Montag, 08.11.2021, 08:01 Uhr

Lange Wissenschaftsnacht lockt rund 600 Besucher

Farbenfroh beleuchtet wie viele andere Institutsgebäude präsentiert sich das TU-Hauptgebäude zur Langen Nacht der Wissenschaft. Foto: Neuendorf

Im Feldgrabengebiet sorgten Imbissstände für das leibliche Wohl der Teilnehmer. Fotos: Römhild

Bei der ersten Veranstaltung von „Science on the Rocks“ seit 2019  kommen rund 600 Teilnehmer in die TU Clausthal, um Forschung mal anders zu erleben.

Clausthal-Zellerfeld. Es war eine besondere Nacht in Clausthal, das war schon von Weitem zu sehen: Universitätsinstitute waren festlich beleuchtet, Bratwurstbuden verbreiteten ihren Duft und auch zu später Stunde waren zahlreiche Menschen in den Clausthaler Straßen unterwegs.

Nachdem die Lange Nacht der Wissenschaft im vergangenen Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen war, lud der Verein „Science on the Rocks“ jetzt wieder zu einer unterhaltsamen und informativen Tour durch Wissenschaft und Forschung. Zwischen 16 Uhr und Mitternacht konnten die Teilnehmer Vorträge hören, Institute besichtigen, sich an Messeständen informieren oder beim Science Slam ihre Bewertungen abgeben.

Rund 600 Menschen erlebten in dieser Nacht Wissenschaft auf andere Weise, berichtet Dustin Reineke vom Vereinsvorstand. Allein 150 davon kümmerten sich um den reibungslosen Ablauf.

Viel Personal ist gefragt

Im Bergbauinstitut lauschen die Zuhörer Prof. Sebastian Pannasch aus Dresden.

Insbesondere die Corona-Maßnahmen – es galt die 3G-Regel – erforderten viel Personal. So standen vor jedem Hörsaal Ordner, die die Besucher digital eincheckten, um gegebenenfalls eine Nachverfolgung zu ermöglichen.

Das Programm bot eine große Vielfalt unterschiedlicher Themen. Die Bandbreite reichte von Fragen rings um Kryptowährungen, Schwarmverhalten, Radiosignale aus dem Weltall bis hin zu Warteschlangensimulationen.

Erwartungsgemäß gelang es nicht allen Referenten, ihre Inhalte tatsächlich auch für ein fachfremdes Publikum aufzubereiten. Das tat dem Vergnügen aber keinen Abbruch – man konnte einfach weiterziehen.

Richter bald überflüssig?

Professor Sebastian Pannasch aus Dresden schaffte es in seinem Vortrag „Autofahrer der Zukunft“ gut, sein Publikum mitzunehmen. Er schilderte, dass auch beim autonomen Fahren irgendwo ein Mensch sitzen müsse, der in kritischen Situationen entscheide. „Und das würde bestimmt ins Ausland outgesourct“, vermutete er. Dann müsse also vielleicht ein Operator in Indien entscheiden, wie ein Fahrzeug in Clausthal aus einer Schneewehe zu befreien sei. „Sie sehen, ich stehe dem Ganzen etwas kritisch gegenüber.“

Ob die Informationstechnologie langfristig Richter überflüssig machen werde, beleuchtete Prof. Wolfgang Kilian aus Hannover. „Ich glaube nicht, dass es so weit kommt“, erklärte der Jurist: „Viele Bewertungen kann man nicht automatisieren.“ Im Flugrecht allerdings sei so etwas möglich.

Sehr unterhaltsam präsentierte Prof. Nils Waterstraat aus Halle Fragen nach der mathematischen Unendlichkeit. Schritt für Schritt und mit anschaulichen Beispielen erläuterte er diese spezielle Mengenlehre. Und mit der Erkenntnis, dass es mathematisch unendlich viele Unendlichkeiten gibt, zogen die Zuhörer dann weiter – in die unendlichen Möglichkeiten der Langen Nacht der Wissenschaft.


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