Sonntag, 12.05.2019

Bürgermeisterwahl in Seesen: Andrea Melone ist Kandidatin der Sozialdemokraten

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Seesen. Zwei Personen bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters, wollen am 26. Mai die Wahl gewinnen. Wenn Bürgermeister Erik Homann der Titelverteidiger ist, dann ist Andrea Melone die Herausforderin. Sie ist Kandidatin der SPD und will ebenfalls den Sprung auf den Chefsessel in der Stadtverwaltung schaffen. Bislang ist sie Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Rat der Stadt Seesen.

Aus ihrer Sicht ist der Zeitpunkt anzutreten ideal. „Ich bin jetzt im Thema, kenne jetzt die Menschen und Akteure und bin als Ratsmitglied mit den Problemen vertraut. Ich stehe mitten im Leben und traue es mir zu“, erklärt die 50-jährige Seesenerin, die die Stadt von klein auf kennt. Geboren ist sie nämlich in Stauffenburg, der kleinen zu Münchehof gehörenden Siedlung.

Andere Kommunikation

Eines der letzten Gespräche mit ihrem Vater, der im vergangenen Jahr verstarb, gab ihr den Rückhalt. In der Folgezeit hätten weitere Menschen sie in ihrem Entschluss bestärkt. „Und von dem Moment an war das anfängliche Hadern kein Thema mehr“, erzählt sie. Melone sucht die Herausforderung.

Ihr Ziel formuliert sie klar: Sie will nicht einfach nur ein besseres Ergebnis als die SPD-Kandidatin Hanna Kopischke im Jahr 2011 (36,4Prozent der Stimmen), sie will gewinnen. „Ich habe das Ohr näher an der Stadt und den Bürgern. Ich bin ein Teil der Stadt und nehme am Leben hier Anteil“, sagt sie.

Die Amtsperiode des amtierenden Bürgermeisters begleitet sie als Ratsfrau aus nächster Nähe. Vor allem zwei Dinge sind es, die sie anders gemacht hätte: die Kommunikation mit den Bürgern und die Wirtschaftsförderung. „Entscheidungen aus dem Rathaus sind in der Vergangenheit nicht klar nach draußen kommuniziert worden“, betont sie. Als Beispiel nennt sie die Seesener Innenstadtsanierung. Die weckte auf den Dörfern Neid – Motto: In Seesen machen sie sich die Straßen schön, bei uns sind die Schlaglöcher in den Straßen viel größer. Es sei versäumt worden, häufiger klarer darauf hinzuweisen, dass der Grund für die Bautätigkeit darin lag, dass die Seesener Innenstadt in einem Förderprogramm ist und es dafür Zuschüsse gibt, nicht aber für die Dörfer. Als weiteres Beispiel für mangelnde Kommunikation nennt sie den Fall „Burger King“. Es sollte ein beschleunigtes Verfahren ohne Bürgerbeteiligung werden. Druck sei aufgebaut worden, weil davor gewarnt worden sei, dass der Investor abspringen könne. „Aber sind dem Investor in der Vergangenheit auch andere Standorte angeboten worden? Es gab dazu keine offene Kommunikation. Das Vertrauen in diesem Themenbereich hat einen Knacks bekommen.“

Auch der Bereich Wirtschaftsförderung sei in der Vergangenheit nicht so gelaufen, wie es die Stadt verdient gehabt hätte. „In dieser Stadt gibt es viele Macher – die sind zu wenig gehört worden“, findet sie. „Alles hatte nicht den erhofften Benefit – wie lange sollen wir noch warten?“, fragt sie. Die Schaffung einer Pressestelle bei der Stadt und die Einstellung einer Wirtschaftsförderin sieht sie als Reaktion auf diese Kritik.

Ein Punkt, den sie als Bürgermeisterin angehen würde, sei das Wohnraum-Problem. „Wir haben viele junge Menschen in der Stadt, die woanders arbeiten, aber gerne in Seesen wohnen bleiben würden“, stellt sie fest. Doch für sie fehlt es an attraktivem Wohnraum. „Gleichzeitig müssen wir uns davor schützen, dass Seesen eine Donut-Stadt wird – mit schönem Rand, aber einem Loch in der Mitte, weil die Innenstadt unattraktiv ist.“ Ihr schwebt ein Projekt vor, eine Verödung der Innenbereiche zu verhindern. Demografischer Wandel und Inklusion sind ebenfalls Themen für sie: „Ich will hier selbst richtig alt werden und entsprechend gut leben können, und als Mutter eines geistig beeinträchtigten Kindes ist Inklusion ebenfalls ein Thema für mich“, zählt sie auf. Und es seien viele kleine Dinge, an denen sie ansetzen würde, um „Seesen sichtbarer“ zu machen –von der Ruhebank für Ältere auf dem Weg zum Einkaufszentrum bis zur Bepflanzung.

Eines sei sie allerdings nicht: „Ich bin kein Machtmensch, ich bin ein Teamplayer. Für mich ist die Sachbearbeiterin genauso viel wert wie der Fachbereichsleiter“, betont Melone. Auch gehöre harmonische Ratsarbeit dazu: „Wichtig ist, was gut für die Stadt ist, der Rat ist nämlich kein Selbstverwirklichungskreis für Einzelne.“

Aber sie gesteht auch etwas: „Was ich noch lernen muss, das ist Dinge abzugeben. Ich habe gerne den letzten Blick drauf.“








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