Mittwoch, 27.05.2020

Pfingstgottesdienst im Autokino erleben

Goslar. Gottesdienst als Film im Autokino? Die evangelischen und katholischen Gemeinden in der Kaiserstadt machen es möglich: Pfingstmontag, 11 Uhr, gibt es einen Gottesdienst erstmals auf großer LED-Wand zu erleben. Kostenlos für Besucher, gestaltet von heimischen Pfarrerinnen, Pfarrern und Musikern, produziert von der Goslarschen Zeitung, unterstützt vom Cineplex-Team. Goslarer Kirchen bieten zudem abwechslungsreiche Kulissen.

In der Corona-Krise zeigen sich die Kirchengemeinden in Goslar äußerst mobil und digital. Karfreitag gab es die Premiere mit Livestream-Gottesdienst in der Frankenberger Kirche, Ostersonntag folgte ein Live-Gottesdienst aus der Marktkirche – beide übertragen von der Goslarschen Zeitung. Zuletzt wurden die Corona-Regeln zwar auch für die Kirchen gelockert, aber der Besuch in den Gotteshäusern ist begrenzt. Daher ließen die evangelischen und katholischen Gemeinden zunächst einen ökumenischen Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt folgen – abermals als live übertragen von der Goslarschen Zeitung.

Morgens himmlisch

Devise der Kirchenleute in dieser Zeit: Wenn viele Besucher nicht in die Kirche kommen können, dann kommt die Kirche eben zu hohen Feiern nach Hause ins Wohnzimmer – oder via Smartphone auch an jeden anderen Ort der Welt. Denn unter die digitalen Besucher der Gottesdienste mischten sich stets auch Zuschauer aus anderen Gegenden Deutschlands, selbst aus Singapur und den USA kamen Grüße in die Kaiserstadt.

Pfingstmontag endet nun die Osterzeit im Kirchenjahr. Der ökumenische Gottesdienst zum Abschluss hat dabei lange Tradition in der Kaiserstadt. Durch die Corona-Krise mit ihren Abstands- und Hygieneregeln fällt der gewohnte Gottesdienst vor der Kaiserpfalz allerdings diesmal aus.

Szene aus dem ökumenischen Gottesdienstfilm zu Pfingsten: Propst Thomas Gunkel (li.) und Pfarrer Dirk Jenssen. Fotos: Sowa

Deshalb kamen die Planer um Pfarrer Ralph Beims auf die Idee, einen Gottesdienst als Film im Autokino anzubieten, mit dem das Cineplex seit Ende April zur Großleinwand auf den früheren Sportplatz auf dem Fliegerhorst lockt. Die heimischen Kinochefs Jill und Florian Wildmann mussten nicht lange überzeugt werden, denn sie hatten längst einen möglichen Gottesdienst im Autokino schmackhaft gemacht.

Am Montag nun feiern die heimischen Kirchengemeinden also die Premiere mit einem maßgeschneiderten Pfingstfilm – bei einer Dauer von rund 45 Minuten. Übertragen wird der Film am Montag ebenso im Internet auf der GZ-Homepage www. goslarsche.de.

Vielfältige Drehorte

Die Dreharbeiten dazu liefen seit Anfang der Woche, aktuell werden die Aufnahmen im Videoraum der Goslarschen Zeitung geschnitten. Dabei zeigt das Drehbuch keine frontale Predigt an einem Ort, sondern bietet ein wahres „Pfingstkaleidoskop“ mit Sequenzen aus unterschiedlichen Gotteshäusern – ob Marktkirche, Jakobikirche, Neuwerk, Frankenberger Kirche, Stephanikirche, St. Georg in Jürgenohl oder die Stiftskirche St. Georg in Grauhof mit ihrem beeindruckenden barocken Inventar.

Über die Liturgie von Ansprache über Predigt, Fürbitten und Segen hinaus wirft der Pfingstfilm den Blick auch auf interessante Geschichte aus den Kirchen. Nicht zu vergessen die musikalische Gestaltung mit Gerald de Vries an zwei Orgeln, Eva Debbeler mit dem Akkordeon und einem eigens für den Film-Gottesdienst zusammengestellten Posaunenchor.

Mitwirkende im Gottesdienst sind Propst Thomas Gunkel, die Pfarrerinnen Annemarie Pultke und Melanie Grauer, die Pfarrer Dirk Jenssen und Ralph Beims, Gemeindereferent Marco Koch und Gemeindekurator Stefan Roblick. Überdies wird Pfarrer Thomas Exner den Gottesdienst im Autokino für Hörgeschädigte in Gebärdensprache übersetzen.

Abends höllisch: Wacken

Nach dem Gottesdienstfilm am Morgen erwartet Autokino-Besucher abends am Pfingstmontag ein eher höllisches Film-Event: „Wacken – Louder Than Hell“, heißt der Titel aus 2014. Das legendäre harte Rockmusik-Treffen in Wacken muss wegen der Corona-Krise 2020 ausfallen, als Trostpflaster läuft das Spektakel für Fans in Goslar deshalb als Film auf großer Leinwand. Die Eintrittskarten für den Wacken-Film gibt es im Internet über cineplex.de/filmreihe/autokino.