Samstag, 15.01.2022, 11:30 Uhr

Das europäische Jahr der Jugend

Für junge Menschen sollen insbesondere unter der Berücksichtigung der Digitalisierung neue Perspektiven für die Zukunft geschaffen werden. Foto: Unsplash

Ganz Europa soll den Jugendlichen wieder offen stehen. Foto: Pixabay

Jugendliche und junge Erwachsene mussten wegen der Corona-Pandemie viel zurückstecken. Deshalb hat das Europäische Parlament das Jahr 2022 zum europäischen Jahr der Jugend ausgerufen. Worum es dabei genau geht, stellt die Junge Szene vor.

Jugendliche und junge Erwachsene mussten in den vergangenen zwei Jahren besonders viel zurückstecken. Keine Schule, keine Uni, keine Freunde treffen und wertvolle Teenagerjahre mit Social Distancing verbringen.

Um den Jugendlichen Dankbarkeit zu zeigen und noch mal zu verdeutlichen, dass sie in der Coronapandemie nicht vergessen werden, hat das Europäische Parlament das sogenannte europäische Jahr der Jugend ausgerufen. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf den Wünschen und Bedürfnissen der Jugendlichen. Sowohl im schulischen, beruflichen als auch privaten Sinne. Dadurch sollen sie für das neue Jahr neue Hoffnung schöpfen, und es soll ihnen wieder eine Perspektive für die Zukunft gegeben werden. Das Europäische Parlament legt dabei ein besonderes Augenmerk auf benachteiligte und psychisch kranke Jugendliche.

Bislang ist vieles in der Theorie geplant. Um herauszufinden, wie es Jugendlichen in dieser Zeit geht, sind zum einen Studien und Forschungsarbeiten zu diesem Thema geplant. Zum anderen finden Konferenzen statt, in denen es darum geht, die Jugendbeteiligung in der Politik zu erhöhen, Sensibilisierungskampagnen stehen auf dem Plan und auch Beratungen über eine Initiative und grüne EU.

Verschiedene Ziele

Laut der Bundesregierung haben sich das Europäische Parlament, Mitgliedsstaaten und regionale wie lokale Organisationen verschiedene Ziele gesetzt: Zum einen sollen durch die Digitalisierung und den ökologischen Wandel neue Hoffnung, Kraft und Perspektiven geschaffen werden. Zum anderen sollen Jugendliche darin bestärkt werden, sich sowohl staatsbürgerlich als auch politisch zu engagieren und auch gehört zu werden. In Verbindung mit dem Projekt „NextGenerationEU“ werden neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze, unter Berücksichtigung des grünen, digitalen und inklusiven Wandels, für die Jugend geschaffen. Der letzte Punkt besteht darin, dass sich bei der Konferenz zur Zukunft Europas, an den Überzeugungen und Hoffnungen der Jugend orientiert werden soll.

Was die Politik sagt

Auf der offiziellen Website der Europäischen Union haben sich verschiedene Politiker zu der Wichtigkeit, Planung und Durchführung des europäischen Jahres der Jugend geäußert.

Eine davon ist die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: „Corona hat junge Menschen daran gehindert, Gleichaltrige zu treffen, neue Freundschaften zu schließen und neue Kulturkreise zu entdecken oder zu erschließen. Diese Zeit können wir ihnen nicht zurückgeben. Aber wir können heute vorschlagen, 2022 zum europäischen Jahr der Jugend auszurufen. Vom Klima über Soziales bis hin zu Digitalem – junge Menschen stehen im Zentrum unserer politischen Entscheidungen und Prioritäten. Wir wollen ihnen zuhören, wie wir es auch auf der Konferenz zur Zukunft Europas tun, und wir wollen gemeinsam die Europäische Union von morgen gestalten. Eine Union, die stärker ist, wenn sie den Ansprüchen unserer Jugend gerecht wird – verwurzelt in Werten und kraftvoll im Handeln.“

Außerdem sagt Mariya Gabriel, die EU-Bildungs- und Jugendkommissarin, dass das europäische Jahr der Jugend durch junge Stimmen in der Politik und bei Entscheidungsfindungen einen Richtungswechsel bewirken soll.

Gabriel betont, dass ein echter Austausch zwischen der Jugend und der Politik geplant sei. Auch das Engagement junger Menschen soll gewürdigt, sogar ausgezeichnet werden.

NextGenerationEu

Um das europäische Jahr der Jugend in die Tat umzusetzen, steht es in enger Verbindung mit dem sogenannten „NextGenerationEu“-Programm. Dies ist ein Aufbauprogramm für wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme, die durch die Coronapandemie entstanden sind.

Laut der offiziellen Website der EU verfügt dieses Programm über ein Budget von rund 800 Milliarden Euro. Allerdings handelt es sich dabei um ein befristetes Aufbauprogramm. Fest steht, dass das Geld in Europa eingesetzt werden soll, damit es krisenfester, nachhaltiger und wandelbarer im Sinne der Ökologie und Digitalisierung wird. Auch der ländliche Raum soll bei den Förderungen berücksichtigt werden. Das Stichwort dabei ist „Junglandwirte“. Forschungs- und Innovationsprogramme stehen dabei auf dem Plan der EU.

Für die politischen Angelegenheiten und die jugendliche Beteiligung kümmert sich die EU-Jugendstrategie. Diese Strategie soll Jugendliche dazu bewegen, am demokratischen und politischen Leben teilzunehmen und dies dadurch auch zu fördern.


Weitere Themen aus der Region