Mittwoch, 05.08.2020

Rammelsberg in 3-D: Förderung sicher

Goslar. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat aus Mitteln der Förderlinie „Pro Niedersachsen“ ein umfangreiches Forschungsprojekt zum Rammelsberg bewilligt. 

Darauf verweist das Ministerium in einer Pressemitteilung: „Die obertägigen Bauwerke des Rammelsbergs in Goslar: vom montanindustriellen Komplex zum Welterbe der Unesco. Erfassung und Modellierung von komplexen Baudenkmalen“ ist ein auf drei Jahre angelegtes Gemeinschaftsprojekt des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege (NLD) mit dem Institut für Bauwerkserhaltung und Tragwerk der TU Braunschweig. Es wird in Kooperation mit der Weltkulturerbe Rammelsberg umgesetzt.

Baugeschichte darstellen

Ziel des Projekts ist es, die obertägigen Bauwerke des Erzbergwerks in ihrem Bestand systematisch dreidimensional zu erfassen und mit Archivquellen abzugleichen, um die Baugeschichte der Anlage vollständig und vertieft rekonstruieren und darstellen zu können. Dabei wird der montanindustrielle Komplex als ein offenes, sich weiter entwickelndes System aufgefasst. Neue Laser-Scans und Luftbilder des Baubestands, vorliegende Dokumentationen sowie historische Bild- und Textquellen diverser Archive werden dafür ausgewertet.

„Das NLD freut sich über die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Partnern an niedersächsischen Hochschulen und die Kooperation mit dem Weltkulturerbe Rammelsberg“, sagt Ulrich Knufinke, der das Vorhaben für das Landesamt begleitet. „Methodisch innovative Projekte, in die auch der wissenschaftliche Nachwuchs einbezogen ist, vertiefen die Kenntnis der Denkmallandschaft, und schaffen damit eine wesentliche Grundlage für mittel- und langfristige Erhaltungskonzepte.“

Visuelles Entwicklungsmodell

Johannes Großewinkelmann, Projektkoordinator am Weltkulturerbe Rammelsberg, weist auf vorhandene Forschungsergebnisse der Architektur- und Sozialgeschichte der Bergwerksanlagen hin, die im Forschungsprojekt unter anderem mit neuen methodischen Ansätzen zum Teil fortgeführt oder neu ausgerichtet werden können.

Ein wichtiges Ziel wird sein, aus der Zusammenstellung von Baudokumentationen, den bauhistorischen sowie industriegeschichtlichen Zuordnungen der einzelnen Bereiche der obertägigen Anlagen des Rammelsbergs ein digitales, visuelles Entwicklungsmodell des gesamten Gebäudeensembles zu erstellen. Es macht die Geschichte der obertägigen Bauteile des Erzbergwerks Rammelsberg unmittelbar anschaulich und verdeutlicht die historischen und funktionalen Bezüge der bestehenden und verlorenen Bauteile untereinander.

Die wissenschaftliche Erforschung und Erfassung der obertägigen Anlagen des Rammelsbergs bildet die Grundlage für eine erfolgreiche denkmalpflegerische Praxis. Das im Herbst 2020 startende Forschungsprojekt wird hierzu beitragen. red