Dienstag, 27.07.2021, 08:30 Uhr

Unsere große Wahlstudie startet

Wir wollen wissen, wie die politische Stimmung in der Region ist. Sie können ab sofort an der Umfrage online teilnehmen.

 Goslar/Braunschweig. Niedersachsen steht mit den Kommunalwahlen und der Bundestagswahl im September vor einem heißen Herbst. So viel Wahl war in einem Monat noch nie. Wir nehmen das zum Anlass, um zum ersten Mal eine große Studie zu starten. Partner sind die Goslarsche Zeitung, die Braunschweiger Zeitung und der Harz-Kurier. Wissenschaftlich begleiten wird die Studie die Technische Universität Braunschweig. Das Institute of Comparative Politics and Public Policy (CoPPP) der TU Braunschweig führt die Studie durch. Leiter ist  Professor Nils Bandelow.

Denken der Menschen ergründen

Bandelow konzipierte die regionale Studie auch – unter Berücksichtigung von Hinweisen der drei Zeitungen. Die Politikwissenschaftler wollen im Vorfeld der Wahlen das kommunal- und bundespolitische Wissen und Denken der Menschen in Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie den Landkreisen Gifhorn, Peine, Helmstedt, Wolfenbüttel, Goslar und Göttingen erforschen. Unsere Zeitung wertet die Ergebnisse mit den Wissenschaftlern aus – und präsentiert sie natürlich ausführlich.

Die Umfrage ist online, und wir möchten Sie zum Mitmachen ermuntern: Die Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Die Angaben sind anonymisiert und erlauben keinen Rückschluss auf Ihre Person. An der Umfrage kann jeder kostenlos online bis Dienstag, 17. August, teilnehmen.

Stimmung ermitteln

Schon jetzt ein kleiner Tipp: Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten, antworten Sie einfach so spontan wie möglich, und versuchen Sie, Ablenkungen zu vermeiden. Die Wissenschaftler und die Zeitungen, die die Studie beauftragen, wollen wissen, wie die politische Stimmung so kurz vor dem wichtigen Wahlmonat September in unserer Region ist.

Die Umfrage ist zweigeteilt. Der erste Teil befasst sich mit der Bundestagswahl, der zweite mit den kommunalen Wahlen. Der Online-Fragebogen ist nicht darauf ausgelegt, alle Kandidaten und alle Parteien abzubilden. Sinn der Studie ist es, in einem größeren Maßstab Daten zu sammeln, aus denen wir Schlüsse ziehen können. Wir beschränken uns daher in der Rubrik „Kommunalwahl“ im Landkreis Goslar auf die Oberbürgermeisterwahl in Goslar und die Landratswahl. In den kreisfreien Städten Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter auf die Oberbürgermeister- und Ratswahlen. In den weiteren Landkreisen werden nur Fragen gestellt zu den Landrats- und Kreistagswahlen. Wir verzichten auf die Bürgermeister- und Ratswahlen in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden. Um ehrlich zu sein: Es sind einfach zu viele.

Thematische Schwerpunkte unklar

Wir nennen die Parteien, die im Bundestag vertreten sind oder die einen eigenen Spitzenkandidaten für die OB- oder Landratswahlen stellen. Dabei gilt als Stichtag der Start unserer Online-Studie am Freitagabend, 23. Juli. Die Reihenfolge, in der die Parteien genannt werden, ist nach dem Zufallsprinzip bei jeder Frage anders.

In Braunschweig oder in Wolfsburg treten die Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Klaus Mohrs (beide SPD) nicht mehr an. Professor Bandelow sagte dazu: „Der Amtsbonus zählt in den beiden Städten also nicht, auch bei anderen Kommunalwahlen in der Region. Es wird in diesen Kommunen spannend sein, herauszufinden, was die Wahlentscheidung stattdessen prägt.“ Gerade in Braunschweig, Wolfsburg oder auch im Landkreis Goslar werde mit Blick auf die Landratswahl dort entscheidend sein, ob die Kandidaten ausreichend bekannt sind.

Bei den Kommunalwahlen ist vielerorts zudem unklar, was die thematischen Schwerpunkte sind. „Alle wollen irgendwie die Digitalisierung und die Innenstädte voranbringen“, sagt Bandelow. „Aber was zählt wirklich? Darüber erhoffen wir uns Aufschluss."

Wahlen folgen eng aufeinander

Die Wahlen folgen eng aufeinander. Den Beginn machen die Kommunalwahlen am 12. September, die Bundestagswahl folgt am 26. September. „Strahlt die Bundestagswahl auf die Kommunalwahlen aus?“, fragt Bandelow: „Auch das wollen wir wissen.“

Bei der Umfrage zur Bundestagswahl stellen die Forscher nur Fragen zur Zweitstimme. Und doch sind die Wahlkreise eng mit den Direktkandidaten verknüpft – mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) etwa für den Wahlkreis Gifhorn-Peine. Hier möchten die Forscher klären: Sind es die Kandidaten oder die Themen, die entscheiden? Bandelow: „Wer kommt warum an? Was zeichnet eine Person aus? Sind Frauen einfach die beliebteren Kandidaten? Oder werden Männer vielleicht als kompetenter eingeschätzt? Welche Themen sind wichtig?“

 

Zur Umfrage gelangen Sie über diesen Link: https://limesurvey.rz.tu-bs.de/index.php/224984?lang=de

 


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