Mittwoch, 02.06.2021, 14:00 Uhr

Klöckner will Waldbesitzer für Klimaschutz belohnen

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, und Julia Klöckner (beide CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, stehen vor dem zweiten nationalen Waldgipfel in einem stark geschädigten Waldgebiet. Deutschlands Wälder sind in einem so schlechten Zustand wie seit Jahrzehnten nicht. Das hat der neue Waldzustandsbericht ergeben, den Klöckner beim Waldgipfel vorgestellt hat. Es soll nun ein Förderprogramm geben, um Waldbesitzer für Klimaschutz zu belohnen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Deutschlands Wälder spielen als CO2-Speicher beim Klimaschutz eine wichtige Rolle. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will Waldbesitzer nun mit einem Förderprogramm dazu motivieren, ihre Wälder besonders klimafreundlich zu bewirtschaften. «Der Wald ist unser bester Mitkämpfer gegen den Klimawandel», sagte Klöckner am Mittwoch beim zweiten Nationalen Waldgipfel in Wörlitz (Sachsen-Anhalt).

«Wenn wir CO2-Emissionen einen Preis geben, dann müssen wir umgekehrt auch diejenigen unterstützen, die unseren Wald als maßgeblichen Klimaschützer erhalten, pflegen und bewirtschaften.»

Klöckner hat in ihrem Ministerium dafür die Bundesinitiative «Klimaschützer Wald» erarbeitet. Das Programm sieht eine zweistufige Förderung vor: Zunächst sollen alle Waldbesitzer, die besonders klimafreundliche Wälder bewirtschaften, einen Sockelbetrag bekommen. Voraussetzung soll ein Nachhaltigkeitszertifikat sein. Die Höhe der Förderung soll sich nach Art und Zustand des Waldes richten.

In einer zweiten Stufe sollen Waldbesitzer, die die CO2-Speicherleistung ihrer Forste weiter ausbauen oder sicherstellt, dass sein geerntetes Holz in langlebigen Holzprodukten verwendet wird, zusätzlich gefördert werden. Auch diese zusätzliche CO2-Bindung müssen sich die Besitzer zertifizieren lassen.

Mit dem Programm solle einerseits die kurzfristige Bindung von C02 und andererseits mittelfristig der Umbau der Wälder in gefördert werden, sagte Klöckner. Die Ministerin will ihren Entwurf in Kürze dem Bundeskabinett vorlegen. Ihr Ministerium kläre derzeit unter anderem mit der Europäischen Kommission noch förderrechtliche Fragen. dpa


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