Montag, 06.01.2020, 11:00 Uhr

Gesunde Diät – mit diesen Tipps gelingt die Frühlings-Kur

Dr. med. Sabine Reuter ist Ärztin der Asklepios Harzkliniken GmbH und zertifizierte Ernährungsberaterin. Ihre Tipps für eine erfolgreiche Frühjahrskur haben sich bewährt.

Goslar. „Frühlingskuren zum Abnehmen des Winterspecks sind für die meisten mit Frust verbunden, weil zu hohe Erwartungen an den Erfolg weniger entbehrungsreicher Tage gestellt werden“, warnt Dr. Sabine Reuter. Die Ärztin der Asklepios Harzkliniken GmbH ist auch Chefärztin der medizinisch-geriatrischen Abteilung und weiß, wovon sie spricht: „Besser ist es, die Ernährungsgewohnheiten zu entrümpeln und erstmal alles wegzulassen, was man sowieso nicht so gern isst.“ Dann sollte man den Zucker und versteckte Fette reduzieren, deutlich weniger, möglichst keinen Alkohol trinken und sich bewegen. Ernährungsberatende Ärztin warnt: Darm nicht überfordern Von Antje Seilkopf

Die Empfehlung der zertifizierten Ernährungsberaterin: Einmal täglich 30 Minuten oder drei Mal pro Woche eine Stunde lang Walken, Radfahren oder Schwimmen. Reuter: „Dabei sollte man ins Schwitzen kommen, ohne hinterher zur Belohnung gleich wieder ein Bier zu trinken.“ Die Bewegung, im Idealfall an der frischen Luft, hebe die Stimmung und verbessere das Körpergefühl deutlich. Und noch ein Rat ist der Ärztin wichtig: „Auf keinen Fall täglich auf die Waage steigen.“ Das erzeuge nur Frustration und einen Druck, der häufig nicht positiv wirke, sondern gute Absichten boykottiere – wenn der Erfolg nicht so deutlich ablesbar sei wie erhofft.

Die Expertin weiter: „Die Prinzipien der Ernährung sind im Frühjahr nicht anders als im übrigen Jahr. „Saisonales Gemüse, Obst und Salat sind zu empfehlen. Das gibt es auf vielen Märkten.“ Mindestens fünf Handvoll Feld- und Gartenprodukte sollten laut Ärztin jeden Tag gegessen werden: „Einfach angemacht mit etwas Oliven- oder Rapsöl, leckerem Essig und Kräutern, Pfeffer und etwas Salz kann man täglich verschiedene Salatkreationen ausprobieren.“ Aus regionalem Gemüse könne man leckere Eintöpfe kochen oder es als Beilage essen. Dabei warnt sie vor Experimenten: Durch zu große Mengen an Rohkost könne schnell der Darm überfordert werden. „Die Lust an gesunder Ernährung ist dann abrupt beendet.“

Wichtig sind laut Dr. Reuter eiweißreiche Nahrungsmittel wie Quark und Joghurt. Die könnten gut mit Obst und möglichst ohne Zucker als Nachtisch oder Hauptmahlzeit gegessen werden. Fleisch indes sollte man in Maßen essen, empfohlen wird ein bis zweimal pro Woche. Das gilt auch für Fisch. Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln, Reis oder Kartoffeln sollten anhängig vom Bewegungsausmaß ergänzt werden. Und noch einen Tipp gibt die Expertin weiter: „Zuckerhaltige Nahrungsmittel sind unnötig, aber für den einen oder anderen unverzichtbar. Daher gilt hier das gleiche wie für Alkohol, Nikotin, Salz und versteckte Fette in Wurstwaren und Knabbergebäck - so wenig wie möglich zu sich nehmen.“

Wichtig sei es auch, zu zuckerfreien Getränken wie Wasser und grünem Tee zu greifen. Eine Faustregel besage, dass davon 30 bis 40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag getrunken werden sollten. Bei einer Person, die 70 Kilo wiegt, wären das also etwa zweieinhalb Liter.

Ob und wann man genug gegessen hat, das merkt man am Sättigungsgefühl. Wieviel jeder für sein Wohlbefinden benötigt, das ist individuell verschieden. Dr. Reuter: „Es lässt sich daran erkennen, dass man mit sich im Reinen ist, leistungsfähig bleibt und eine gut funktionierende Verdauung hat.“

So gelingt die Frühjahrskur

Tipps auf einen Blick:

 

Ernährungsgewohnheiten entrümpeln

  • Zucker, Salz und versteckte Fette meiden
  • möglichst auf Alkohol verzichten
  • zu Wasser und grünem Tee greifen
  • täglich 30 Minuten Sport treiben oder
  • drei Mal pro Woche eine Stunde lang auspowern 
  • fünf Handvoll Obst und Gemüse täglich
  • eiweißreich ernähren mit ungesüßtem Quark und Joghurt
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