Donnerstag, 17.05.2018

Gesucht wird der Nachwuchs-Weltmeister

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Die Kleinsten werden die Größten sein – am Wochenende nach Pfingsten ist es wieder so weit: Bei der GZ-Mini-WM küren die E-Junioren am 26.und 27.Mai auf dem Goslarer Marktplatz ihren Weltmeister. 32Teams aus der Region spielen fast schon traditionell kurz vor der Weltmeisterschaft in Russland in den Trikots der Nationalteams das Turnier vorab durch. Wer hat bei der siebten Auflage des Turniers die Nase beim Nachwuchs vorn?

„Das hier ist viel wichtiger, als wenn der FC Bayern mal wieder Meister wird“, diktierte Anfang Mai 2006 der elfjährige Marius Kleinsorge von der FG Vienenburg bei der Mini-WM-Premiere im deutschen Sommermärchenjahr mit strahlendem Gesicht in den GZ-Block. Eigentlich sagt der Satz alles über die Bedeutung des Turniers. Kleinsorges Team Japan hatte zwar im Viertelfinale die Segel gestrichen, er selbst aber sein großes Talent schon unter Beweis gestellt. Kenner der Szene wissen Bescheid: Als 17-Jähriger debütierte der Vienenburger im August 2013 in der Regionalliga-Mannschaft des Goslarer SC. Mittlerweile spielt er beim Drittligisten SV Meppen. Ob sich in der nächsten Woche ein würdiger Nachfolger zu erkennen gibt?

Viele Tore, tolle Szenen

Aber davon abgesehen: Viele Tore, herrliche Spielzüge und riesiges Engagement der kleinen Kicker haben die zahlreichen begeisterten Zuschauer am Rande des Mini-Spielfeldes in Goslars guter Stube eigentlich immer erlebt, seitdem die GZ vor zwölf Jahren den Startschuss für das Nachwuchskicker-Spektakel gab. Zuerst mit D-Junioren, mittlerweile mit den im Schnitt zwei Jahre jüngeren E-Junioren kämpfen die Mannschaften alle zwei Jahre abwechselnd um WM- und EM-Titelehren.

Rückblende: 2006 setzen sich die Brasilianer vom SC 18 Harlingerode die Mini-WM-Krone auf. Im Finale nimmt Jannis Koch in der achten Minute der Verlängerung wie ein echter Copacabana-Kicker den Ball mit dem Rücken zum Tor an und hämmert das Leder aus der Drehung unter die Latte des costa-ricanischen Tores – Dramatik pur. Tapfere Altenauer Gegner sind geschlagen. Eishockey-Nationalspielerin Franziska Busch vom WSV Braunlage überreicht gemeinsam mit GZ-Verleger Philipp Krause den Siegerpokal.

Was so beginnt, darf keine Eintagsfliege bleiben. Ende Mai 2008 heißt der neue Europameister Deutschland – jedenfalls bei der Mini-EM, die die JSG Döhren im Finale durch einen Treffer von Levin Ungrad im Siebenmeterschießen gegen die Italiener vom SVLautenthal/Wildemann gewinnt. Die Zuschauer machen das Turnier zum Fest. Transparente werden aufgehängt, Länder-Fähnchen geschwenkt, mit Tröten und Sprechchören die Teams angefeuert. Für Deutschland ist es bislang der einzige Triumph bei einer GZ-Mini-Meisterschaft. Für die JSG Döhren nicht: Sie wiederholt ihr Meisterstück Ende Mai 2010 bei der GZ-Mini-WM im Trikot von Algerien. Im Finale unterliegen die tapferen Schweizer vom SV Rammelsberg mit 1:3. Döhrens Kapitän Henrik Melzian nimmt die Trophäe aus der Hand von GZ-Verleger Klemens Karl Krause entgegen. Auf der Tribüne dröhnen die ihrerzeit obligatorischen Vuvuzelas. Das erste Tor des Turniers schießt übrigens der zehnjährige Filipe Menke vom VfL Oker, der im kommenden Sommer von den A-Junioren des BSC Acosta Braunschweig heimatnah zum Landesligisten GSC wechselt.

Mehr als neun Treffer pro Partie erleben die Zuschauer Mitte Mai bei der Mini-EM 2012, als Tschechien alias die TSG Bad Harzburg den Sieg gegen Rammelsberger Dänen einfährt. Brian Bothe schießt beim 4:1-Erfolg bei kühlen Eisheiligen-Temperaturen und heißen La-Ola-Wellen drei Tore.

Sieben Spiele, sieben Siege lautet die makellose Bilanz, die Ende Mai bei der GZ-Mini-WM 2014 die Südkoreaner als Sieger für sich verbuchen. Im Trikot des aktuellen deutschen WM-Gegners in Russland stecken die Kicker der JSG Harly, die im Finale auch die Portugiesen vom GSC 08 mit 7:1 abschießen. Justin Rimbach trifft nach Rückstand sechsmal in Folge: Wer will das jemals überbieten? Notiz am Rande: Ausgerechnet im Fusionsjahr gewinnen am Ende Vienenburger gegen Goslarer.

Portugal und Portugal

Was den Mini-Portugiesen bei der WM nicht gelingt, holen sie Ende Mai 2016 nach. Im Endspiel der Mini-EM gewinnen sie gegen Albanien 4:1. Karl Gehrke trifft dreimal. Das Trikot der Iberer haben sich diesmal die E-Junioren der JSG Hees übergestreift. Dem MTV Goslar bleibt der zweite Platz. Erstmals ist der Sieger der Goslarer Mini- mit der späteren echten Europameisterschaft deckungsgleich, weil sich Ronaldo und Co. später in Paris gegen Gastgeber Frankreich durchsetzen.

Was heißt das für 2018? Zunächst nur, dass alle Teams wieder in Nationaltrikots auflaufen. Am Mittwoch und Donnerstag gab es die nagelneuen Jerseys in Landesfarben und mit Sponsoren-Signets auf der Pfalzwiese. Für Dienstag ist noch ein weiterer Termin für Nachzügler eingeplant. Von diesem Tag an stellt die GZ in ihrem Thema der Woche auch einzelne Starter und ihre Ambitionen vor. Den Auftakt macht der Okeraner Nachwuchs, der in den Trikots von Jogis Jungs dessen Titel zu verteidigen versucht.