Montag, 29.08.2016, 14:01 Uhr

Die Lochis: Erfolg im Doppelpack

Die Zwillinge Roman und Heiko Lochmann wurden dank ihres Youtube-Kanals berühmt. Letztes Jahr kam ein Film in die Kinos, dieses Jahr folgt das erste Musikalbum. Foto: Another Dimension

Die beiden sind YouTuber, Filmschauspieler, und jetzt auch Sänger: Deutschlands wohl beliebteste Zwillinge haben ihr Debütalbum herausgebracht, das prompt die Spitze der Album-Charts erobert hat.

Hipster, Hashtags und YouTube: Die Generation der „Digital Natives“ ist nicht nur von Anglizismen geprägt, sondern auch von dem World Wide Web. Das Internet macht aus einem Trend über Nacht einen wahren Hype.

Genau so lässt sich auch die Erfolgsgeschichte der Zwillinge Heiko und Roman Lochmann, besser bekannt als „Die Lochis“, beschreiben. Wie viele Teenies heute begannen sie, Videos von sich auf der Plattform YouTube hochzuladen. Aus einem Tutorial zum Milch-Eingießen wurden Sketche, Song-Parodien und letztlich der deutschlandweite Erfolg. Heute gehören sie zu den beliebtesten YouTubern, zählen über eine Million Abonnenten ihres YouTube-Kanals und waren bereits im vergangenen Jahr in ihrem eigenen Film „Bruder vor Luder“ auf der Kinoleinwand zu sehen.

Jetzt haben Heiko und Roman ihr Fachabitur in der Tasche, und starten in das nächste große Projekt.Die Junge Szene spricht mit den beiden Internet-Stars über ihren Erfolg, ihre Pläne und den Release des Debütalbums „#zwilling“

2011 habt ihr begonnen, Videos von euch zu drehen und online zu stellen. Wie seid ihr darauf gekommen?

Wir waren schon im Kindergarten kreativ und haben Musik gemacht. Irgendwann wollten wir uns der Welt präsentieren und YouTube ist dafür einfach am besten. Wir haben andere YouTuber gesehen und auch ihren Erfolg, aber wir haben selbst nie damit gerechnet, selbst einmal Erfolg damit zu haben.

Könnt ihr euch noch an euer allererstes YouTube-Video erinnern?

Ja, das war ein Tutorial zum richtigen Milch-Eingießen.

Schämt ihr euch manchmal für frühere Videos?

Nein, nie. Deswegen haben wir auch das Milch-Video noch im Netz. Das werden wir auch weiterhin online lassen. Die Videos sind wie unsere Tagebücher. Sie zeigen, wie wir angefangen haben und wo wir heute sind.

Ist euch überhaupt etwas peinlich? Gibt es für euch gewisse Grenzen, oder Dinge, die ihr auf keinen Fall tun würdet?

Natürlich. Wir würden niemals nackt durch die Innenstadt laufen oder in unseren Videos Drogen schönreden oder so. Dafür würden wir uns tierisch schämen. Wir wissen, dass wir eine gewisse Verantwortung tragen.

Was hat sich seit eurem Erfolg für euch geändert?

Unser ganzes Leben hat sich verändert. Wir sind unglaublich viel unterwegs und werden auf der Straße von Fans erkannt. Im August sind wir nur zwei Mal zu Hause. Außerdem ist alles viel professioneller geworden. Und genau das macht uns großen Spaß. Es ist das, was wir immer wollten.

Jetzt habt ihr in diesem Jahr euren Schulabschluss absolviert. War es manchmal schwierig, Schule und „Job“ unter einen Hut zu bekommen?

Es war schon stressig. Hinter dem, was wir machen, steckt eine Menge Arbeit und das wird von vielen oft unterschätzt. Wir haben viel an den Wochenenden gedreht und natürlich in den Ferien. Aber es war uns schon sehr wichtig, einen Abschluss zu machen. Mit dem Fachabitur können wir jetzt Vollgas geben.

Schreibt ihr eure Songs selbst?

Ja. Uns ist es wichtig, dass wir wir selbst sind. Natürlich bekommen wir professionelle Hilfe, aber es entsteht alles unter unserer Regie. Wir sind ja auch vor der Kamera wir selbst und verstellen uns nicht.

Im vergangenen Jahr kam euer Kinofilm „Bruder vor Luder“ raus. War es eine große Umstellung für euch, plötzlich keine Videoblogs, sondern einen Film zu drehen?

Es war schon eine Umstellung. Es war einfach eine viel größere Sache. Wir mussten Texte auswendig lernen und eben mehr oder weniger eine Rolle spielen. Auch die Musik im Film kommt von uns und wir haben ja auch selbst Regie geführt. Das ist uns nicht schwer gefallen und der Filmdreh hat uns sehr geprägt.

Wie geht ihr denn vor, wenn ihr Videos dreht? Schreibt ihr da auch ein Drehbuch oder dreht ihr einfach drauf los?

Also, wir planen schon vorher, was wir machen. Das macht das Ganze auch einfacher. Manchmal haben wir auch ein Script, wenn wir zum Beispiel Sketche drehen. Aber natürlich gibt es auch spontane Blogs, die wir vorher nicht wirklich durchplanen.

In den Videos sieht das alles ja immer sehr harmonisch aus. Streitet ihr euch nicht auch mal während der Arbeit?

Wir sind schon ein ziemlich gutes Team und verstehen uns einfach. Klar haben wir uns manchmal in der Wolle, aber wir können uns nie länger als zehn Minuten böse sein. Dazu ticken wir zu gleich. Das beschreibt auch unser neuer Song „Wie ich“. Im Endeffekt sagt das ganze Album aus, wie wir sind und wie stark unser Zusammenhalt ist.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Das, was jetzt kommt, ist ein ziemlich großes Ding. Wir gehen mit unserem Debütalbum auf Tour und sind damit die nächste Zeit ziemlich beschäftigt. Auch weiterhin werden wir unser Ding machen und wer weiß, vielleicht reden wir ja wieder in zehn Jahren über unser 5. Album. Wir sehen, wie es weitergeht. Wir wollen auch nicht zu viel planen. Konkrete Pläne haben wir sowieso nicht, nur, dass wir jetzt mit unserem Projekt Gas geben werden.

Es hört sich an, als würdet ihr euch in Zukunft eher auf die Musik konzentrieren wollen.

Wir wollen nicht nur Musik machen, sondern auch weiterhin unsere Videos drehen. Die Musik ist ganz klar unsere Leidenschaft und die Fans feiern das, aber wir wollen schon mit YouTube weitermachen. Comedy macht uns eben auch Spaß.

Ihr sagt, dass ihr eure Songs selbst schreibt. Woher holt ihr eure Inspiration?

Für unser Album waren wir 2015 drei Monate in den USA. Wir haben da oft am Lagerfeuer gesessen und uns Melodien ausgedacht – klingt ziemlich romantisch, oder? Auch die Texte haben wir da geschrieben. Natürlich arbeiten wir mit Produzenten zusammen, die uns wertvolle Tipps geben. Und Musikmachen macht zusammen mehr Spaß, das kann jeder Musiker bestätigen.

Wenn ihr mal keine Videos dreht oder auf Tour seid, was macht ihr dann mit eurer Freizeit?

Wir sind ja auch ganz normale Teenies. Wir chillen, zocken Pokémon und treffen uns regelmäßig mit unseren Freunden, was uns sehr sehr wichtig ist. Da finden wir unseren Ausgleich und unsere Freunde halten uns unten und lassen uns nicht vergessen, wo wir herkommen.


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