Freitag, 11.08.2017

Vom Harz nach Beroun mit dem Fahrrad

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Goslar. Tagesstrecken von bis zu 80 Kilometern mit dem Fahrrad überwinden, Nächte im Zelt verbringen und die ein oder andere Stadt auf dem Weg nach Beroun erkunden – so sahen die Rahmenbedingungen für die Jugendbegegnung zwischen Goslar und der tschechischen Partnerstadt aus.

Dieses Abenteuers nahm sich eine Jugendgruppe, bestehend aus deutschen und tschechischen Teilnehmenden, im Juli an. Begleitet wurden sie von Martin Sänger und Joshua Friedrichs von der Stadtjugendpflege Goslar sowie Hana Tucková, die in Beroun für die Städtepartnerschaft verantwortlich ist.

Unter ihnen waren auch Timo Burkhardt (16) aus Goslar und Philipp Ripken (16) aus Vienenburg, die mit der Jungen Szene über ihre persönlichen Highlights während der Tour sprachen. Timo Burkhardt ist auch zu Hause viel mit dem Rad unterwegs: „Ich erledige die meisten kurzen Strecken in Goslar mit dem Fahrrad“, erzählt er. Die Fahrt nach Beroun war für ihn aber etwas Besonderes, denn es war die längste Tour, die er bisher geschafft hat.

Abfahrt in Goslar

Die Gruppe startete in Goslar Richtung Harz, Ziel der ersten Etappe war die Jugendherberge in Thale. Die einzelnen Etappen konnten die Jugendlichen selbst planen, und dementsprechend auch die Übernachtungsmöglichkeiten mit dem Zelt. So erweiterte sich das Tagesziel schnell von 60 auf 80 Kilometer. Die ersten Abschnitte durch das hügelige Gelände seien allerdings ziemlich anstrengend gewesen, wie Philipp Ripken erzählt: „Als wir den Harz aber verlassen hatten, wurde es immer leichter und wir kamen besser voran.“ Bernburg und die Lutherstadt Wittenberg waren zwei weitere Etappenziele auf der Strecke, die von den Jugendlichen erkundet wurden.

Philipp Ripken blieb vor allem der Stopp in Dresden in Erinnerung. Die Stadt erreichte die Gruppe mit einem Dampfschiff von Seelitz aus. „Der Aufenthalt in Dresden war einer der Höhepunkte“, meint er. Dort besichtigten sie nicht nur die Schloss-Museen und die Stadt selbst. Die Jugendlichen stürzten sich außerdem in das Abenteuer, gemeinsam knifflige Rätsel zu lösen, um einem Escape-Room zu entkommen. Dadurch konnte die Gruppe laut Philipp Ripken noch näher zusammenwachsen. Zwei Tage später war es dann soweit: Die Teilnehmenden der Jugendbegegnung und ihre Betreuenden passierten die deutsch-tschechische Grenze. Wetterbedingt konnte die Gruppe erstmals nicht mit dem Fahrrad fahren. Stattdessen ging es in Richtung Leitmeritz mit dem Zug weiter.

Von Prag nach Beroun

Von dort aus wurde das nächste große Ziel der Tour angesteuert – schließlich musste die Gruppe auch in der Hauptstadt Prag Halt machen, wenn sie schon einmal in Tschechien war. Übrigens hatten nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Räder bis dahin gut durchgehalten: Auf dem Weg nach Prag gab es erstmals einen Platten.

Für Timo Burkhardt war der zweitägige Stopp in Prag, während dessen die Gruppe in einem Hausboot übernachtete, sein persönliches Highlight: „Dort hatten wir einen ganzen Tag, an dem wir uns die Stadt angeguckt haben“, meint er. Außerdem hatten die Jugendlichen auch noch abseits des Programms die Möglichkeit, ihre freie Zeit in der Stadt zu verbringen. Philipp Ripken hätte gerne noch einen Tag länger in Prag verbracht, aber immerhin stand mit Beroun noch das endgültige Ziel auf dem Plan, auf das von Prag aus Kurs genommen wurde. Dort wurde die Gruppe von Bürgermeister Ivan Kus in Empfang genommen.

Nach einem letzten gemeinsamen Tag in Beroun hieß es für die Jugendlichen Abschied nehmen: Nach 15 Tagen und insgesamt 683 Kilometern, die sie gemeinsam überwunden hatten, war das Abenteuer Jugendbegegnung für die Teilnehmenden zu Ende und es ging zurück nach Hause.

„Alles in allem war es eine sehr gute Tour, mit super Wetter und sehr netten Leuten“, fasst Phillip Ripken die gemeinsame Fahrt zusammen. „Es war zwar anstrengend, aber hat auch sehr viel Spaß gemacht“, meint Timo Burkhardt. Ihm hat vor allem gefallen, dass die Gruppe ihre Etappen selbst planen konnte: „Am Ende des Tages hatte man das Gefühl, etwas geschafft zu haben – vor allem, wenn man sich die Strecke auf der Karte angeguckt hat“, sagt er.



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