Samstag, 21.09.2019

„Steinzeitfernsehen“ als Erfolgsmodell

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4x4-Quiz-Gewinnspiel
Die Spielregeln

Steinzeitfernsehen“ nannte der erfolgreichste und beliebteste Quizmaster die erfolgreichste und beliebteste Quizshow schon vor fast 20 Jahren. Die Rede ist von Günther Jauch und „Wer wird Millionär“. Und auch heute noch gehört das Format zum Erfolgreichsten, was RTL anzubieten hat. Bei dem TV-Dauerbrenner kann das GZ-Quiz „4x4“ nicht mithalten, aber immerhin geht es (mit einer längeren Unterbrechung) in die siebte Spielzeit. Am Montag startet das Quiz-Gewinnspiel der Goslarschen Zeitung und der Volksbank Nordharz wieder durch.

In den kommenden acht Wochen werden dann wieder von Montag bis Donnerstag jeweils vier Fragen gestellt, am Freitag und Samstag werden auf Sonderseiten quasi zur Kontrolle die korrekten Antworten geliefert. Wöchentlich werden unter allen Teilnehmern, die korrekte Antworten liefern, 250 Euro ausgelost. Und nach den acht Wochen wird aus allen richtigen Antworten der Hauptgewinn von 2000 Euro gezogen.

Reisen standen bei den Gewinnern und Gewinnerin des 4x4-Gewinnspiels hoch im Kurs: Gabriele Koch grüßte von der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona. Foto: Privat
Gut, bei Günther Jauch geht es im Idealfall um 1 Million Euro – aber wir wollen uns wie gesagt ja auch nicht mit dem Branchenprimus messen, sondern Lesern und Mitspielern Ratespaß bieten. Was offenkundig prima gelingt, denn seit Jahren steigen die Teilnahmezahlen kontinuierlich an.

Dafür allerdings kann gut und gern wieder Günther Jauch zurate gezogen werden, denn der betonte stets, der Erfolg der Quizshows basiere auf der „Rückbesinnung auf das Einfache, das Klare“. Hier die Frage, dort die Antwort. Richtig oder falsch. Es gibt kein Wennund kein Aber, kein Hätte oder Sollte. Und die richtige Antwort beschert dem Quizzer stets ein Hochgefühl.

Gemein wird es, wenn man bei der einfachsten Frage strauchelt. Und genau da liegt ein großer Vorteil des 4x4-Quiz-Gewinnspiels – man kann es online oder in der Goslarschen Zeitung allein für sich im stillen Kämmerlein spielen, und muss sich dann auch nur vor sich selber schämen, wenn mal etwas schief geht...

Solche Pannen unterlaufen selbst besten Quizspielern, vor allem wenn sie in den großen Fernsehshows auftreten. Und von denen gibt es immer mehr. Allein die ARD, die sich in der Werbung für seine App selbst gern als der Quiz-Sender sieht, schickt mit Alexander Bommes, Kai Pflaume und Jörg Pilawa drei Moderatoren-Hochkaräter ins Rategefecht.

Googelt man die großen Quizsendungen, finden sich nahezu ebenso viele Einträge zu Millionenfragen wie zu peinlichen Pannen. Was nicht verwundert, schließlich weiß schon der Volksmund, dass Schadenfreude die schönste Freude ist. Dafür sind die Quizshows und sind insbesondere die ersten Fragen von „Wer wird Millionär“ der ultimative Praxistest. Im Internet-Zeitalter hat man es als feixender Zuschauer sogar noch einfacher. Stöhnte man früher bei peinlich falschen Antworten noch mitleidig „Oh mein Gott“ oder brach – je nach Charakter – in lautes Gelächter aus, reichen heute die Kürzel OMG und LOL. Wahlweise bei folgenden Flops aus „Wer wird Millionär“ anzuwenden.

  • „Wofür steht der Begriff Oheim?“ A: Oggersheim, B: Ohnmacht, C: Obdachlosenheim, D: Onkel – der Kandidat entschied sich für B statt D und war draußen.
  • „Ist eine Angelegenheit endgültig abgeschlossen, dann heißt es umgangssprachlich: ’Klappe zu, ...‘?“ A: Nase voll, B: Affe tot, C: Ofen aus, D: Finger weg – da wäre für den Kandidaten fast der Affe tot gewesen, er brauchte zwei Joker (50:50 und Telefonjoker)
  • „Nikolai Rimski-Korsakow komponierte den berühmten...?“ A: Gänsemarsch, B: Schweinsgalopp, C: Hummelflug, D: Ententanz – die Kandidatin hob nicht zum Hummelflug ab, sondern entschied sich für den Ententanz. Raus mit null Euro.
  • „Warum ist die ...?“ A: Blondine dumm, B: Forelle stumm, C: Banane krumm, D: Show schon rum – selbst bei dieser Frage musste sich ein Kandidat zur krummen Banane und auf den geraden Quizweg vom Publikum helfen lassen. Was wenig nützte, bei Frage 8 und letztlich mit 500 Euro war Schluss.
  • „Was trägt man an den Füßen?“ A:Tortillas, B: Jalapeños, C: Espradilles, D: Enchiladas – Antwort C und damit der „spanische Sommerschlupfschuh“ (Wikipedia) schlüpfte dem Kandidaten nicht über die Lippen. Er entschied sich für Antwort D, mochte also lieber gefüllte Tortillas an den Füßen tragen... Gewinnsumme: null Euro.
  • „Wenn scherzhaft von Nuckelpinnen die Rede ist, dann geht es um ...?“ A: Bierflaschen, B: Autos, C: Zigarren, D: Brustwarzen. Richtig ist natürlich Antwort B, der Kandidat entschied sich jedoch für die Bierfalschen. Prost Mahlzeit... Ebenfalls null Euro.

Und dann war da noch der berühmteste Prominenten-Flop bei „Wer wird Millionär“.

Auf dem Ratestuhl des Promi-Specials ARD-Sportreporter Waldemar Hartmann. Und der vertrat voller Überzeugung die ebenso gewagte wie falsche These „Deutschland hat noch nie im eigenen Land eine Weltmeisterschaft gewonnen.“ München 1974 muss wohl ein Kollege kommentiert haben...

Wer anfangs strauchelt, kann aber immer noch ganz groß raus kommen:

Marlene Grabherr (48) wurde Millionärin, obwohl sie schon bei Frage 4 fast rausgeflogen wäre: „Durch welches Verfahren schickte man im alten Athen seine Mitbürger in die Verbannung?“ A: Götterspeise, B: Henkersmahlzeit, C: Scherbengericht, D: Grillteller. Die Hausfrau und spätere Millionärin tappte im Dunkeln und entschied sich zum Glück für den Publikumsjoker, der ihr mit dem „Scherbengericht“ den Weg zum Millionen-Gewinn ebnete.

„Gefragt – Gejagt“: Jäger Sebastian Klussmann stand bei der sechsten 4x4-Staffel sozusagen „Pate“. Foto: ARD








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