Freitag, 14.08.2020

Samurai 8: Ein Abenteuer wie Kaugummi

Leserbrief
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Der junge Hachimaru hat eigentlich nur einen Traum: Er will unbedingt ein Samurai sein. Doch aus ihm wird wohl nie ein Krieger werden – seit seiner Geburt ist er krank und schwach, hängt an einer Maschine, die ihm sein Vater gebaut hat und die ihn am Leben hält. Mit den Kabeln, die in seinem Rücken stecken, und dem Stock, auf den er sich stützen muss, hat er nicht gerade Kriegerpotenzial. Kein Wunder, dass er sich in ein Videospiel flüchtet, statt in der Realität zu leben. Sein Vater forscht aber weiter daran, dass Hachimaru vielleicht eines Tages ohne die riesige Maschine leben kann.

Doch die Lage ist hoffnungslos – zumindest so lange, bis Hachimarus mechanischer Hund ihm einen Daruma bringt: einen japanischen Glücksbringer, der auch Wünsche erfüllen helfen soll. Und genau das macht der Daruma – er erwacht zum Leben und verwandelt sich plötzlich in eine Winkekatze, die sich auch noch als Samurai entpuppt! Und wenn das noch nicht genüg wäre, eröffnet der Daruma Hachimaru auch noch, dass er dafür ausgewählt wurde, selbst ein Samurai zu werden ...

Neues vom Naruto-Team

Abbildungen: Carlsen
Die Story von „Samurai8: The Tale of Hachimaru“ stammt von niemand anderem als Masashi Kishimoto, der auch für „Naruto“ verantwortlich ist – das bedeutet hohe Erwartungen. Statt Ninja gibt es jetzt Samurai, genauer gesagt futuristische Cyborg-Samurai. Den künstlerischen Teil hat sein langjähriger Assistent Akira Okubo übernommen.

Irgendwie ist es aber schwer, mit dieser Welt warm zu werden und in sie einzutauchen. Sie bleibt immer ein bisschen merkwürdig und nicht ganz ausgereift. Und das, obwohl gerade im ersten Kapitel viel erklärt wird – allerdings in sehr schnellen Szenenwechseln, unübersichtlichen Panels und hektischer Atmosphäre. So wird man zwar mit vielen Informationen ausgestattet, kann aber nicht alles auf einmal aufnehmen. Ähnlich sieht es bei den Kampfszenen aus: Detailreich gezeichnet sind sie, wirken aber auch überhastet und unklar. Rasante Action ist zwar gut, allerdings lässt „Samurai8“ den Leser auch gerne mal mit einem Fragezeichen zurück. Da muss man schon mal ein paar Seiten zurückblättern, ob man nicht etwas Entscheidendes überlesen hat.

Bitte des Autors

Dabei ist die Grundsatzidee des Mangas gut, die Figuren interessant und die Idee hinter der Geschichte scheint spannend. Es scheint aber fast so, als habe Masashi Kishimoto gewusst, dass Band 1 von „Samurai8“ nicht gleich der furiose Start ist, den er eingeplant hatte. Denn zu Beginn des Comics vergleicht er den Manga mit getrocknetem Tintenfisch, den er bei der Arbeit daran gern gegessen habe: Je länger man darauf rumknabbere, desto mehr komme man auf den Geschmack.

„Solltest Du aber finden, dass der Band eher wie Kaugummi ist, dann kau doch bitte noch einen (Band 2), bevor dir der Geschmack vergeht“, bittet Masashi Kishimoto. Klingt schon nach ein bisschen Selbstreflexion. Es muss aber jeder Manga-Fan am Ende selbst entscheiden, ob er weitermacht – vielleicht ist Band zwei auch ein bisschen ausgewogener, was die Geschmacksrichtungen angeht und weniger überladen, um bei der Kaugummimetapher zu bleiben.

„Samurai8 - Band 1: Der erste Schlüssel“, von Masashi Kishimoto, Carlsen Manga, 208 Seiten, 7 Euro.










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