Freitag, 24.05.2019

Klima-Demo: „Keine Jobs auf einem toten Planeten“

Leserbrief
Video(s)
 

Goslar. Etwa ein halbes Jahr ist es her, dass die ersten „Fridays for Future“ -Demonstrationen und Schulstreiks in Deutschland für Aufsehen gesorgt haben. Auch die Goslarer Jugend geht seit einiger Zeit regelmäßig auf die Straße – für den Planeten. Denn um nichts Geringeres geht es der jungen Bewegung. Ziel ist es, die deutsche Politik dazu zu bewegen, die Ziele des Pariser Abkommens einzuhalten.

Kern dieser Übereinkunft ist, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und dadurch die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren. Die deutsche Politik hat es bisher versäumt, deutlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Diese Meinung verbreitet und belegt auch der YouTuber Rezo in einem Video, das er am 18. Mai veröffentlicht hat. Die angegriffene Politik hat sich mit einer Reaktion lange schwer getan. Eine öffentliche Debatte kam erst zum Ende dieser Woche in Gang.

Die GZ fragt die jungen „Fridays for Future“ -Demonstranten nach einer ersten Bilanz und danach, wie das Rezo-Video bei ihnen angekommen ist.

Philipp Rost, 17, Demoleiter
Philipp Rost aus Goslar ist der Demoleiter. Er wünscht sich mehr Teilnehmer für die nächsten Demos: „Wir erwarten heute etwa 50 Leute. Wir möchten die Schüler informieren. Wir haben schon viel bewegt – der Klimawandel ist Thema in der Politik. Viele Unternehmen stehen auch bereits hinter uns. Wir haben schon sehr viele Menschen erreicht. Wir hoffen jetzt, dass die Wähler ihre Stimme mit Sorgfalt abgeben – egal ob jung oder alt – und so wählen, dass der Planet weiter existiert und nicht zur Einöde wird. Das Video von Rezo fand ich genau richtig. Er hat sich Zeit gelassen und viel recherchiert und gibt seine Quellen an. Er hat offen gesagt, was ihn stört. Es sollte mehr Leute geben, die sich bei dem Thema dahinter klemmen. Der Zeitpunkt, es direkt vor der Wahl zu veröffentlichen, war sehr gut gewählt.“

Sophie Tränkner, 16, Organisatorin
Pascal René Lange hat die Demo mitorganisiert. Ihm ist wichtig das die Leute sich mit dem Thema Klimawandel auseinandersetzen: „Wir wollen auf die bestehenden Umweltprobleme aufmerksam machen. Es ist ein wichtiges Zukunftsthema, dass die Politik in den letzten Jahrzehnten verschlafen hat. Wir haben schon einiges erreicht, mit etwa 550 „Fridays for Future“-Ortsgruppen.

Die Tendenz ist steigend. Und die Leute fangen an nachzudenken. Ich habe Rezos Video noch nicht gesehen, denke aber anhand der Reaktionen darauf, dass er einen Nerv getroffen hat. Ich finde sehr gut, dass er zeigt, dass Jugendliche auch an der Politik interessiert sind. Er sollte mehr solche Videos machen.“

Auch Sophie Tränker hat die Demo mitorganisiert. Sie denkt politisch schon weiter: „Es geht heute auch darum, nochmal Druck zu machen vor der Europawahl – um klar zu machen, dass der Klimawandel eines der wichtigsten Themen ist. Die Wähler sollten das unbedingt berücksichtigen. Die Politik muss dringend etwas unternehmen. Für die „Fridays for Future“-Bewegung wünsche ich mir, dass auch andere Themen, wie Fluchtbewegungen, Massentierhaltung und Sexismus angegangen werden. Der Klimawandel ist aber das Hauptthema.








Weitere Topthemen aus der Region:
  • Goslar
    Gedenken an Grenzöffnung
    Mehr
  • Braunlage
    Forderung: „Machen Sie die Sinne auf“
    Mehr
  • Goslar
    Eine Tour durch die „neue“ Stadt
    Mehr
  • Goslar
    „In 60 Tagen allein um die Welt“
    Mehr
  • Oberharz
    Elterlicher Betrieb als Perspektive
    Mehr