könnten. Aber ganz ehrlich: Mit 15 ist es auch heute eher selten, ein Kind zu haben.

Trotzdem muss ich gestehen, dass ich einige Male wirklich das Gefühl hatte, ein paar neue Väter gewonnen zu haben: Jene, die mich tadelten, jene, die mir hin und wieder den Rucksack abnahmen und jene, die mich freundlich darauf hinwiesen, dass ich zum Beispiel einen offenen Hosenstall oder den Rest meines Mittagessens im Gesicht hatte. Und wenn ich in seltenen Momenten ein bisschen schlechter gelaunt war, dann heiterten mich meine Sitznachbarn mit Musik und kleinen Tanzeinlagen auf.

Außerdem bin ich sicher, dass es irgendwo im Pressehaus ein Feldbetten-Lager gibt, wo alle nächtigen. Denn egal ob ich kam oder ging, jeder haute immer noch in die Tasten. Auch, wenn ich mich im Pressehaus verlaufen habe – wobei ich immer auf nette Leute getroffen bin – habe ich dieses Lager bis heute nicht gefunden. Eure Caterina


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