Freitag, 20.05.2016, 16:40 Uhr

Die Wahrheit über Muskel-Mythen

Wenn es auf die Sommerzeit zugeht, schwitzen viele für die Strandfigur in Fitnessstudios oder beim Joggen im Park. Außerdem gibt es keine Kohlenhydrate, dafür aber nach jedem Training ein Proteinshake.

Ist die Methode wirklich die beste? Die Junge Szene hat nachgefragt.

Besonders die Eiweißshakes sind bei Fitness-Junkies beliebt. Statt Apfelschorle kommt jetzt der Schoko-Fitnessshake mit in die Schule. So soll es schließlich schneller mit dem Muskelaufbau gehen – stimmt das?

„Wir dürfen nicht vergessen, dass unser Körper noch auf dem Stand der Steinzeit ist, da hatte niemand Proteinshakes“, so die Personaltrainerin Gabi Fähland (46) aus Bad Harzburg. Sie empfiehlt, Eiweiß durch natürliche Lebensmittel zu sich zu nehmen, zum Beispiel in Form von Fisch, Fleisch oder eben Eiern. „Zudem enthalten diese Getränke auch viele Süßungsmittel.“

Mit Shakes zum Ziel

Die Fitness-Ökonomin Anne Töpfer (27) aus Goslar ist anderer Meinung: „Die Shakes sind für den Muskelaufbau vorteilhaft, denn sie enthalten viel mehr Eiweiß, als wir mit der Nahrung aufnehmen könnten. Gerade für Vegetarier und Veganer ist das eine gute Möglichkeit, Muskeln aufzubauen.“ Außerdem enthalte das Pulver kaum Kohlenhydrate.

Es ist wichtig, zwischen Abnehmen und Muskelaufbau zu unterscheiden. „Das sind unterschiedliche Ziele, die unterschiedliche Vorgehensweisen benötigen“, beschreibt Anne.

„Wer ein Haus bauen will, braucht dazu Mauersteine, diese müssen zusammengesetzt werden. So ähnlich ist das mit dem Muskelaufbau auch: Das Eiweiß sind die Steine und das Training das Zusammensetzen“, erklärt Gabi.

Auch beim Thema Kohlenhydrate gehen die Meinungen auseinander. Heutzutage sind sie verschmäht, denn es heißt, dass sie dick machen. Tatsächlich braucht der athletische Körper laut Gabi kaum Kohlenhydrate aus der Nahrung. „Es wird immer gesagt, dass Sportler viele Kohlenhydrate zu sich nehmen müssen, das ist aber so nicht richtig“, erklärt Gabi. „Es reicht, eine geringe Menge zum Beispiel durch den Verzehr von Obst aufzunehmen, den Rest bildet der Körper selbst. Alles, was darüber hinaus geht, speichert er als Fett.“

Auch dem steht Anne mit einer anderen Meinung gegenüber: „Leistungssport hat ohne Kohlenhydrate keinen Sinn. Sie liefern die Energie. Wichtig ist dabei, die richtigen Kohlenhydrate zu nutzen, vor allem die Ballaststoffe zum Beispiel aus Vollkornbrot.“

Speicher auffüllen

Zudem rät die 27-Jährige, dass Sportler nach dem Training ihre Kohlenhydrat-Speicher zum Beispiel mit dem Verzehr einer Banane wieder auffüllen „Es sei denn man will abnehmen. Dann würde man den Nachbrenneffekt unterbrechen.“ Wer denkt, mit täglichem Training den größten Erfolg zu erzielen, liegt nicht ganz richtig. Hier sind sich die beiden Frauen teilweise einig: „Während wir trainieren, ärgern wir unsere Muskulatur, sie wird sozusagen zerstört. Erst in der Ruhephase heilen die Muskeln wieder und können wachsen“, erklärt Gabi. „Beim nächsten Training geht der Vorgang wieder von vorne los. Wenn der Muskel aber noch nicht regeneriert ist, schaden wir ihm.“ Sie empfiehlt daher, nur an jedem zweiten Tag zu trainieren.

„Es ist möglich, täglich zu trainieren, nur sollte man das Training auf die unterschiedlichen Muskeln aufteilen. Die Regeneration beträgt 48 Stunden“, erklärt Anne.


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