Dienstag, 04.02.2020

Vortrag: Die Lebensweise der Gottesanbeterinnen

Leserbrief
Kommentieren

Langelsheim. Insekten lösen meistens sehr unterschiedliche Reaktionen aus: Nützliche Honigbienen und die als „Waldpolizei“ geschätzten Roten Waldameisen genießen Beachtung. Die meisten anderen Insektenarten bleiben hingegen bestenfalls unbeachtet oder gelten als Schädlinge oder Ungeziefer.

Eine Ausnahme bilden Gottesanbeterinnen, von denen es bereits bildliche und schriftliche Darstellungen im Alten Reich der Ägypter gab, wo diese Tiere auch mit Totenkult und dem Leben nach dem Tod assoziiert wurden. Ihnen widmet die Nabu-Kreisgruppe Goslar einen Vortrag im Businesspark in Lan-gelsheim. Der Biologe Falk Eckhardt wird am Dienstag, 11. Februar, diese Tiergruppe mit ihren vielen Besonderheiten und besonders die heimische Art genauer vorstellen. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr in der Rosenstraße 25a.

Historische Bedeutung

Altgriechischer Schmuck warmit Gottesanbeterinnen als Motiv verziert und in zahlreichen Werken der chinesisch-japanischen Kunst tauchen diese Insekten auf. Ihr bizarres Aussehen sowie ihre faszinierende Lebensweise sorgen wohl dafür, dass diese Tiere auch heute noch viele Menschen begeistern. Weibliche Fangschrecken gelten beispielsweise als „Femme fatale“ unter den Insekten, die ihre Männchen oft vor oder während der Begattung verspeisen. Mit einem ausgeprägten Balzverhalten testen die Männchen, ob das Weibchen wirklich paarungsbereit ist und sie nicht möglicherweise schon vor der Weitergabe der eigenen Gene gefressen werden.

Die meisten Arten ernähren sich von Insekten und Spinnen. Es gibt jedoch auch einige größere Vertreter, die sogar kleine Wirbeltiere, wie junge Schlangen, Eidechsen und Kolibris, oder kleine Säugetiere erbeuten können. Um von Beutetieren und Fressfeinden nicht entdeckt zu werden, imitieren manche Arten bunte Blüten, während sich andere Vertreter als ein Stück Borke oder Ast tarnen.

Mit mehr als 2000 Arten sind Gottesanbeterinnen in vielen Formen und Farben weltweit verbreitet. In Deutschland hingegen gibt es nur eine Art, deren Verbreitungsschwerpunkt sich eher auf die südlicheren Bundesländer beschränkt. Im Zuge des Klimawandels scheint sich diese Art aber in der Bundesrepublik weiter ausbreiten zu können. red









Weitere Topthemen aus der Region:
  • Goslar
    Mit Eisenstange auf Wagen und Fahrer eingeprügelt
    Mehr
  • Braunlage
    Erhöhung des Gästebeitrags ist rechtens
    Mehr
  • Oberharz
    Das Kraftpaket von der TU Clausthal
    Mehr
  • Liebenburg
    Großbrand in Othfresen: Staatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
    Mehr
  • Oberharz
    Die Oberharzer Bergsänger singen das Steigerlied
    Mehr