Freitag, 22.04.2016, 15:16 Uhr

Harz-Attack: Kiten für Anfänger

Einer der Schulungsspots der Kite Schule Harz ist die Hasselkopfwiese in Braunlage. Foto: Sowa

Snowkiten auf den Oberharzer Wiesen. Foto: Privat

Snowkiten auf den Oberharzer Wiesen. Foto: Privat

Bei einer richtigen Windböe kann das schon mal zum Abheben führen. Foto: Privat

Safety first! Falls sich der Kite verheddert, ist es wichtig zu wissen, wie ich ihn schnell von meinem Gurt lösen kann. Foto: Sowa

Mit Omi und Opi durch den Harz wandern, und sich nebenbei Geschichten über Pflanzen- und Vogelarten anhören. Für uns Jugendliche klingt das nicht gerade nach Action.

Dabei hat der Harz so viel mehr zu bieten, auch für junge Leute. Nicht nur zu Fuß lässt sich die Harzer Landschaft erkunden, sondern auch aus der Luft, mit tierischen Freunden oder beim Ausüben ausgefallener Sportarten.

Kiten zum Beispiel ist eine ziemlich vielseitige Sportart. Am bekanntesten ist das Kitesurfen. Dabei wird der Surfer auf seinem speziellen Board an einem drachenähnlichen Kite über das Wasser gezogen. Da ist es wichtig, trotz des Windes die Kontrolle zu haben, denn wenn der Kite einmal im Wasser ist, ist es nicht gerade leicht, ihn wieder in die luftige Höhe zu ziehen.

Was die Wenigsten wissen: Kitesurfing funktioniert auch an Land. Auf großen Asphaltflächen ist es möglich, sich auf einem Skate- oder Longboard vom Wind ziehen zu lassen. Das ist aber nur etwas für echte Profis.

Leichteres Snowkiten

Die einfachste Möglichkeit, in den Kitesport zu schnuppern, ist das Snowkiten. Der große Vorteil hierbei: Der Untergrund ist einigermaßen weich (kommt auf die Schneelage an). Ähnlich wie auf dem Wasser wird der Sportler hierbei auf einem Snowboard oder auf Skiern über den Schnee gezogen. Und genau das habe ich auf dem Hasselkopf Braunlage ausprobiert.

Jedenfalls war das der Plan. Aber während das Wasser in einem See recht beständig ist, kann Schnee schon mal verschwinden. Das ist auch passiert. Und nachdem alle geplanten Termine im wahrsten Sinne ins Wasser gefallen waren, hab ich mich dazu entschlossen, das „Snow“ im Wort zu ignorieren und einfach nur das „Kitehandling“ zu lernen.

Selbsterfahrung

Also traf ich mich an einem sonnigen Morgen mit Michael Scholz von der Kiteschule Harz. Der sollte mir beibringen, wie ich einen Kite fliegen kann, ohne dabei abzuheben. Sein Schüler Timo machte den Anfang und gab direkt eine gute Figur ab.

Dann wurde auch mir ein Kite angeschnallt – natürlich ein kleinerer, damit ich nicht doch noch abhebe und auf dem Wurmberg lande. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung ging es los.

Ich bemerkte schnell, was für eine Kraft der Wind hat und muss eingestehen, dass ich ganz froh war, nicht auf einem wackeligen Brett gestanden zu haben. „Dabei ist es auf dem Board viel leichter. Da musst du nämlich nicht mit dem Wind mitgehen und testen, woher er kommt, du wirst einfach gezogen“, versichert mir Michael. Das ergab Sinn, denn während er das sagte, zog mich der Wind so stark über die Wiese, dass Michael mir nacheilte und mich anmeinem Sicherheitsgurt packte.

Regel Nr. 1: Trau dich, Schwäche zu zeigen und lass die Lenkung los, wenn dich der Kite kreuz und quer durch die Gegend zieht. Regel Nr. 2: Lass nicht zu spät los.

„Zum Kiten braucht man keine bestimmte Fitness“, hatte mir Michael vor der Stunde grinsend versichert. Aber mit Pudding in den Armen ist es recht anstrengend, stellte ich fest. Die Lenkung muss durchgängig daran angepasst werden. Hierbei gilt: Ziehe ich an der roten Seite des Lenkers, fliegt der Kite nach links, ziehe ich an der schwarzen, werde ich nach rechts gezogen. Das mit den beiden Farben ist unglaublich praktisch für Menschen wie mich, die sich ein bisschen schwer mit rechts und links tun.

Einmal abheben

Bei jeder Windböe sah ich mich schon in luftigen Höhen über das Harzer Land schweben. Dieses kleine Bedenken nutzte Michael charmlos aus, und als er sagte: „Wir probieren jetzt mal einen Trick“, konnte ich nicht mal rechtzeitig protestieren, ehe ich in der Luft schwebte.

Regel Nr. 3: Vertraue deinem Kitelehrer. Hätte er mich in diesem Moment losgelassen, wäre das unschön geendet. „Na ja, eigentlich sollte man solche Momente beim ersten Mal vermeiden, aber bei dir fand ich es ganz lustig“, gestand er. Ich fand es auch super witzig, nachdem ich tausend Tode gestorben war. So witzig, dass ich im Winter wiederkomme, um das Ganze noch mal mit dem Snowboard auszuprobieren.

Die Kiteschule Harz hat ihren eigentlichen Standort in Drübeck. Die Oberharzer Wiesen rund um Braunlage und St. Andreasberg bieten die besten Voraussetzungen zum Snowkiten, wenn die Schneelage stimmt. Es gibt aber das ganze Jahr über Kitehandling-Kurse. Snowkiten kann jeder lernen, auch jene, die noch nie auf Skiern oder einem Snowboard gestanden haben. Gerade für Jugendliche ist es eine abwechslungsreiche Möglichkeit, die Harzer Gegenden zu erkunden


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