Freitag, 16.07.2021, 18:08 Uhr

GZ-Hilfsaktion für die Opfer der Flutkatastrophe

Goslar. Den letzten Anstoß gab ein Goslarer Ehrenbürger: „Muss eigentlich immer der Staat helfen?“, fragte Sigmar Gabriel am GZ-Telefon und lieferte die Antwort gleich mit. Nein: Wer auf Leid und Not der Flutopfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz schaut, der fragt sich automatisch, wo er seinen Beitrag leisten kann, um die schrecklichen Folgen zu mildern. Mit Geld. Und mit Taten.

Die GZ hat deshalb gemeinsam mit dem Goslarer Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes – Vorsitzender Joachim Probst zögerte keine Sekunde – und Gabriel als Schirmherrn eine Hilfsaktion ins Leben gerufen. Sie greift doppelt: Zum einen ist ab sofort ein DRK-Spendenkonto eingerichtet, auf dem Geld für ein noch konkret zu bestimmendes Hilfsprojekt vor Ort in Nordrhein-Westfalen gesammelt wird. Zum andern erinnert Gabriel an eine Harzer Hilfsaktion bei der Hamburger Sturmflut vor 60 Jahren. In Hahnenklee wurden damals Kinder aus der Hansestadt untergebracht, bis sie daheim wieder eine sichere Aufnahme fanden. 

Goslars Ehrenbürger Sigmar Gabriel appelliert, zur sachlichen politischen Auseinandersetzung zurückzukehren. Archivfoto: Kleine

 

Insofern werden Gastfamilien, Institutionen, Vereine oder einfach Gastgeber gesucht, die kurzfristig Kinder aufnehmen und betreuen können – eventuell mit noch zu organisierender Unterstützung. Gabriel will mit gutem Beispiel vorangehen und mit Ehefrau Anke selbst zwei Kinder bei sich beherbergen, um deren Eltern in einer schlimmen Notlage zu entlasten. Es gehe darum, von Goslar aus Angebote zu machen und gleichzeitig in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz den Bedarf abzufragen.

Signale nach Düsseldorf

Gabriel hat deshalb alte politische Kontakte reaktiviert und der Landesregierung in Düsseldorf ein Signal gegeben. Antwort sollte bis Anfang nächster Woche kommen. Und wenn keine Hilfe bei der Unterbringung, sondern „nur“ Geld für den Wiederaufbau benötigt wird? Auch gut. Für Gabriel ist das Nichtstun aber keine Alternative. Bedenken wischt er deshalb vom Tisch: „Es muss doch möglich sein, eine Selbsthilfe zu organisieren – schnell und unkompliziert.“

Kinderhilfe: Wer Kinder aus überfluteten Gebieten bei sich aufnehmen will, schreibt eine E-Mail an leser-forum@goslarsche-zeitung.de.

Spendenkonto: Wer finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau leisten will, kann Geld auf folgendes DRK-Spendenkonto überweisen: DE58259501300000042424. Stichwort: Hochwasserkatastrophe.fh


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