Mittwoch, 22.05.2019

Runder Firmen-Geburtstag mit 230 Gästen

Leserbrief
Kommentieren

Goslar. Das Goslarer Bauunternehmen Pätzold feierte runden Geburtstag. Und tat dieses als Richtfest deklariert – einmal, weil dieser Rahmen zur Branche einfach passt, und zum anderen, um eine strenge Kleiderordnung zu umgehen. Rund 230 Gäste fanden sich in der Dörntener Straße in der Baßgeige ein, um gemeinsam das 40-jährige Bestehen der Firma feierlich zu begehen.

Nach der Begrüßung erfolgte dem Rahmen entsprechend der feierliche Richtspruch vom Auszubildenden Jan-Philipp Wollentin, anschließend blickten die Firmenchefs Bernd Pätzold und sein Sohn Axel in ihrer Rede, die wie ein Interview aufgebaut war, auf die vergangenen 40 Jahre zurück. „1979 wurde das Bauunternehmen Hoppmann in Vienenburg von der gleichnamigen Familie aus einer Insolvenz heraus gegründet. Damals gab es einen Kunden, pro Jahr wurden zwei Mehrfamilienhäuser errichtet. 1983 bin ich als technischer Leiter eingestiegen und habe die Geschicke der Firma gesteuert. Damals hatte ich noch Zweifel, ob diese Entscheidung die Richtige war. Ich begann mit der Akquise nach außen und fand neue Auftraggeber. Das Wachstum der Firma begann, die Mitarbeiter wurden mehr“, erzählte Bernd Pätzold.

Bau-Boom

1986 wurde er Geschäftsführer und erwarb die ersten Geschäftsanteile, 1987 zog der Betrieb nach Goslar in die Lange Wanne. Durch die Grenzöffnung erlebte die Firma Anfang der 1990er Jahre einen Wohnungsbau-Boom und stockte die Mitarbeiterzahl auf 120 auf. Bernd Pätzold: „Zur Gründung waren wir nur eine Handvoll Mitarbeiter. Ich freue mich sehr, viele davon heute begrüßen zu können.“ Der Neubau des Bürogebäudes in der Dörntener Straße erfolgte 1993/94.

Rezession

Der Boom dauerte die ganzen 90er Jahre an. Doch endete mit der Rezession der Bauwirtschaft ab dem Jahre 2000. „Die Folge war ein Einschnitt im Umsatz. Auch musste 2004 die Mitarbeiterzahl radikal gesenkt werden. Die schwierige Frage der Entlassungen musste über einen Sozialplan geregelt werden. Es war für mich eine schwierige Zeit im Unternehmen“, erinnert sich Bernd Pätzold. Sohn Axel Pätzold sammelte zu dieser Zeit Berufserfahrung im Allgäu, eine gute Ausbildung in vielen Bereichen genossen und nebenher noch ein Aufbaustudium im Bereich Betriebswirtschaft absolviert. Somit war er fit, um im Jahre 2012 im Unternehmen mit einzusteigen. 2015 wurden ihm in Abstimmung mit der Familie und seinen Geschwistern Geschäftsanteile übertragen und er wurde zum Geschäftsführer bestellt.

Den anwesenden Gästen wurden beeindruckende Zahlen serviert: In den 40 Jahren wurden insgesamt 300 Millionen Euro Umsatz generiert. Dieser wurde durch 2,5 Millionen geleistete Arbeitsstunden der gewerblichen Mitarbeiter der Firma generiert. Das entspricht einer Lohnsumme von rund 50 Millionen Euro. In den 40 Jahren wurden 360.000 Kubikmeter Beton gegossen. Axel Pätzold: „Wenn man sich das als Masse vorstellen möchte: Es entspricht einem Fußballfeld 50Meter hoch voll betoniert. Dazu wurden 33.095 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Transportiert man diese Menge mit einem Zug, so hat dieser eine Länge von 20 Kilometern. Auch haben wir in dieser Zeit 80 Auszubildende im Unternehmen ausbilden können. Acht von denen sind heute sogar noch im Unternehmen tätig.“

Schlüsselübergabe

Nachdem Bernd Pätzold über den Werdegang der Firma erzählte, kam nun Axel Pätzold die Aufgabe zu, einen Blick in die Zukunft zu werfen, was durchaus als symbolische Schlüsselübergabe zu verstehen ist. Neue Techniken im Bau habe das Unternehmen schon immer früh ausprobiert, dieser Innovationsgeist wird bleiben. Axel Pätzold: „. In sinnvolle Neuerungen werde ich auch weiterhin investieren, um die Ausstattung des Unternehmens modern und hochwertig zu halten.“ Zudem mache die Digitalisierung auch vor dem Bauwesen nicht halt. So werden schon jetzt Projekte an 3D-Modellen kalkuliert. „Es ist spannend zu sehen, welche Möglichkeiten heute schon bestehen und welche Ideen noch verwirklich werden könnten“, so Axel Pätzold.

Zu einem runden Firmengeburtstag gehören natürlich auch offizielle Grußworte. Für die Stadt Goslar überbrachte diese Bürgermeister Martin Mahnkopf, für die Kreishandwerkskammer Süd-Ost-Niedersachsen sprach Michael Wolff und für die Arbeitskreise Martin Karnein. Pfarrer Reinhard Guischard referierte zudem über die Wertschätzung der Menschen und der erbrachten Arbeit. Auch Mitarbeiter ließen es sich nicht nehmen, Grußworte zum Geburtstag beizutragen.

Anschließend folgte der gesellige Teil des runden Geburtstages mit Speisen, Getränken und Musik. Die Berufsbildenden Schulen sorgten zudem mit einigen Ständen, bei denen die Gäste unter anderem Schiefer behauen konnten, für Zerstreuung. Auf Blumen und Geschenke hat das Bauunternehmen Pätzold verzichtet und stattdessen einen Spendenstein aufgestellt. Die gesammelte Summe kommt der Bürgerstiftung Goslar zugute. sve