Montag, 01.06.2020

Kaiserringträger Christo ist tot

New York/Goslar. Durch seine Verhüllung des Reichstags 1995 bleibt er in Deutschland unvergessen. Den Goslarer Kaiserring hatte er bereits im Jahr 1987 erhalten. Der populäre Aktionskünstler Christo ist am Pfingstsonntag kurz vor seinem 85.Geburtstag am 13.Juni in New York verstorben.

Im Mai 2000 kehrten Jeanne Claude und Christo für eine Ausstellung nach Goslar zurück und trugen sich im Beisein von Oberbürgermeister Otmar Hesse ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: GZ-Archiv
Goslar und Christo – eine Beziehung, die über Jahrzehnte hielt. Als Oberbürgermeister Helmut Sander ihn als zwölften Ringträger zwischen Georg Baselitz und Gerhard Richter kürte, wollte Mönchehaus-Vater Peter Schenning Christo zum Verpacken der Kaiserpfalz überreden. Das klappte nicht. Ein Jahr später jedoch nahm er sich zusammen mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude die letzte Rammelsberg-Lore vor und vollendete mit dem „Package on a Hunt“ eine eigene Goslar-Arbeit.

Ende Mai 2000 kehrte das Paar zurück in die Welterbestadt. Im Mönchehaus eröffneten Christo und Jeanne-Claude ihre Ausstellung „Works in Progress“ und verliehen tags drauf dem Start von „Expo on the rocks“ am Rammelsberg künstlerischen Glanz. Im Sommer 2018 zeigte das Mönchehaus ein weiteres Mal eine Christo-Ausstellung, die großen Zuspruch erfuhr. fh